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Königsbrunn

18.11.2015

Fragen zur Zukunft von Königsbrunn

Die Entwicklung des Stadtzentrums war eines der Themen, die auf der Bürgerversammlung diskutiert wurden. Nicht alle Anregungen aus der Planungswerkstatt schienen den Besuchern plausibel. Es gab auch Fragen, wo denn die angekündigten Neubauten südlich der Marktstraße bleiben.
Bild: Bassem Tellawi

Zentrumsplanung, Lärmschutz und Schwimmbäder sind Themen bei der Bürgerversammlung in Königsbrunn. Und die Stadt macht klar, wie sie zur Osttangente steht.

Nur noch Stehplätze gab es zu Beginn der Bürgerversammlung am Montagabend im Saal des Hotels Zeller. Über 230 Bürger wollten von Bürgermeister Franz Feigl und seinen Mitarbeitern die neuesten Infos aus dem Rathaus hören und Fragen zu aktuellen Themen und der Entwicklung der Stadt stellen. Vor allem die Ergebnisse der Planungswerkstatt zur Neugestaltung der Bgm.-Wohlfarth-Straße im Zentrum (wir berichteten), die Werner Lohmann, der Leiter des technischen Bauamtes vorstellte, warfen Fragen auf.

Man dürfe die Hauptstraße nicht zu unattraktiv machen für Autofahrer, gab etwa Klaus Mewes zu bedenken. „Die Leute fahren ja nicht zur Gaudi rum, sie kommen zu den Geschäften.“ Feigl stellte klar, man wolle „die umlenken, die gut die Umgehungsstraßen nützen können“. Um in der Stadtmitte wie vorgeschlagen Tempo 20 einzuführen, sei eine große Verkehrsplanung für die ganze Stadt nötig. Angelika Geipl berichtete aus der Rathausstraße, die sei – auch durch Kinobesucher – mitunter so zugeparkt, dass Busse nicht mehr durchkommen.

Diskussion um neuen Wertstoffhof

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Vielleicht gebe es auch deshalb vermehrt Fahrten durch das Zentrum, weil es derzeit nur einen Wertstoffhof im Südosten der Stadt gebe, merkte Günther Papst an. Man diskutiere noch, ob es möglich sei, einen gut ausgestatteten zu errichten, an einer Stelle, die für alle Bürger gut zugänglich ist, sagte Feigl und verwies auf die Beispiele Bobingen und Schwabmünchen.

Forderungen nach mehr Lärmschutz für die Bewohner im Westen kamen von Peter Lurz und Ulrich Grassinger. „Kaufering und Gersthofen haben auf der B 17 Flüster-asphalt finanziert“, erwähnte der, „was kann Königsbrunn tun?“ Feigl berichtete von den Bemühungen der Stadt, die Richtung Augsburg geplanten steuerbaren „Geschwindigkeitslenkungstafeln“ schon ab Königsbrunn Süd zu installieren. Dies habe das Staatliche Bauamt ebenso abgelehnt wie Tempo 120 entlang der Stadt. Die Baustellen hätten gezeigt, dass bei reduziertem Tempo der Lärm deutlich abnehme. Zudem sei der im Norden und Süden eingebaute Flüsterasphalt nach seinem Wissensstand bei hohem Tempo nur eingeschränkt wirkungsvoll.

Auch Osttangente kommt zur Sprache

Ob sich die ablehnende Haltung der Stadt zur Osttangente geändert habe, nachdem Friedberg, Kissing und sogar Mering jetzt in gewissem Umfang Zustimmung signalisieren, wollte ein Bürger wissen. Der einstimmige Beschluss gegen die vorliegende Planung stehe weiter, so Feigl. Die kollidiere unter anderem mit dem Trinkwasserschutz im Süden der Stadt. Das Dauerthema Grundwasserhochstand und das Tauziehen um eine Lösung sprach Franz Roßmann an. Er wies auf Widersprüche in der Aktenlage und der Argumentation der bayerischen Umweltministerin hin und stellte in den Raum: „Die Gutachten sind nicht in Ordnung!“ Er bemühe sich um ein direktes Gespräch mit Ministerin Ulrike Scharf, sagte Feigl. Heidemarie Schmidt-Aßmann bot an, ihren Schriftverkehr mit der bayerischen Staatskanzlei zur Verfügung zu stellen.

Wo bleibt der Fortschritt in den Baugebieten?

Ein Bürger monierte, dass die Stadt seit mehreren Jahren neuen Wohnungsbau auf den Rathauswiesen und im Bereich der Angerstraße ankündige. Es sei bislang aber nichts zu sehen. „Irgendwie machen Sie sich langsam unglaubwürdig“, hielt er Bürgermeister Feigl vor. Der musste einräumen: „Sichtbar ist nichts passiert, im Hintergrund jedoch einiges.“

Das Umlegungsverfahren hat sich lange hingezogen. Inzwischen seien die Rathauswiesen neu vermessen, es gebe einen Umlegungsbescheid – und dagegen einen Widerspruch. „Ich bin froh, dass es nur einer ist.“ Die Entwicklung stocke auch deshalb, weil die Preisvorstellungen der Grundstückseigentümer und der Stadt deutlich auseinander liegen. Für die Stadt sei es wichtig, hier eine einheitliche Linie zu halten.

Auch im Bereich der Angerstraße gebe es Widerstände von einigen Grundstücksbesitzern, so Feigl. Es könnte sein, dass die Stadt das Baugebiet aufteilt und einen Bereich zügiger ausweist.

Schwimmen wird schwierig in Königsbrunn

„Wann kann man in Königsbrunn wieder schwimmen?“, wollte Markus Leichter wissen. Seine Frage erntete viel Beifall der Zuhörer. Der Landkreis sei beim Gymnasiumsbad in einer ähnlich misslichen Situation wie die Stadt bei der defekten Fassade der Schule an der Römerallee, so Feigl. Die juristische Entscheidung über die Baumängel ziehe sich hin, man habe keine Mittel, das zu beschleunigen.

„Einen kleinen Werbeblock in eigener Sache“ präsentierte 2. Bürgermeisterin Barbara Jaser. Sie wies auf das Jubiläum 20 Jahre Städtepartnerschaft mit Rab hin, das man im nächsten Jahr feiern werde. Und 2017 steht dann das Doppeljubiläum 175 Jahre Gemeinde und 50 Jahre Stadterhebung an. Feigl kündigte eine Sammelbestellung für Königsbrunner Fahnen an, damit dann die Stadt dicht beflaggt werden könne. Im Rathaus sei man zudem offen für Anregungen der Bürger: „Wenn Sie eine zündende Idee haben, was man machen könnte, dann teilen Sie uns die doch mit.“

Weitere Themen

Weitere Themen, die Bürgermeister Feigl und Mitarbeiter der Stadtverwaltung in der Bürgerversammlung präsentierten:

Internet Schnelles Internet wird in wenigen Tagen in weiten Teilen der Stadt verfügbar sein. Die Deutsche Telekom hat heuer rund fünf Millionen in der Stadt investiert, um schnelle Zugänge mit bis zu 100 Mbit/s im Download und 40 Mbit/s im Upload zu schaffen. Vom 8. bis 12. Dezember werde das Unternehmen auf dem Marktplatz über seine Angebote informieren. Robert Linse, der Wirtschaftsförderer der Stadt, bemerkte, dass es weitere Anbieter für schnelles Internet gebe.

Asyl Gut 300 Flüchtlinge leben derzeit in der Stadt, Ende des Jahres werden es über 400 sein. Dann wird auch die Wohnanlage „Neuhauswiese“ nahe der Nepomukkapelle belegt. Feigl erläuterte, warum die Stadt über ihre Wohnungsbaugesellschaft GWG hier aktiv ist: Sonst habe die Kommune keine Möglichkeit, Zahl und Verteilung der Flüchtlinge zu steuern. „Wir hätten über 600 Flüchtlinge in der Stadt, wenn das Landratsamt alle privaten Angebote akzeptiert hätte.“ Feigl dankte auch den etwa 120 Mitbürgern, die ehrenamtlich Asylbewerber betreuen.

Tram Zur angestrebten Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn gibt es neue Kostenberechnungen, teilte Rolf-Dieter Reinhardt von den Stadtwerken Königsbrunn mit. Bürgermeister Feigl verriet, dass damit die Zahlen von 2012 – damals stand ein Betriebskostendefizit von jährlich über zwei Millionen Euro im Raum – „extrem reduziert“ wurden. Ende November werde es ein Spitzengespräch mit Landrat Sailer sowie dem Augsburger OB Gribl und Stadtwerke-Chef Casazza geben, dann müssen die zuständigen politischen Gremien entscheiden. "Region Augsburg Seite 35

Königstherme Feigl berichtete, dass für das Unternehmen ein ordentliches Insolvenzverfahren eröffnet wurde. „Das bietet die Möglichkeit, mit einem Ansprechpartner was zu entwickeln.“ Nach seiner Einschätzung gibt es „zwei bis drei seriöse Investoren“. Die Stadt werde demnächst die Statik des großen Halle prüfen lassen, um den Insolvenzverwalter in seiner Aufgabe zu unterstützen.

Sozialwohnungen Seit 1999 habe sich die Zahl der Sozialwohnungen in Bayern halbiert, berichtete Günter Riebel, Chef der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG. Die Landesregierung werde nun verstärkt fördern, auch in Königsbrunn sollen mehr Sozialwohnungen entstehen. Die Stadt hat ein 45 Jahre altes Haus an der Föllstraße gekauft. Das wird die GWG sanieren und mit einem angrenzenden Neubau (auf dem früheren Kolping-Areal) 47 Sozialwohnungen schaffen. An der Bodenseestraße werden zudem 18 Seniorenwohnungen und eine Tagespflege entstehen.

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