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Königsbrunn

11.05.2014

Flohmarkt ohne Geld: tauschen statt zahlen

Beim Warentauschtag geben die einen ab, was sie loswerden wollen, anderen nehmen es einfach mit.
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Beim Warentauschtag geben die einen ab, was sie loswerden wollen, anderen nehmen es einfach mit.

 Die Königsbrunner Zeitbörse bietet  einen Marktplatz für Warentausch. Und die Menschen kommen in Massen. Die einen wollen was loswerden, andere wollen es haben

  Mit dem Motto: „Tauschen statt zahlen“ hat die Königsbrunner Zeitbörse wieder den Nerv der Brunnenstädter getroffen. Es ist Samstag und Menschen strömen in Massen auf das Gelände der Fritz-Felsenstein-Schule. Zunächst sind die Leute schwer beladen, um sich beim sechsten Warentauschtag von Gegenständen aller Art zu trennen. Am Nachmittag schleppen andere ihre Fundstücke nach Hause.

„Unglaublich, was sich so alles ansammelt“, stellen beispielsweise Christina Hoff-Tauscher und Marie-Luise Reichelt fest: „Wir freuen uns über diese Aktion, weil wir wissen, unsere teilweise lieb gewonnenen Sachen finden hier neue Besitzer und landen nicht auf dem Müll.“ Viele sehen das anscheinend ähnlich, denn die ehrenamtlichen Helfer haben alle Hände voll zu tun Waren anzunehmen und gleich an das Sortierteam weiterzureichen.

„So eine Veranstaltung erfordert schon im Vorfeld eine Menge Planung“, sagt Jürgen Müller, Vorsitzender der Zeitbörse. Da gibt es vieles zu berücksichtigen: „Haben wir Unterstandmöglichkeiten, falls es regnet, wer bäckt Kuchen und wer verkauft den Kaffee dann vor Ort, wer putzt die bereitgestellten Toiletten?“ Dieses und vieles mehr führt er aus und ergänzt: „Ohne die zahlreichen engagierten Mitglieder des Vereins wäre ein Tauschtag dieser Größenordnung nicht zu stemmen.“

Vor den Absperrbändern haben sich mittags schon lange vor der offiziellen Öffnungszeit die Besucher eingefunden und fassen das eine odere Stück ihrer Begehrlichkeit ins Auge.

Kurz vor 13 Uhr begrüßt Jürgen Müller alle Interessenten und leitet den Countdown ein: Von zehn auf null und halb Königsbrunn scheint mitzuzählen, dann erstürmen die Massen regelrecht die Tische. Innerhalb von Sekunden ist kaum noch ein Durchkommen. Ganze Familien nutzen hier die Möglichkeit mal umsonst zuzuschlagen, vor allem die Spielzeug- und Bücherstände sind regelrecht umlagert. Die Neu-Königsbrunner Miriam und Andreas Becker mit den beiden Töchtern sind begeistert von dieser Form eines kostenlosen Flohmarktangebots. Tochter Sophie-Marie hat schon eine Fledermaus aus Stoff ergattert. Julian aus Mering spielt bereits mit seinen neuen Errungenschaften, während sich seine Mutter noch umschaut. Anja Deffners Mama wird am Muttertag mit zwei schönen Bildern beschenkt. Auch Stadtrat Wilhelm Terhaag mit Enkel Jannik begutachtet die Waren, während Ex-Stadträtin Sonja Weilbacher schon fündig geworden ist: „Einen Blumenübertopf und ein Kochbuch,“ verrät sie.

Kochen, dazu braucht man Lebensmittel und das ist genau das richtige Stichwort für Elke Thiergärtner von der neuen Initiative: „Teile Lebensmittel anstatt sie wegzuwerfen!“ Mit ihrem Team, welches in Augsburg schon tätig ist, möchte sie die Königsbrunner für dieses Thema begeistern und zum Mitmachen gewinnen. „Wir stehen nicht in Konkurrenz mit den „Tafeln“, stellt sie klar. „Wir sprechen hauptsächlich private Haushalte an, sowohl um Lebensmittel abzugeben als auch abzuholen – bei uns steht das Thema Nahrungsverwertung im Vordergrund und nicht so sehr der soziale Aspekt“, erklärt Elke Thiergärtner das Konzept.

Wer weiß, vielleicht sind beim siebten Warentauschtag in Königsbrunn auch Lebensmittel im Angebot.

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