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06.06.2009

Evangelische Gemeinde bekommt neues Zuhause

Lagerlechfeld Das evangelische Gemeindezentrum an der Versöhnungskirche in Lagerlechfeld wird abgerissen. Für rund 1,1 Millionen Euro wird an gleicher Stelle ein Neubau entstehen. Mit der Entscheidung für den bisherigen Standort geht eine jahrelange Diskussion um einen Umzug zu Ende.

Für Pfarrer Heinrich Eber und den Kirchenvorstand ist das nur die erste Etappe auf einem langen Weg - wenn auch eine wichtige: "Wir haben die Sache ins Rollen gebracht", so der Pfarrer. Wann das Gemeindezentrum fertig sein wird, ist noch unklar. Derzeit läuft ein Architektenwettbewerb.

Bereits seit 2005 verhandelt die Kirchengemeinde mit den Geldgebern, der evangelischen Landeskirche und der Gesamtkirchenverwaltung. Ursprünglich war geplant, das Gebäude aus den 60er Jahren zu sanieren und energetisch auf den neuesten Stand zu bringen. Auslöser der Diskussion: Die Heizkosten waren explodiert. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 18 000 Euro, die die Pfarrei aufwenden musste. Das entspricht etwa der Hälfte ihrer Kirchensteuer.

Dass etwas getan werden muss, das war daher schon damals allen Beteiligten klar - auch der evangelischen Landeskirche. Doch die Vorstellungen, was sich verändern soll, gingen auseinander. Die Landeskirche hielt das Gemeindezentrum für zu groß, den Standort zwischen Truppenübungsplatz und B 17 für ungeeignet. Sie wollte das Gebäude abreißen lassen - und die Versöhnungskirche gleich mit. Ein Neubau an anderer Stelle sollte her.

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Für die Mehrheit der evangelischen Gemeinde auf dem Lechfeld undenkbar: "Die Kirche ist ein Wahrzeichen", sagt Pfarrer Eber. Die Verknüpfung von Militär und zivilem Leben, die das Lechfeld geprägt hat - hier wird sie im kirchlichen Bereich sichtbar. "So einen geistlichen Ort kann man nicht über den Haufen werfen", sagt er.

Die Kirchenverwaltung diskutierte intern Lösungsmöglichkeiten: Sanierung, Abriss und Neubau, ja sogar ein Zwei-Standorte-Modell war im Gespräch, das hieße: Die Versöhnungskirche bleibt, das Gemeindezentrum wandert ab. Doch wohin? Letztlich war klar: "Der jetzige Standort ist einfach der beste", so der Pfarrer. Und schließlich lenkte auch die Landeskirche ein. Sie trägt die Entscheidung der Pfarrgemeinde mit: Abriss und Neubau des Zentrums. Die Kirche bleibt unangetastet. Und noch wichtiger: Die Landeskirche finanziert das Unterfangen mit. "Unser Durchhaltevermögen hat sich ausgezahlt", freut sich Eber.

Das neue Zentrum soll moderner und halb so groß wie das bisherige Gebäude werden. Was fehlt, ist das nötige Kleingeld. Jeweils ein Drittel der Kosten übernehmen Landeskirche und Gesamtkirchenverwaltung, auch die politischen Gemeinden signalisierten ihre Bereitschaft. Den Rest muss die Pfarrei aufbringen: mit Aktionen wie Kuchenverkauf, Patenschaften, einem Förderverein und Festen. Jeder Cent zählt, sagt Pfarrer Eber: "Alle Aktionen bringen auf jeden Fall Solidarität." Die hat die Pfarrgemeinde bei ihrem langen Ringen um "ihre" Mitte in Lagerlechfeld längst bewiesen.

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