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Lagerlechfeld

17.06.2020

Eurofighter-Transport ins Allgäu beginnt: Teile von B17 und A96 gesperrt

Der technische Verantwortliche Marcus Wirsen beobachtet die Verladung des Eurofighters in Lagerlechfeld.
Bild: Uwe Bolten

Plus Ein Eurofighter wird für seinen Weg auf der Straße vom Lechfeld nach Kaufbeuren verladen. Warum ein Transport per Lastenhubschrauber nicht möglich ist.

Das Szenario im östlichen Teil des Lechfelder Fliegerhorstes erinnert an eine sorgfältig vorbereitete Übung und nicht an ein hochkomplexes Verlademanöver eines Millionen Euro teuren Eurofighters. In der Mitte des Platzes steht das Fluggerät aufgebockt auf Halterungen, sichtbar ist das Fehlen der Triebwerke sowie des Seitenleitwerks. Zahlreiche Abklebungen mit hellblauer Folie stechen vom Blaugrau des Flugzeuges ab.

Transport nach Kaufbeuren: Eurofighter wiegt neun Tonnen

„Weiterhin wurde empfindliches elektronisches Gerät ausgebaut“, erläutert Stabsfeldwebel Marcus Wirsen, technischer Verantwortlicher für das Luftfahrzeug, der vom Rand des abgesperrten Platzes das Geschehen beobachtet. Nachdem der Flieger vor einiger Zeit auf dem Fliegerhorst Lechfeld gelandet ist, steht nun der Transport des knapp neun Tonnen schweren Gerätes zum Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe Abteilung Süd in Kaufbeuren kurz bevor. Dort wird er der Ausbildung des technischen Personals für dieses Waffensystems die nächsten Jahre dienen.

Es ist nahezu windstill, als der Kranführer das Haltegestell mit den Seilen an seinem Arbeitsgerät einklinkt und es über das wartende Objekt einschwenkt. Absolut ruhig und professionell werden die vier Halteseile am Eurofighter angebracht, fünf Minuten später ist das Kampfflugzeug in seinem Element: in der Luft, allerdings am Kran fixiert.

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Zahlreiche Pressevertreter und Verantwortliche aus Dienststellen des Fliegerhorstes beobachten den nun komplett an Seilen hängenden Flieger, als von der nahen Start- und Landebahn ein Tornado-Jet mit lautem Getöse in den Himmel abhebt. „Das ist schon komisch: Der Tornado fliegt, der Eurofighter hängt am Haken“, sagt ein ehemaliger Angehöriger das Lechfelder Jagdbombergeschwaders 32 in Erinnerung an alte Zeiten mit schelmischem Lächeln.

Der Tieflader der Transportfirma schiebt sich vorsichtig unter die Last, langsam senkt sich das Luftfahrzeug auf die Fixierungsböcke des Anhängers. Mitarbeiter lösen die Korrekturleinen, die ein Pendeln des Fliegers verhinderten; 15 Minuten nach Anlegen der Tragseile liegt das wertvolle Transportgut fest auf dem Hänger und wird verzurrt. Mit einer abschließenden Rundfahrt über den Fliegerhorst prüfen Bundeswehr und Spediteur die sichere Verladung und geben dem Fahrer ein Gefühl für das Gespann.

Transport des Eurofighters kostet rund 100.000 Euro

Der rund 100.000 Euro kostende Transport ist notwendig, da ein Anflug auf den Flugplatz in Kaufbeuren aufgrund des Zustandes der Start- und Landebahn derzeit nicht möglich ist. Warum hängt man den Eurofighter nicht einfach unter einen Hubschrauber und fliegt ihn zu seinem Zielort? Was bei anderen Flugzeugen machbar ist, verbietet sich beim „Eufi“ durch seine große Flügelfläche von 50 Quadratmetern. „Durch den Abwind des Hubschraubers und den Fahrtwind würden Helikopter und Last in unkontrollierbare Schwingungen versetzt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundeswehr. Der deutlich näher gelegene Airport Memmingen (zehn Kilometer vom Zielort entfernt) war keine Option, da dort die für Kampfflugzeuge notwendigen Absicherungsmaßnahmen nicht wie auf militärischen Flugplätzen automatisch gegeben wären. Im Vorfeld wurden entfernten Bauteile und weiteres benötigtes Material in 13 Lkw-Ladungen an den neuen Standort gefahren.

B12, B17 und A96 werden teilweise gesperrt

Am Mittwoch hat der Transport das Lechfeld auf einem unüblichen Weg verlassen. Der Zaun im nördlichen Bereich des Fliegerhorstes wurde entfernt, extra verlegte Bodenplatten ebneten dem Lastzug den Weg von der Ringstraße des Platzes zur Verbindungsstraße zur Ulrichkaserne. Ein Fluggerät mit elf Metern Breite, vier Metern Höhe und 15 Metern Länge passt nicht durch die Hauptwache der Lechfeldkaserne sowie auf den folgenden Weg zur B17 und bedarf besonderer Lösungen. Die folgenden 50 Kilometer auf der Straße nach Kaufbeuren legt der Tieflader mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde auf freier Strecke zurück, an engen Stellen wird Schrittgeschwindigkeit gefahren. Streckensperrungen auf der B17, A96 und B12 sowie im Stadtgebiet Kaufbeuren sind unumgänglich.

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