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24.07.2007

Extrem-Sportler geben nach vielen Strapazen auf

Christian Rottenegger ist seit Montag wieder in Bobingen. Ein schlimmes Lawinenunglück am Gasherbrum II hatte die Ultratour seines Expeditionsteams in der Bergwelt zwischen China und Pakistan beendet.

Das Wetter in dieser Region spielt häufig verrückt

Das Wetter spielt in dieser Region häufig verrückt und warf kurz vor der Monsunzeit immer wieder meterhoch Schnee in die Aufstiegsroute des Gasherbrum II. Dieses Problem, gepaart mit Sturm, hätte auch beinahe einigen Mitgliedern seines Teams das Leben gekostet und wurde einer anderen deutschen Expedition zum Verhängnis: Deren vierköpfige Gruppe geriet auf rund 6700 Metern Höhe in eine Lawine. "Meine Kameraden mussten mit ansehen, wie die Bergsteiger mitgerissen wurden. Es muss schrecklich für sie gewesen sein", erzählt Rottenegger.

Seit Montag ist er wieder in Bobingen. "Ich war körperlich nicht mehr auf der Höhe und hatte den Kopf nach dem lebensgefährlichen Abstieg nicht mehr frei. Ich wollte einfach nur noch nach Hause."

Extrem-Sportler geben nach vielen Strapazen auf

Rottenegger begann seinen Rückweg nach Islamabad bereits einen Tag vor dem Lawinenunglück und erfuhr später von dem dramatischen Unglück: Ein Bergsteiger starb, ein zweiter wird noch immer vermisst, zwei weitere verletzten sich schwer.

"Unsere Expedition war zum Unglückszeitpunkt relativ geschützt von Lawinengefahr im Hochlager zwei auf 6400 Metern. Natürlich machte sie sich nach dem Drama gleich zu einer Rettungsaktion auf und half, den kurze Zeit später Verstorbenen auszugraben und die Schwerverletzten ins Lager I auf 5900 Meter zu bringen, von wo aus sie durch eine schwierige Aktion mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen wurden", weiß Rottenegger.

"Nach diesen schrecklichen Erlebnissen waren sich alle einig, keinen Gipfelversuch mehr zu wagen. Die Witterungsverhältnisse waren heuer so miserabel, dass keine Expedition auf den Gipfel kam."

Zwei konnten schon heimfliegen, die anderen warten auf Flüge

Da zur Zeit kaum Heimflüge von Islamabad zu bekommen sind, konnten zunächst nur Jeff Gellner und Christian Rottenegger heimfliegen.

Die restlichen Ultratour-Mitglieder hoffen jetzt auf einzelne Flüge in die Heimat. "Wann alle zu Hause sind, ist noch unklar", berichtet der Bobinger, der zunächst froh ist, dass alle bisher das große Abenteuer ohne schlimme Verletzungen überstanden haben. Er freut sich schon auf ein Wiedersehen.

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