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Schwabmünchen

01.08.2020

Feuer zerstört zwei Tesla: "In den Autos stecken viele Emotionen"

Ein Defekt an einem E-Roller löste den Brand in der Garage von Robert Häring aus. Bei dem Feuer wurden zwei seltene Tesla-Elektroautos stark beschädigt.
Bild: Christian Kruppe

Plus Ein Feuer hat in der Garage von Robert Häring in Schwabmünchen nicht nur materielle Werte vernichtet. Der Tesla-Besitzer spricht über das Erlebnis.

Der Schock ist Robert Häring noch anzumerken: Fast zwei Wochen ist es jetzt her, dass ein Defekt an einem E-Roller in seiner Garage einen Brand ausgelöst hat. Die Bewohner der Wohnung über der Garage kamen mit einer leichten Rauchvergiftung davon. Die Wohnung wird gerade wiederhergerichtet. Der Sachschaden ist allerdings immens, immerhin befanden sich zwei seltene Tesla-Elektroautos in der Garage.

Bei der Wohnung ist der Brand glimpflich abgegangen. „Zum Glück wurden bisher keine Schadstoffe nachgewiesen“, erklärt Robert Häring. Zwar liegt immer noch etwas Brandgeruch in der Luft, doch auch das wird sich legen. Aktuell sind seine Mieter im Urlaub. „Eigentlich wären sie nur eine Woche weg gewesen. Da aber der Arbeitgeber meines Mieters mitgemacht hat, haben wir um eine Woche verlängert“, sagt Häring. Die Zeit wird auch gebraucht, um die Wohnung fertigzubekommen.

Tesla-Besitzer Häring: "In den Autos stecken viele Emotionen"

Noch mehr Zeit brauchen aber die Dinge, die Robert Häring richtig schmerzen: seine beiden Teslas, die in der ausgebrannten Garage standen. „Es ist frustrierend“, gibt er zu. „In den beiden Autos stecken viele Emotionen, Liebe zum Detail, Herzblut und natürlich auch viel Geld drin“, sagt Häring.

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Vor allem beim gelben Roadster hängen viele Erinnerungen dran. Der Solarpionier hat viel mit dem Wagen erlebt. Auf unzähligen Ausfahrten war er mit dem an den Lotus Elise angelegten E-Flitzer unterwegs. Er zeigt einen Kalender einer Rundfahrt durch die italienischen Alpen, blickt traurig auf die schönen Fotos. Wie groß der Schaden an dem Fahrzeug ist, für das er einst 30.000 Euro anzahlte, obwohl es nur Pläne gab, ist noch offen. In den nächsten Tagen kommt ein Experte vom Hersteller. Klar ist bislang nur, dass die Karosserie an einigen Stellen deutlich angeschmolzen ist.

Brand in Schwabmünchen: Wie heiß wurde der Akku des Tesla Roadster?

„Wichtig ist, wie der Rahmen und die Elektronik das Ganze überstanden haben. Wenn der Akku zu heiß geworden ist, dann wird es schwer“, erklärt Häring. Dass der Roadster hart im nehmen ist, war schon am Brandtag zu sehen. Obwohl er direkt neben dem Brandherd stand, war zumindest die Warnblinkanlage durchgehend aktiv. Doch die Sensoren haben für den Akku große Hitzewerte ausgegeben. Ein endgültiges Urteil steht hier noch aus.

Da strahlte der Tesla noch in seiner ganzen Pracht. Robert Häring mit einem der beschädigten Fahrzeuge im Jahr 2016.
Bild: Christian Kruppe (Archiv)

Etwas besser sieht es für das Model S aus. „Auf den ersten Blick scheint nur der Lack Schaden genommen zu haben“, erklärt Häring. Wie sehr, das kann er noch nicht sagen. Denn er kommt derzeit nicht an die Autos ran. „Erst wenn alle Gutachter da waren, darf ich die Autos aus der Garage holen und genauer betrachten“, sagt Robert Häring.

Auch dieser Flitzer ist ein besonderes Fahrzeug: Er war der erste seiner Art, der in Deutschland ausgeliefert wurde. Und bei dem sieht es aus, als hätte er Glück im Unglück. „Wir konnten noch einen Blick auf die Steuerung werfen und die hat keine Fehler angezeigt“, erklärt der Solarexperte.

Bei einem Garagenbrand in Schwabmünchen wurden zwei Tesla zerstört, darunter ein Tesla Roadster, der erste den die US-Firma auf den Markt gebracht hatte.
19 Bilder
Zwei Tesla bei Garagenbrand zerstört: Die Bilder vom Feuerwehreinsatz
Bild: Christian Kruppe

Für Robert Häring ist E-Mobilität auch eine Glaubensfrage. „Wir haben daran geglaubt – und tun das immer noch“, stellt er klar und verweist auf die CO2-Bilanz, wenn die Fahrzeuge mittels einer eigenen PV-Anlage oder grünem Strom „betankt“ werden. Daher besitzt Häring nicht nur die beiden Tesla. Neuere wie ältere „Stromer“ stehen in seinem Fuhrpark. „Erst gestern bin ich nach Regensburg gefahren. Rein elektrisch und ohne Ladestopp“, berichtet er nicht ohne Stolz.

Jeder Akku birgt ein gewisses Gefahrenpotenzial

„Klar kann man über die Akkus streiten. Aber man sollte auch bedenken, dass in Smartphones, auf die Masse gesehen, mehr Akku verbaut ist als in E-Autos“, schiebt Häring nach. Für ihn ist das die Technik der Zukunft. Und trotz des Brandes sieht er die Gefahr relativ. „Verbrenner brennen auch. Und das häufiger“, sagt er. Und ein Blick auf die Polizeiberichte der vergangenen Monate gibt ihm da recht. Doch er will das Gefahrenpotenzial auch nicht kleinreden: „Handy, Bohrmaschine, Rasenmäher oder Staubsauger – alles wird heute mit Akku betrieben. Das birgt eine gewisse Gefahr.“

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