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Königsbrunn

27.12.2020

Felsenstein-Schüler sollen ins Königsbrunner Mittelschul-Gebäude ziehen

Ab dem kommenden Schuljahr sollen Schüler der Fritz-Felsenstein-Schule im Schulhaus an der Römerallee einziehen.
Bild: Adrian Bauer

Plus Derzeit dient das Süd-Gebäude der Königsbrunner Mittelschule als Ausweichquartier für Grundschüler. Bald soll es die Raumnot der Felsenstein-Schule lindern.

Das Süd-Gebäude der Mittelschule spielt in den Planungen der Stadt Königsbrunn eine tragende Rolle. Denn während die Grundschulen im Stadtgebiet saniert und modernisiert werden, finden die Erst- bis Viertklässler und ihre Lehrer dort ein geeignetes Ausweichquartier. Derzeit findet der Unterricht der Grundschule Süd an der Römerallee statt. Als nächstes sollten die Kinder der Grundschule West einziehen. Doch weil diese Planungen für den Umbau ins Stocken gekommen sind, hat der Stadtrat nun eine neue Nutzungsmöglichkeit abgesegnet und einen Hilferuf des Fritz-Felsenstein-Hauses beantwortet.

Denn die Felsensteiner haben ein echtes Platzproblem: Weil immer mehr Kinder dort angemeldet werden, reichen die Räume im Schulkomplex an der Karwendelstraße nicht mehr aus. Ein Antrag auf eine Erweiterung wurde im Bauausschuss abgelehnt, weil Nachbarn das Projekt zu nah an ihre Grundstücksgrenzen rückte. "Mittlerweile ist die Schülerzahl aber so stark gewachsen, dass auch dieser Anbau nicht mehr ausgereicht hätte", sagt Bürgermeister Franz Feigl.

Rechtsstreit der Stadt Königsbrunn entpuppt sich als Glücksfall

Nun entpuppt sich ein Rechtsstreit als Chance für die Felsensteiner: Der Architekt, der die Grundschule West geplant hat und auch ihre Sanierung und Erweiterung übernehmen soll, und die Stadt Königsbrunn liegen wegen Honorarfragen überkreuz. Der Architekt hat Klage eingereicht. Die Planungen liegen auf Eis. Verwaltung und Stadtrat müssen nun neu überlegen, wie sie mit der Schulmodernisierung weitermachen.

Denn an dem Zeitplan hängen noch einige weitere Projekte: Eigentlich sollte nach dem Umbau der Grundschule West das Mittelschul-Haus an der Römerallee saniert und erweitert werden, um danach alle Königsbrunner Mittelschüler aufnehmen zu können. Nach dem Umzug hätte man das alte Schulhaus im Stadtzentrum abgerissen und das Areal für Wohnbebauung vermarktet. Dieses Geld sollte dann in andere Projekte auf dem Thermenareal oder der Rathauswiese fließen.

Wird das Schulhaus an der Königsbrunner Römerallee als nächstes umgebaut?

Eine Alternative zum bisherigen Plan wäre, die Erweiterung der Schule an der Römerallee vorzuziehen. Doch aufgrund der kurzfristigen Entwicklungen bei der Grundschule West hatte der Stadtrat noch keine Chance, darüber zu debattieren, geschweige denn konkrete Planungen in Auftrag zu geben. Die Vorarbeiten könnten zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. In dieser Zeit stünde das Schulhaus nach jetzigem Stand leer. Denn die Sanierung der Grundschule Süd wird im Lauf des Frühjahrs abgeschlossen und die Kinder gehen nach den Sommerferien wieder dort zum Unterricht.

Die Vermietung an die Felsenstein-Schule hilft beiden Seiten weiter: Die Einrichtung für Menschen mit Behinderung bekäme ein barrierefrei ausgebautes Schulhaus und gewänne Zeit, sich um eine langfristige Lösung der Platzprobleme zu kümmern. Eine gute Lösung für die Felsensteiner wäre ein Neubau im Norden Augsburgs. Denn da Schüler teilweise bis aus dem Landkreis Donau-Ries anreisen, ließen sich die Fahrtzeiten so deutlich reduzieren. Entsprechende Gespräche gibt es bereits, konkrete Ergebnisse noch nicht.

Felsenstein-Schule und Stadt Königsbrunn profitieren von der Vermietung

Die Stadt bekäme durch die Zusammenarbeit einen zuverlässigen Mieter, der das Gebäude auch im Sinne des Erfinders nutzt. Denn dass das Haus seinem Zweck entsprechend verwendet wird, verlangen auch die Fördergeldgeber: Bei Zuwiderhandlungen droht eine Rückforderung von Fördergeldern. Die Stadtverwaltung will noch prüfen, ob die Regierung von Schwaben mit der Vermietung einverstanden ist oder, ob weitere Kriterien erfüllt werden müssen. Für die Königsbrunner Vereine wäre die Partnerschaft ebenfalls gut, weil dadurch weitere Zeiten in der Turnhalle frei würden.

Grundsätzlich sei eine Vermietung über zwei Jahre mit Option auf ein drittes Jahr vorstellbar, sagte Bürgermeister Feigl. Weitere Details des Mietvertrags sollten in den nächsten Monaten geklärt werden. Aus dem Stadtrat kamen keine Einwände gegen eine Zusammenarbeit. Inklusionsreferentin Andrea Collisi (SPD) freute sich, dass man nun diese Möglichkeit schaffe, nachdem der Bauantrag abgelehnt wurde. Die Felsenstein-Schule sei nicht nur ein guter Nachbar in der Stadt, sondern auch ein großer und engagierter Arbeitgeber. Die Stadträte signalisierten einstimmig Zustimmung zur Vermietung. Wenn die Details des Mietvertrages besprochen sind, kommt das Thema noch einmal auf die Tagesordnung.

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