Newsticker
Lieferengpass: Brandenburg stoppt Erstimpfungen mit Biontech und Moderna
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Eltern und Lehrer wollen Luftreiniger für die Schule in Graben

Graben

06.04.2021

Eltern und Lehrer wollen Luftreiniger für die Schule in Graben

Reicht Lüften oder braucht es Luftreinigungsgeräte für Klassenzimmer?
Foto: Britta Pedersen, dpa (Symbolbild)

Plus Um das Corona-Infektionsrisiko zu senken, bitten Eltern und Pädagogen um Filtergeräte für die Grundschule Graben. Warum der Gemeinderat noch nicht zugestimmt hat.

Das monotone Surren des mobilen Hochleistungs-Luftreinigungsgerätes, das an der Seite des Gräbinger Bürgersaals den Dienst versah, wirkte auf die Gemeinderäte schon etwas irritierend. „Der Elternbeirat hat zusammen mit Schulleitung und Lehrkörper beantragt, diese Geräte für die Grundschule anzuschaffen. Damit soll das ständige Lüften zum Infektionsschutz reduziert werden können, was wiederum eine deutliche Reduzierung der Unterbrechungen zur Folge hat“, trug Bürgermeister Andreas Scharf auf der jüngsten Gemeinderatssitzung aus dem besagten Papier vor.

Laut verschiedenen Gutachten würde durch den Betrieb eines Raumluftreinigers mit einer bestimmten Filterkombination die Aerosolkonzentration in Räumen mit einer Fläche von 80 Quadratmetern in sechs bis 15 Minuten halbiert. So könne das indirekte Infektionsrisiko auch bei geschlossenen Fenstern und ohne geeignete raumlufttechnische Anlage stark reduziert werden. Weiterhin werde die Anschaffung durch die Staatsregierung mit 50 Prozent gefördert.

Der Gemeinderat bewertete den Erwerb für die Schulräume durchweg positiv, wenn auch verschiedene Beiträge sich zu Schwachpunkten äußerten. „Bei der je nach Inzidenzzahl angeordneten Unterrichtsform wie Wechsel- oder Präsenzunterricht findet durch das Ministerium keine Einbeziehung verwendeter Technik statt“, gab der Bürgermeister zu bedenken.

Sind die Lüftungsgeräte zu laut für Klassenzimmer?

Rüdiger Landto (CSU) berichtete von Beispielen, wonach solche Geräte als zu laut empfunden würden, ebenso sei bei einer Nennstromaufnahme von 11,3 Ampere zu prüfen, ob die Sicherungskreise der Grundschule diese Stromflüsse bei gleichzeitiger Nutzung verkraften könnten. Quer durch die Bänke festigte sich die Meinung, dass den Lehrern eine ausschlaggebende Rolle zukommen muss: Nur ihnen sei eine Aussage über die störende Wirkung des Geräuschpegels, der im Standardbetrieb mit 50 db(A) im Saal deutlich vernehmbar ist, möglich.

Diese Lautstärke entspricht nach einschlägigen Quellen der normalen Gesprächslautstärke oder der eines leisen Radios. Nach den Osterferien sollen die Geräte im Unterricht getestet werden und die Meinung des Lehrkörpers hinsichtlich der Anschaffung in die Ratsentscheidung maßgeblich einfließen. Ungeachtet der Testphase erhielt die Verwaltung den Auftrag, im Vorfeld die Förderung zu beantragen.

Der Bürgermeister von Graben ist sauer auf die Staatsregierung

„Für die Sicherheit an den Schulen muss der Staat zuständig sein“, drückte Bürgermeister Andreas Scharf sein Unverständnis über die Vorgaben der Staatsregierung aus, dass die Kommunen in der Pflicht seien und das Ministerium lediglich eine Kostenerleichterung vornehme. Dies habe er Kultusminister Michael Piazolo in einem Schreiben deutlich gemacht. „Bis auf einen Rückläufer, der mitteilt, dass man die Angelegenheit prüfen wolle, habe ich noch nichts. Ich finde es verwerflich, dass Staatsaufgaben auf die Kommunen runtergebrochen werden“, äußerte Scharf seinen Unmut.

Bei der Entscheidung zur Anschaffung von Luftreinigern, die es ermöglichen sollen, die Fenster im Unterricht länger geschlossen zu halten, sollen die Lehrer eine mitentscheidende Rolle spielen.
Foto: Uwe Bolten

Der Antrag von Stephan Krons (Bündnis Lechfeld), in Graben eine eigene Teststrategie einzuführen, wurde vorläufig nicht intensiv behandelt, da die Zahl der kostenfreien Bürgertests derzeit massiv wachse. Krons zeigte sich damit einverstanden, hob jedoch hervor: „Die Tests müssen zum Bürger kommen, und nicht umgekehrt." Neben den bestehenden Testangeboten seien neue Ideen wie Testmöglichkeiten über lokale Apotheken in der Entwicklung, so Bürgermeister Andreas Scharf.

Um eine dezidierte Aussage zu den Tests für und in der Kommune machen zu können, wolle man sich zeitnah zusammensetzen, um alle Informationen zu den vorhandenen Möglichkeiten zusammenzutragen, schloss Scharf den Themenblock rund um die Pandemie.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren