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Untermeitingen

05.11.2019

Fataler Wasserschaden in neuer Untermeitinger Kita

In der Kita „Am Heuweg“ in Untermeitingen ist über Monate unbemerkt Wasser aus einer defekten Leitung gelaufen.
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In der Kita „Am Heuweg“ in Untermeitingen ist über Monate unbemerkt Wasser aus einer defekten Leitung gelaufen.
Foto: Uwe Bolten (Archivfoto)

In der Kindertagesstätte „Am Heuweg“ in Untermeitingen sind bis zu 100000 Liter Wasser ausgelaufen. Das blieb lange unbemerkt. Wohin nun mit den Kindern?

Es ist der Albtraum eines jeden Bauherrn: Im gerade erst fertiggestellten Neubau sind die Wände feucht. Genau das ist in Untermeitingen in der Kita „Am Heuweg“ passiert: Im Juli wurde das neue Gebäude eingeweiht, im Oktober fiel den Mitarbeitern auf, dass mehrere Wände in Fußbodennähe feucht waren.

Die Ursache sei schnell klar gewesen, berichtet Bürgermeister Simon Schropp: Hinter der Türe des Technikraums im Erdgeschoss leckte eine Leitung für Gartenwasser. Die Rohre seien nicht richtig verschraubt worden, sagt Schropp. Unglücklicherweise habe das Wasser aber keine Pfütze gebildet, die dann in den Ablauf in der Mitte des Raumes geflossen und auch sofort aufgefallen wäre. Stattdessen sei es an den in den Boden führenden Rohren entlanggelaufen und zwischen Fundament, Isolierung und Fußbodenheizung gesickert – und das schon eine ganze Weile lang. Wahrscheinlich sei die Verschraubung im Juni oder Juli angebracht worden, als die Außenanlagen in Betrieb genommen wurden, vermutet Schropp.

Eine Firma bohrte Löcher in den neuen Boden der Kita

Eine auf Bodentrocknung spezialisierte Firma habe sofort mit der Schadensanalyse begonnen – dazu musste sie Löcher in den neuen Boden bohren. Die Fachleute hätten bald verkündet, dass dieser Fall keine Kleinigkeit sei, sagt der Bürgermeister. Wie viel Wasser genau ausgetreten ist, wisse niemand. „Möglicherweise sind es bis zu 100000 Liter“, fasst Schropp die grobe Schätzung nach dem Ablesen der Wasseruhr zusammen.

Die Firma begann unverzüglich mit der Trockenlegung des Gebäudes, doch die Arbeiten werden noch eine Weile dauern. Weil sich die Bausubstanz damit vollgesogen hat, kann das Wasser nicht einfach abgepumpt werden. Also mussten die Handwerker in Abständen von zwei Metern weitere Löcher in den nagelneuen Boden bohren, um mit Schläuchen trockene, heiße Luft hineinzublasen. Die nimmt die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk auf und transportiert sie nach draußen.

Einige Wände müssen wegen des Wasserschadens komplett ausgetauscht werden

Das Trocknen ist nicht billig, außerdem müssen anschließend die Böden repariert werden. Und zusätzlich fallen Kosten an, weil auch in einige Trockenbauwände Wasser gelangt ist. Sie müssen ausgetauscht werden. Insgesamt belaufe sich die Summe auf einen sechsstelligen Betrag, schätzt Schropp. Aber das sei nicht das einzige Problem: Wegen der Schläuche, dem Maschinenlärm und der warmen, feuchten Abluft sei man anfangs davon ausgegangen, dass das Erdgeschoss über einen längeren Zeitraum geschlossen bleiben müsse. Doch wohin mit den Kindern? Im ersten Stock sind schließlich zwei, im Erdgeschoss drei Gruppen einquartiert – insgesamt rund 100 Kinder. Die Gemeinde habe sich bereits erkundigt, ob sie als Übergangslösung Container aufstellen könne, schildert Schropp. Doch die hätten drei Monate Lieferzeit. Neben mehreren anderen Optionen habe man auch bei der leer stehenden Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Untermeitinger Gutenbergstraße angefragt. Es habe sogar schon eine Besichtigung zusammen mit Eltern und Kindern gegeben. „Der Mietvertrag liegt unterschriftsreif auf dem Tisch“, sagt Schropp.

Die Kinder können vielleicht in der Untermeitinger Kita bleiben

Doch vielleicht gehe es auch ohne einen Umzug: „Wir haben inzwischen sehr zuverlässige Aussagen, dass die Luftqualität in der Kita absolut in Ordnung ist“, bestätigt der Bürgermeister. Die Arbeiten kämen gut voran und trotz der Schläuche seien einzelne Räume nutzbar. Weil die Geräte weit genug entfernt von diesen Zimmern seien, gebe es auch keine Probleme mit dem Lärm. Voraussichtlich können die Kinder in der Kita bleiben.

Die Arbeiten werden wahrscheinlich noch bis zum Frühjahr dauern, dann soll wieder Normalbetrieb herrschen. Auf den Kosten werde die Gemeinde nicht sitzen bleiben, sagt Schropp: „Die Kita ist versichert. Ob aber die Firma zur Kasse gebeten wird, die die Wasserleitung montiert hat, wissen wir noch nicht. Sie streitet jedenfalls ab, die Verschraubung unsachgemäß durchgeführt zu haben.“

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