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Bobingen

09.03.2016

Erfolgreiche Integration hat viele Gesichter

Arif Diri, Vorsitzender Deutsch-Türkischer Freundschaftsverein (Mitte) eröffnete die Diskussion in der Mittleren Mühle.
Bild: Anja Fischer

Sechs türkischstämmige Bobinger erklären, welche Unterstützung Menschen mit Migrationshintergrund brauchen.

Wer Einsatz zeigt, kann dennoch sehr erfolgreich werden. Beispiele dafür gibt es auch in Bobingen und Umgebung. Der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein mit seinem Vorsitzenden Arif Diri lud nun sechs türkischstämmige Mitbürger ein, bei einer Diskussionsrunde, moderiert von Quartiersmanager Bernd Beigl, in der Mittleren Mühle von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten.

Mit dabei: Dr. Balkan Cakir, Chefarzt an den Wertachkliniken Bobingen, Rechtsanwalt Orhan Aykac, Rechtsanwältin Meral Bayar, Architekt Sedat Yilbirt, Lehrer Isa Topac und Frisörmeisterin Nevin Mayda.

Ihre Erfahrungen sind wichtig, wenn es heute um die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund geht. Welche Unterstützung brauchen solche Menschen? Wir haben bei den Diskussionsteilnehmern nachgefragt:

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Lehrer Isa Topac „Das ist immer abhängig von der jeweiligen Person. Ich kenne viele, mich selber eingeschlossen, die nie Unterstützung gebraucht haben. Es gibt aber auch viele, die es beispielsweise erst über den zweiten Bildungsweg schaffen. Viele Kinder gibt es aber auch, die es aufgrund sprachlicher Defizite nicht schaffen. Sprache ist Macht und öffnet viele Wege. Ohne Sprache kann man nicht integriert werden.“

Frisörmeisterin Nevin Mayda „Ich finde, solche Menschen brauchen mehr Unterstützung. Das Wichtigste ist sicher das Erlernen der Sprache, dass sie auch die Chance bekommen, in Berufe hineinzuschnuppern. Das geht nicht ohne Sprache.“

Rechtsanwältin Meral Bayar „Es gibt für mich drei Säulen: Sprache, Schulbildung und Arbeit. An vierter Stelle steht vielleicht noch die Teilnahme am sozialen Leben in Kultur und Sport. So kann man Integration schaffen. Ich kann nur von mir selber sagen, man muss gefordert und gefördert werden.“

Chefarzt Dr. Balkan Cakir „An erster Stelle steht die eigene Familie, die dahintersteht, dass die Kinder eine ordentliche Ausbildung bekommen. Meine Eltern haben das sehr unterstützt und gefördert.“

Sedat Yilbirt: „Das Wichtigste ist eine gute Unterkunft gerade für Flüchtlinge. Das macht Deutschland sehr gut. Es ist wichtig, ein sicheres Umfeld zu haben, in dem man ruhig schlafen und sicher leben kann.“

Rechtsanwalt Orhan Aykac „Asylbewerber brauchen eine intensive Betreuung, um hier ein neues Leben erfolgreich aufbauen zu können. Da davon auszugehen ist, dass die meisten Asylbewerber aus Ländern kommen, in denen eine freiheitlich demokratische Grundordnung nicht vorhanden ist, sollte zunächst neben der deutschen Sprache auch die freiheitliche Gesellschaftsordnung vermittelt werden. Diese Unterrichtung ist meiner Ansicht nach für eine soziale Integration zwingend notwendig.“

Einig sind sich die Diskussionsteilnehmer darin, dass auch die beste Unterstützung nichts nützt, wenn Menschen sie nicht annehmen wollen.

Bürgermeister Bernd Müller sieht das ähnlich wie diese sechs Diskussionsteilnehmer: „Deutschland ist ein Chancenland, aber man muss die Chancen eröffnen – und das ist zuallererst eine Aufgabe der Eltern.“ Aufstieg habe immer etwas mit Bildung zu tun, egal mit welchem Hintergrund.

Die Frage der Bildung sei aber nicht in allen Familien verwurzelt. „Deshalb ist so eine Veranstaltung so wichtig.“

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