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Mittelneufnach

26.01.2020

Fasching: In den Stauden sind die Hexen los

Die Kostüme sind bunt, schrill und teils mysteriös – und die Masken sind handgeschnitzt.
8 Bilder
Die Kostüme sind bunt, schrill und teils mysteriös – und die Masken sind handgeschnitzt.
Bild: Marcus Angele

In Mittelneufnach treiben sich gruselige Gestalten auf der Hexennacht herum und feiern zu Hunderten eine große Faschingsparty.

Die Böcklesberger Hexa aus Mittelneufnach hatten wieder zur großen Hexennacht in die Stauden geladen und alle waren da: Bunt, neonleuchtend, lustig und auch etwas gruselig verkleidet tanzten und feierten hunderte Hästräger und Hexen aus über zwanzig Zünften und Vereinen mit ihren Fasnachtsfreunden. Auch der Narrenbaum steht nun wieder an Ort und Stelle vor dem Gemeindezentrum.

Großes Remmidemmi ist schon kurz vor 19 Uhr angesagt: Fast 300 Hästräger und Hexen aus mehr als 20 Zünften haben sich vor dem Gemeindezentrum versammelt, das sich an diesem Abend noch in ein lustiges Hexenhäuschen verwandeln sollte. Doch bevor so eine Hexenparty richtig startet, muss zuerst der Narrenbaum aufgestellt werden. Seit 2017 ist dies ein fester Programmteil beim Ball der Böcklesberger Hexa aus Mittelneufnach. Der Narrenbaum ist allgemein ein sichtbares Symbol für die Herrschaft der Narren in ihrem Ort. Angeführt von der Mindelheimer Fanfarengruppe zog die leuchtende, bunte und laut rätschende Narrenschar in ihren fantasievollen Kostümen durch Mittelneufnachs Straßen, um den Baum in der Dorfmitte abzuholen. Am Gemeindezentrum zurück, ist es dann die ehrenvolle Aufgabe der Zimmerergilde, den Baum aufzustellen. Danach ging es ins warme Gemeindezentrum, wo die Böcklesberger Zunftmeisterinnen Margit Müller-Fertl und Judith Dolp die Anwesenden mit ihren Schlachtrufen gebührend begrüßten. Und da muss man schon eingefleischter Profi sein, um die teils sehr fantasievollen Zunftnamen auch richtig auszusprechen, wie zum Beispiel Wichastoaner Höllhünd, Därlas Bärbla, Boggaraule oder Furzafanger. Im Landkreis Augsburg haben die Böcklesberger Hexa als schwäbisch-alemannische Fasnachtszunft fast ein Alleinstellungsmerkmal. Die Zünfte sind eher im Württembergischen, im Schwarzwald oder Allgäu daheim.

Die Kostüme sind teuer und selbstgemacht

Die Tracht, oder besser gesagt das „Häs“, ist nicht unbedingt billig und wird meist von den Trägern selbst finanziert. So ab 600 bis 800 Euro und aufwärts kosten die Masken und Kostüme. Wenn man so fragt, was eigentlich das Herausragende oder Besondere an den Zünften ist, hört man fast immer die gleiche Antwort: „Wir sind einfach eine große, lustige Gemeinschaft“.

Fasching: In den Stauden sind die Hexen los

Sabrina von den Boggaraule Unterweiler bei Ulm schwärmt richtig davon: „Ich bin, seit ich 15 Jahre alt bin, dabei. Ich hab mir mein Häs selber mit Nebenjobs zusammengespart. Es ist einfach nur geil.“ Ins gleiche Horn stoßen Nadja und Hildegard von den Tomedinger Feuerhexa im besten Schwäbisch: „Im Häs sind wir alle gleich, das ist wie eine Uniform. Da triffst du Leut’, die du vielleicht so gar nie treffen oder ansprechen würdest. Aber in der Häs gibt´s keinen Unterschied. Und der Rest ist einfach bloß Spaß.“

Die Zünfte pflegen eine gute Freundschaft

Die Zünfte pflegen untereinander gute Freundschaften und besuchen sich in der Fasnacht gegenseitig. Die Böcklesberger Hexa fahren zu 23 Narreneinsätzen in diesem Jahr. Mittelneufnachs „Ur-Hexe“ Erich Bichler ist mit seinen 70 Jahren immer noch voll dabei: „Es sind einfach die Freundschaften, die hier in den Jahren entstanden sind, ja ich würde sogar sagen, es ist schon teilweise familiär. Du bringst alle Altersgruppen unter einen Hut, kannst mit Jung und Alt reden oder Spaß haben und es läuft alles immer total entspannt und friedlich ab. Das ist das Schöne daran.“ Nebenan lachen Sandro und Marcel von den Höllahund aus der Schweiz: „Wir sind einfach verrückte Vögel. Unser Vorstand hat eine Freundin im Allgäu und so sind mir dann vor drei Jahren irgendwie auch hier in Mittelneufnach gelandet“, erzählen sie.

Zum Abschluss bebt das Gemeindezentrum

Etwas später tanzten die Höllahund in ihren gruseligen Werwolfmasken ihren Showtanz zu Michael Jacksons „Thriller“. Dies war nur ein Punkt des bunten Bühnenprogramms. Auch die Crazy Kids aus Oberrieden, die Jugendshowtanzgruppe Breitenbrunn und die heimische Neufnarria sorgten für gute Stimmung im Saal. Dazu unterhielt DJ Fabian die Gäste mit bestem Partysound. Zum Abschluss bebte und wackelte das Gemeindezentrum, als die große Mindelheimer Fanfarengruppe mit ihrer lautstarken Guggamusik die Hexennacht noch einmal richtig rockte.

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Fasching: In den Stauden sind die Hexen los
57 Bilder
Hexennacht in Mittelneufnach 2020
Bild: Marcus Angele
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