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28.05.2015

Es begann mit einem Goethe-Zitat

Seit 50 Jahren Mann und Frau: Das Ehepaar Renate und Carlos Bersch feierte jetzt ihre goldene Hochzeit. Auch Klosterlechfelds Bürgermeister Rudolf Schneider (links) gratulierte. Foto: Ivanka Williams-Fuhr

Renate und Karl Heinz Bersch feiern ihre goldene Hochzeit

Sie war 16, er 24 Jahre, als sie sich zum ersten Mal begegneten. „Es war die Liebe auf den ersten Blick“, erzählt Renate Bersch. Seit 50 Jahren ist sie nun mit Karl „Carlos“ Heinz verheiratet. Die Frage, wie das Eheleben so war, kontert der Gatte mit einer Gegenfrage. „Haben wir überhaupt ein Eheleben?“ Er werde ständig für einen Geschäftsmann gehalten, der mit seiner Sekretärin ein Verhältnis habe, sagt er und schmunzelt. Anders sieht das seine Frau: „Wir sind immer noch ein Traumpaar“.

Die Eheleute sind sozial und kulturell im Dorfleben und weit darüber hinaus sehr engagiert. Renate Bersch leitet seit fünf Jahren den Klosterlechfelder TSV-Seniorenclub, ihr Mann ist als „Märchenerzähler“ des Kunstkreises Lechfeld in Kindergärten, Schulen, bei Festen und Veranstaltungen unterwegs.

Die Liebesgeschichte beginnt an einem schönen Sonntagnachmittag. Carlos, als Zeitsoldat auf dem Lechfeld stationiert, geht in Klosterlechfeld spazieren und lässt in einem kleinen Kaffeehaus den Nachmittag gemütlich ausklingen. Renate kommt herein, sie wurde von der Familie – sie betrieb damals in Klosterlechfeld einen Radio- und Fernsehladen – zum Eisholen geschickt. „Er hat mir sehr gefallen“, sagt sie und lächelt.

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Also setzte sie sich draußen auf eine Bank und wartete. Carlos kam und fragte: „Mein schönes Fräulein, darf ichs wagen, meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?“ – Ein Satz aus Goethes „Faust“. 1965 haben die beiden in Klosterlechfeld geheiratet, im Mai standesamtlich, im Juli dann in der Wallfahrtskirche Maria Hilf. „Unseren Hochzeitstag feiern wir seitdem deshalb zweimal“, sagt Renate Bersch.

Regelmäßig nach Italien oder Spanien

Carlos Bersch, in Boppard am Rhein geboren, absolvierte eine Lehre zum Bankkaufmann und kam als Zeitsoldat nach verschiedenen Stationen auf das Lechfeld. Nach der Bundeswehrzeit war er unter anderem als Werkstattleiter für die Bosch Company in London sowie im Entwicklungslabor von Siemens in Augsburg tätig.

Renate Bersch arbeitete 43 Jahre lang im Vorzimmer des Staatlichen Bauamts in Augsburg. „Die 50 Ehejahre waren nie langweilig, sie waren einfach immer schön“, sagt Renate Bersch.

Das Ehepaar hat das Elternhaus von Renate Bersch in viel Eigenarbeit in ein Wohnhaus umgebaut und genießt den großen Garten mit 200 Rosen, die im Juni in allen Farben blühen. „Die Gartenarbeit ist mein Hobby“, erzählt sie. Und dann geht es noch regelmäßig nach Italien oder Spanien. Und das ist kein Zufall, denn die beiden Eheleute sprechen beide Sprachen.

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