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Großaitingen

06.04.2017

Fisch soll von der Quelle bis zur Mündung schwimmen

Die Schwarzach beim Kloster Oberschönefeld mit ihren tiefen Einschnitten und steilen Ufern war Thema bei der Verbandssitzung.
Bild: Uwe Bolten

Beim Hochwasserschutz gibt es noch viel zu tun. Dies hat für die Schwarzach einige Konsequenzen.

Ernüchternde Worte fand Berthold Greim bei der Verbandsversammlung des Zweckverbandes für den Hochwasserschutz in Großaitingen. „Wir haben uns mehr oder weniger verwaltet, es wurde zu wenig geschafft“, lautete sein Fazit. Der Verband zählt nach dem verheerenden Hochwasser im Jahr 2002 den Hochwasserschutz und Gewässererhaltungsmaßnahmen zu seinen Hauptaufgaben.

Mit einem Verwaltungshaushalt von 86000 Euro und einem Vermögenshaushalt von 777000 Euro für das Jahr 2016 wurde dem Vorstand von der Versammlung einstimmig Entlastung erteilt. Für dieses Jahr sind keine größeren Maßnahmen geplant. Großaitingens Bürgermeister Erwin Goßner bat den Verband um finanzielle Unterstützung bei Umsetzung noch fälliger Arbeiten an Rückhaltebecken und am Anhauser Bach.

Schutzmaßnahmen gegen Überflutungen durch die Schwarzach gefordert

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Ein Anwohner aus Gessertshausen forderte nach Rückfrage durch den Vorsitzenden massiv Schutzmaßnahmen gegen Überflutungen durch die Schwarzach. „Fünfmal wurde mein Hof von der Schwarzach unter Wasser gesetzt. Wo anders wird etwas getan, warum für uns nicht“, sagte er. Greim konnte keine zeitnahe Lösung aufzeigen, da die Zeitdauer der Klagen vor dem Verwaltungsgericht nicht abzuschätzen sei, ähnlich wie bei den Hochwasserschutzmaßnahmen am Rückhaltebecken Holzhausen.

Die Schwarzach, deren ökologischen Ausbau Julia Zimmer vom Architekturbüro Zimmer aus Augsburg darstellte, stellte ebenso den Mittelpunkt der Fachbeiträge dar. Die Landschaftsarchitektin stellte ihre Planungen vor, die sich streng an den Europäischen Wasserrichtlinien orientierten, wonach bis 2027 alle Gewässer durchgängig sein müssten. „Das heißt im Klartext, ein Fluss muss für einen Fisch von der Quelle bis zur Mündung durchschwimmbar sein“, erläuterte sie in einfachen Worten die Richtlinie. Dabei betrachtete sie die Schwarzach ab der Kläranlage. Dies bedeute für die Schwarzach unter anderem den Abbau von Hindernissen wie Triebwehre und erneuter Anschluss von abgetrennten Gräben und Schleifen.

Eine gute Möglichkeit, Strategien zu entwickeln

Die Planung beinhalte auch die Erfassung des genauen Bachverlaufs, da die Realität mit den Abbildungen in den Karten nicht übereinstimmte, führte Zimmer aus. Das Klosters Oberschönenfeld und seine Hochwassergefährdung bei Überlaufen der Schwarzach stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Jonas Knapp, Ingenieur beim Büro Aquasoli aus Siegsdorf. Er schilderte in eindrucksvoller Weise, wie die Wasserspiegel beim Kloster mit den zu erwartenden Schäden durch Ablesen der Pegelmesslatte Weiherhof vorhergesagt werden könne. „Damit habe die Feuerwehr nun eine gute Möglichkeit, Strategien zu entwickeln und zeitgerecht Maßnahmen zum Schutz des Klosters einzuleiten“, ergänzte Anna Röder, Geschäftsführerin des Verbandes.

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