1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Flüchtlinge in einer Bäckerei?

Schwabmünchen

23.07.2015

Flüchtlinge in einer Bäckerei?

Der Besitzer der Bäckerei Stiegeler will sein Anwesen zur Flüchtlingsunterkunft umbauen, doch der Stadtrat lehnte den Antrag einstimmig ab.
Bild: Christian Kruppe

Sollen Flüchtlinge in der Innenstadt untergebracht werden? Einen entsprechenden Antrag lehnte der Schwabmünchner Stadtrat einstimmig ab. 

Eine Abfuhr in Sachen Flüchtlingsheim hat eine Bäckerei in der Fuggerstraße vom Stadtrat erhalten. Der Besitzer will dort Wohnraum für Flüchtlinge schaffen. Nicht nur die direkten Nachbarn, auch die Stadtverwaltung lehnen diesen Plan allerdings ab. Es gibt zu wenig Freiflächen auf dem Grundstück, zudem entspreche das nicht der üblichen Nutzung in der Innenstadt. „Im gesamten Kernbereich gibt es keine Wohnnutzung im Erdgeschoss“, so Bürgermeister Lorenz Müller. Und das soll auch so bleiben. „Unsere Zielsetzung ist eine attraktive Innenstadt mit Dienstleistung, Handel und Gewerbe in den Erdgeschossen“, so Müller. Hans Nebauer (CSU) ergänzt, „dass Schwabmünchen seine Quote erfüllt hat. Wir sollten warten, bis die anderen Gemeinden nachziehen.“ Auch Margit Stapf (Grüne) lehnt den Plan des Bäckers ab: „Der soziale Friede ist dort gefährdet.“

Stadt hat Quote des Landratsamts bereits erfüllt

Schwabmünchen hat das Soll bei der Flüchtlingsaufnahme bereits erfüllt, seit vor gut vier Wochen die Unterkunft im Schwabmünchner Gewerbegebiet-Nord eröffnet worden ist. Das ehemalige Wäschereigebäude ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Einer dient nun vorübergehend (vermutlich bis Jahresende) als Notunterkunft, der andere wird als feste Gemeinschaftsunterkunft genutzt werden, sobald alle Bauarbeiten abgeschlossen sind. Dann finden in der Gemeinschaftsunterkunft rund 50 Flüchtlinge eine dauerhafte Bleibe. Somit erfüllt Schwabmünchen die vom Landratsamt vorgegebene Quote der aufzunehmenden Flüchtlinge. Die Fraktionen betonten in der Stadtratssitzung, dass es ihnen wichtig sei, dass der Mietvertrag der Notunterkunft wirklich im Dezember ausläuft.

Dies sieht auch Bürgermeister Müller so: „Die Mischung Not- und Gemeinschaftsunterkunft ist auf Dauer nicht gut.“ Müller ist froh, dass in Schwabmünchen nun die vom Landratamt geforderte Anzahl an Flüchtlingen untergebracht werden kann. Er sieht nun die anderen Kommunen in der Pflicht: „Alle Gemeinden sollen ihren Anteil leisten.“

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Polizei_Symbolbild_Blaulicht.jpg
Bobingen

Helm und Hubschrauber retten Kind

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden