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Landkreis Augsburg

24.07.2020

Falsch befüllte braune Tonnen im Kreis Augsburg bleiben stehen

„Wir hatten seit Beginn der Kontrollen etwa 100 Tonnen, die beanstandet werden mussten.“Plastiktüten, Metall, Verpackungen: 670 Tonnen Schadstoffe wurden im vergangenen Jahr im Landkreis aus dem Biomüll gefischt. Seit Ende Juni wird deshalb kontrolliert. Nach den Sommerferien werden falsch befüllte Tonnen nicht mehr geleert.

Plus Der Landkreis geht ab Herbst härter gegen Müllsünder vor. Tests zeigen, dass auch nötig ist. Bei der Abfallmenge gibt es erfreuliche Entwicklungen.

Der Landkreis Augsburg verschärft den Kampf gegen Müllsünder. Derzeit läuft noch eine Testphase mit der falsch befüllte Tonnen technisch aufgespürt werden sollen. Die Mitglieder des Werkausschusses erfuhren nun, wie viele Müllsünder schon ertappt worden sind.

Seit Ende Juni wird bei Abholung des Biomülls geprüft, ob sich darin stromleitende Stoffe befinden (wir berichteten). Wenn Verstöße festgestellt werden, werden die Tonnen zwar trotzdem geleert, aber mit einem gelben Warnhinweis versehen. Zu Beginn wurden in Schwabmünchen eine Vielzahl an Tonnen fälschlicherweise beanstandet.

Ein Mitarbeiter der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung schiebt eine braune Tonne mit Biomüll zum Müllwagen.
Bild: Patrick Seeger/Illustration (dpa)

Mittlerweile laufe das System aber zuverlässig, sagte Daniela Bravi, die Werkleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs: „Wir hatten seit Beginn der Kontrollen etwa 100 Tonnen, die beanstandet werden mussten. Bei den Sichtkontrollen früher waren es etwa 100 pro Jahr.“

670 Tonnen Hausmüll lagen in den Biotonnen im Landkreis Augsburg

Fehlwürfe in Biotonnen stellen allerdings ein enormes Problem dar, sagte Landrat Martin Sailer: „Im vergangenen Jahr haben wir 670 Tonnen Schadstoffe aus 33.000 Tonnen Biomüll entfernt.“ Manche Bürger werfen einfach Teile ihres Hausmülls in die braune Tonne. Diesen auszusortieren stelle einen enormen Aufwand dar, sagte Sailer.

Nach den Sommerferien sollen die Kontrollen auch Konsequenzen haben. Zeigen die Messgeräte Material an, das nicht in die Tonne gehört, dürfen die Mitarbeiter der Müllabfuhr sie stehen lassen. Die Bürger müssen dann die Schadstoffe entfernen und beim nächsten Termin wird die Tonne wieder geleert. Insgesamt bleiben die anfallenden Müllmengen beim Restmüll stabil. 37000 Tonnen fielen im Jahr 2019 an. Angesichts der steigenden Einwohnerzahl bedeutet dies auch einen Rückgang der Pro-Kopf-Menge.

Landkreis-Bewohner produzieren zehn Kilo weniger Müll als 2013

Im Durchschnitt produziert ein Landkreisbewohner 147,4 Kilo Restmüll pro Jahr. 2013 waren es noch fast zehn Kilo mehr. Die Menge der Bioabfälle variiert je nach Witterung. Regnet es viel, wächst das Gras mehr und es fällt mehr Schnitt an. Beim Altpapier fielen im vergangenen Jahr 15.124 Tonnen (2018: 14807 Tonnen) an.

Ob das in die braune Tonne darf? Jein! Gemüseabfälle wie der übriggebliebene Salat kann in den Biobehälter, wie auch andere Reste, etwa Zwiebel- und Kartoffelschalen. Die transparente Plastikbox dagegen auf gar keinen Fall. Auch nicht Biokunststoff-Verpackungen, die eine lange Zersetzungszeit aufweisen.
Bild: Günter Stauch

Diese Steigerung freut den Abfallwirtschaftsbetrieb grundsätzlich, da das Papier weiterverkauft wird. In diesem Jahr verzeichnet der Betrieb allerdings starke Schwankungen beim Preis, sagte Sabine Schneider-Dempf im Halbjahresbericht über den Wirtschaftsplan 2020. Nach einem schwachen Start zogen die Preise während der Corona-Hochphase deutlich an und sinken nun wieder. Insgesamt könne der Wirtschaftsplan wohl eingehalten werden, sagte Schneider-Dempf.

Landkreis-Betrieb kann seinen Wirtschaftsplan trotz Schwankungen einhalten

Einige Schwankungen gibt es allerdings. Der Corona-Lockdown hat beispielsweise zu größeren Müllmengen geführt, was Mehrkosten von etwa 100.000 Euro verursacht. Auf der anderen Seite spart der Betrieb durch die Senkung der Mehrwertsteuer in gleicher Höhe Geld ein. Zudem wurden eingestellte Haushaltsmittel für bauliche Verbesserungen an Wertstoffhöfen und andere Posten bislang nur zurückhaltend abgerufen und werden wohl nicht komplett benötigt.

Gute Nachrichten gibt es von der verfüllten Deponie in Hegnenbach: Die Überprüfung des Grund-, Sicker- und Oberflächenwassers hat keine problematischen Werte ergeben. Landrat Martin Sailer lobte in diesem Zusammenhang ausdrücklich den Dialogprozess mit der Bürgerinitiative in Welden, mit der man sich in regelmäßigem Austausch befindet.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Entsorgen statt wegschmeißen

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