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Prozess in Schwabmünchen

05.06.2009

Erst geschlagen, dann wieder vertragen

Ein Schlag ins Gesicht, ein Tritt in den Hintern und Drohungen - so behandelte ein 27-Jähriger vergangenes Jahr seine Freundin. Wegen mehrfacher und versuchter gefährlicher Körperverletzung musste sich der Mann nun vor Gericht verantworten. Von Uschi Rieger

Schwabmünchen. Ein Schlag ins Gesicht, ein Tritt in den Hintern und Drohungen - so behandelte ein 27-Jähriger vergangenes Jahr seine Freundin. Wegen mehrfacher und versuchter gefährlicher Körperverletzung musste sich der Mann nun vor Gericht verantworten. Schwabmünchens Richterin Susanne Hillebrand verurteilte ihn zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Und weil er sein Vergehen "schon ein bisschen spüren muss", setzte sie die Geldbuße auf 2000 Euro fest.

Mittlerweile sind die beiden angeblich wieder ein Herz und eine Seele. Eine kurze Trennung hat wohl gut getan.

Im Großen und Ganzen räumte der Mann zwar die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein, auch wenn er die Prügel als "nicht so dramatisch" ansah. Eher die zwischenmenschlichen Ausraster bagatellisieren wollte nun seine Partnerin und die Mutter des gemeinsamen Kindes, die einräumte, dass sie schon mal zurückgeschlagen hätte.

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Streit wegen Kleinigkeiten

Stets nach dem gleichen Schema liefen die Auseinandersetzungen ab: Erst wurde meist wegen Kleinigkeiten gestritten, dann flogen die Fetzen. Mit der flachen Hand schlug der 27-Jährige seiner Freundin ins Gesicht, trat ihr mit den Füßen in den Hintern, haute ihr mit einem Besen mehrmals auf den Po, riss sie vom Sofa auf den Boden oder legte ihr ein Schlüsselband um den Hals, um Selbiges "kurz zuzuziehen". Fast hätte er es gar geschafft, sie eine steile Treppe im Haus hinunterzustoßen. Gerade noch hatte die Frau den Handlauf zu fassen bekommen. Und dann gab es noch seitens des Mannes eine Todesdrohung: "Ich bring dich um, bekomm' dafür 15 Jahre und du bist tot und wirst die kleine Tochter nicht mehr sehen."

Letztendlich war da auch noch die Sache mit dem Küchenmesser, das der Mann, so ihre Angaben bei der Polizei damals, in ihre Richtung gestoßen hätte. Da habe sie wohl übertrieben, räumte sie nun kleinlaut ein.

Wie dem auch sei: Außer einer blauen, blutenden Nase hatte die 25-Jährige, wie sie beteuerte, keinerlei Verletzungen erlitten. "Sie wollen uns doch nicht weismachen, dass Sie keine Schmerzen hatten?", staunte die Richterin.

Eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten forderte die Staatsanwältin, neun Monate der Pflichtverteidiger. Wie Kerstin Meurer war auch Dr. Werner Dorn, Augsburg, der Meinung, dass dieses Verfahren dem bislang nicht vorbestraften Angeklagten als Warnung genug sein müsse. Nicht zuletzt gebe es nichts Schlimmeres als einen Mann, der eine Frau schlage.

Von einer massiven Unberechenbarkeit des 27-Jährigen sprach die Richterin.

Dennoch gehe sie mit Blick auf sein Geständnis, die feste Arbeit und die Versöhnung von einer günstigen Sozialprognose aus.

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