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Wehringen

11.05.2020

Fotografin erinnert mit Haustürporträts an Corona-Pandemie

Jennifer Leidner aus Wehringen sorgt während der Corona für Freude. Ihre Bilder sollen später an die Isolation während der Pandemie erinnern. So sind Momente der Vertrautheit entstanden.
Bild: Jennifer Leidner

Plus Jennifer Leidner aus Wehringen sorgt während der Corona-Krise mit Haustürporträts für Freude. Aus Bildern der Isolation werden Momente der Vertrautheit.

Was bleibt, wenn die Corona-Krise bewältigt ist? Die Erinnerung an soziale Einschränkungen, das Tragen von Mundschutz, geschlossene Geschäfte oder das Einbrechen der Wirtschaft? Die in Wehringen lebende Fotografin Jennifer Leidner hat sich dazu ihre eigenen Gedanken gemacht. Um in dieser Zeit ein wenig Freude und Abwechslung in das Leben der Menschen zu bringen, machte sie Haustürporträts. „Aber auch, um diese Situation für immer für die Ewigkeit festzuhalten“, erzählt sie.

Und so reiste sie letzte Woche an vier Tagen quer durch das Augsburger Land, um insgesamt 33 Einzelpersonen, Paare und Familien mit ihrer Kamera bildlich festzuhalten. Es sei eine Tour gewesen durch eine Region, in der es still geworden ist, bei der man den Ausnahmezustand spürt, stellt sie fest.

Wehringerin fotografiert Menschen vor ihrer Haustür

Über den Onlinedienst Instagram startete sie einen Aufruf und fragte, wer Lust auf ein Haustür-Shooting habe. „Ich wurde förmlich von Anfragen aus dem gesamten Landkreis Augsburg überschwemmt“, berichtet Jennifer Leidner.

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Die von ihr aufgesuchten Menschen fotografierte sie unter Einhaltung des Sicherheitsabstandes an der Haustüre, am Gartenzaun, auf dem Balkon, im Garten oder auf der Terrasse. „Sie alle setzten damit ein besonderes Zeichen“, erläutert sie. So sei eine ganze besondere Erinnerung an die Corona-Krise unter dem Motto „Stay at Home“ (Bleib zu Hause) entstanden. Eine Aktion, für die die Beteiligten nur rund 15 Minuten Zeit und ein schönes Lächeln investieren mussten.

Haustürporträts: Kollege inspiriert Jennifer Leidner

Zur Aktion Haustürporträts ist Jennifer Leidner über einen Kollegen in Norddeutschland gekommen, der solche Aufnahmen auf Instagram veröffentlichte. Sofort fühlte sie sich angesprochen, diese Shootings für den Landkreis durchzuführen. „Sie sind ein Geschenk von mir an die dortigen Menschen und somit kostenfrei“, so die Fotografin. Nach dem Fototermin veröffentlicht sie ausgewählte Bilder auf Instagram, und die abgelichteten Personen erhalten einen Download-Link.

Jennifer Leidner aus Wehringen sorgt während der Corona für Freude. Ihre Bilder sollen später an die Isolation während der Pandemie erinnern. So sind Momente der Vertrautheit entstanden.
6 Bilder
Wehringerin macht Haustür-Fotos in Corona-Zeiten
Bild: Jennifer Leidner

Jennifer Leidner, 1989 im nordrhein-westfälischen Düren geboren, ist eigentlich Lehrerin. Sie unterrichtet hauptberuflich an der Mittelschule in Großaitingen, ist verheiratet und Mutter eines Sohnes. Doch schon seit sie denken kann, hat sie die Fotografie fasziniert. „Momente festzuhalten und noch Jahre später daran erinnert zu werden, indem man einfach nur ein Bild anschaut – darum liebe ich die Fotografie“, verdeutlicht sie.

Wehringerin will Geschichten der Menschen in Bildern erzählen

Mittlerweile hat sie sich einen Namen als leidenschaftliche Künstlerin in der Hochzeitbranche gemacht. Ihr geht es um das Festhalten von Emotionen und authentische Momente, sie versteht sich quasi auch als Chronistin. Sie sei eine grenzenlose Optimistin, gesteht sie. „Ich freu mich einfach darauf, viele tolle neue Menschen kennenzulernen und ihre Geschichte in Bildern zu erzählen.“ Ihr persönliches Fazit über die Haustürporträt-Aktion: „Ich habe rund 10.000 Bilder geschossen und neben den Besuchsterminen noch rund fünf Tage in die Bildbearbeitung gesteckt.“ Sie sei danach „vollkommen platt“ gewesen, aber ihr Herz habe „gestrahlt“.

Fotografin Jennifer Leidner reiste für ihre Bilder quer durch den Landkreis.
Bild: Jennifer Leidner

Die Menschen seien für die Abwechslung absolut dankbar gewesen. Das habe sich unter anderem auch in kleinen Aufmerksamkeiten wie eine Sektflasche, eine Orchidee oder selbst gemachten Rhabarbersirup und Marmelade gezeigt.

Die nächste Aktion ist bereits geplant: Generationenshooting. „Hier will ich Großeltern, Kinder und Enkelkinder vereinen“, sagt Jennifer Leidner.

Es sei eine wunderbare Sache, wenn es schöne Fotos von den engsten Familienmitgliedern gibt. Dabei kommt es ihr aber nicht ausschließlich darauf an, Familien perfekt in Szene zu setzen. Wichtig sind ihr dabei wieder die spätere Erinnerung und das Miteinander. Der Erlös aus diesen Shootings geht an soziale Einrichtungen.

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