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Königsbrunn

09.05.2011

Flohmarkt ohne Geld und Feilscherei

Bücher über Bücher. Die Organisatoren des Warentauschtages hatten die Angebote schon vorsortiert.
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Bücher über Bücher. Die Organisatoren des Warentauschtages hatten die Angebote schon vorsortiert.
Foto: anco

Beim Warentauschtag bringen hunderte Besucher etwas vorbei oder nehmen sich was mit

Eine Stunde früher als geplant gibt Organisator Jürgen Müller von der Zeitbörse dem Ansturm der Besucher nach und eröffnet den dritten Warentauschtag. Es ist Wochenende bei herrlichstem Ausflugswetter. Hunderte kommen zum Fritz-Felsenstein-Haus.

Kleinmobiliar, Omas Porzellanservice, Haushaltsgeräte wie Quirl oder Bügeleisen, aber auch TV-Geräte und Drucker, jede Menge Kuscheltiere und noch mehr Bücher oder Spielzeug werden beispielsweise angeboten. Morgens gibt man Gegenstände ab, die man nicht mehr benötigt, nachmittags nimmt man mit, was man brauchen kann – nach diesem Prinzip funktioniert der Warentauschtag.

Zurücknehmen muss man nichts. Was liegen bleibt, das packen die freiwilligen Helfer ein für das nächste Mal. Ein wesentlicher Unterschied zum Flohmarkt. Auch ist alles kostenfrei. Weder bei Abgabe noch bei Mitnahme muss man etwas bezahlen, niemand verhandelt oder feilscht. Alles geht diskussionslos vonstatten. Gemütlich bummelt man durch die Angebote.

Die 120 Biertische werden von 60 Mitarbeitern immer wieder aufgefüllt. Ansonsten schauen sie, dass die Interessenten auch sachgemäß mit der Ware umgehen. Es ist kein Ramsch, der hier angeboten wird.

 Dem Organisationsteam der Zeitbörse geht es bei dieser Aktion um ein Stück Nachhaltigkeit: „Natürlich wissen wir, dass gerade in den ersten Minuten auch Händler kommen, die mit einem Blick die Ware inspizieren, mitnehmen und bei nächster Gelegenheit weiter verkaufen. Aber das können wir nicht verhindern. Wichtig ist uns, dass die Dinge nicht weggeworfen werden“, erläutert Roswitha Wachinger.

Im Großraum Augsburg-München sei das die einzige Veranstaltung dieser Art. Kennengelernt hat das Prinzip Jürgen Müller in Baden-Württemberg. Dort gibt es das schon lange und wird von den Wertstoffsammelhöfen durchgeführt. Das Motiv sei auch dort: Alles was die Menschen tauschen, bringen sie nicht zum Müll.

Ähnliche Gedanken hat Günther Schneider: „Wenn man hier steht, erkennt man wieder, wie in unserer Wegwerfgesellschaft mit Rohstoff-Ressourcen umgegangen wird. Und beim Thema Atomkraft schreien alle auf. Dabei sieht man hier, wie mit einfachen Mitteln konkret Energie gespart werden kann.“

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