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Burgwalden

03.07.2020

Flutlicht-Streit am Golfplatz: Landtag gibt den Ball ans Landratsamt weiter

Naturschützer und die Dorfgemeinschaft des Bobinger Ortsteils Burgwalden protestieren gegen eine geplante Flutlichtanlage auf dem Golfplatz. Nun war das Projekt Thema im Landtag.
Bild: Maximilian Czysz

Plus Seit Monaten wird um eine Flutlichtanlage auf dem Gelände des Golfclub Augsburg in Burgwalden gestritten. Jetzt war das Projekt Thema im Landtag.

Der Umweltausschuss des Landtags nahm die Petition, die sich gegen die Pläne ausspricht, nach fast 15-minütiger Diskussion zur Kenntnis. Das heißt: Die Landtagsabgeordneten halten die Einwände für begründet, sehen aber keinen aktuellen Handlungsbedarf. Damit sind das Landratsamt und die Regierung von Schwaben gefordert: Sie müssen jetzt entscheiden.

Braucht es in Burgwalden mehr "Fun-Faktor"?

Der Grünen-Abgeordnete Christian Hirneis sprach sich strikt gegen eine „Lichtverschmutzung“ aus. Er kritisierte außerdem: „Für den Golfplatz bringt das alles nichts, aber die Störung für die Natur ist immens.“ Für ihn stelle sich die Grundsatzfrage: „Brauchen wir wirklich noch mehr Fun-Faktor?“ Es sei klar, dass es im Naturpark neue Erschließungen geben dürfe. Aber nächtliches Golfen gehöre nicht dazu. Im Naturpark gebe es bereits Störungen durch Mountainbiker. „Wir müssen Einhalt gebieten.“ Die Interessen eines einzelnen Golfclubs dürften nicht über den Naturschutz gehen. Der sei im Interesse aller. Die Errichtung der Flutlichtanlage sei weder von der „Verordnung über den Naturpark Augsburg – Westliche Wälder“ noch von der Landschaftsschutzgebiet-Verordnung gedeckt – eine Ausnahme sei deshalb nicht zu erteilen.

Golfclub Augsburg: Kritik an "Lichtverschmutzung"

Hirneis hinterfragte in der 14-minütigen Diskussion in München die in der Projektbeschreibung angeführte Farbtemperatur von 5000 Kelvin. „Lichtemissionen von Außenbeleuchtungen sollten allgemein und zwingend innerhalb und in der Nähe von Natur- und Landschaftsschutzgebieten eine korrelierte Farbtemperatur von maximal 3000, bestenfalls von maximal 2400 Kelvin aufweisen“, sagte er. Zum Vergleich: Im Leitfaden zur Neugestaltung und Umrüstung von Außenbeleuchtungsanlagen des Bundesamtes für Naturschutz werde für Straßenbeleuchtungen eine Wärmetemperatur von 3000 Kelvin als völlig ausreichend angegeben, um für das menschliche Auge ausreichendes Sehen zu ermöglichen.

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Bernhard Langer hat es ohne Flutlicht geschafft

Auch die kürzlich geschlossene Allianz von Umweltminister Thorsten Glauber und dem bayerischen Golfverband war kurz ein Thema. Im sogenannten Blühpakt wurde eine Zusammenarbeit vereinbart mit dem Ziel, heimische Insekten besser zu schützen und ihnen neue Lebensräume anzubieten. Dem würden die Pläne in Burgwalden widersprechen, meinte der Grünen-Abgeordnete Hirneis, der forderte: Der Umweltminister und der Golfverband seien aufgerufen, Farbe zu bekennen. Für Hirneis sei übrigens Bernhard Langer, der in Burgwalden das Golfspielen gelernt hatte, der lebende Beweis, auch ohne Flutlicht an die Weltspitze vorstoßen zu können.

Mit Protestplakaten machten in Burgwalden Gegner des Projekts ihrem Ärger Luft.
Bild: Marcus Merk

CSU-Abgeordneter warnt: "Finger weg von Flutlichtanlagen"

Unterstützung bekam der Grünen-Abgeordnete von Volker Bauer ( CSU), der sagte: „Irgendwann muss einmal Feierabend auf den Golfplätzen sein.“ Golf sei eine Sommersportart, die im Sommer auch länger ausgetragen werden könne. Bauer warnte: „Finger weg von Flutlichtanlagen.“ Er befürchtete, dass mit dem Beispiel Burgwalden ein Fass aufgemacht werden könne.

So weit wollte Hans Friedl von den Freien Wählern den Bogen nicht spannen. Er verwies auf das laufende Verfahren, in das nicht eingegriffen werden könne. Landratsamt und Regierung von Schwaben müssten das weitere Vorgehen nochmals abstimmen, um zielorientiert und gemeinsam eine Lösung zu finden, die die gesetzlichen Vorgaben ausreichend berücksichtigen. Außerdem sollten Rahmenbedingungen für noch erforderliche Untersuchungen der vorkommenden Artengruppen Vögel, Fledermäuse und einiger noch konkret zu bestimmender Insekten festgelegt werden.

Sein Fraktionskollege Fabian Mehring aus Meitingen, der nicht Mitglied im Ausschuss ist, das Thema aber aufgegriffen hatte, sagte nach der Sitzung: „Nun ist der Landrat gefordert, den überfälligen Dialog mit allen Beteiligten zu suchen und einen fachlich fundierten Lösungsvorschlag zu unterbreiten, der alle berechtigten Anliegen unter einen Hut bringt. Diese Chance zur Wiederherstellung des Friedens in der Dorfgemeinschaft sollte genutzt werden.“

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