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Bobingen

02.03.2012

Für den „Naturschutz“: Alle Bäume weg

Das tut Mitgliedern des Bund Naturschutz und der evangelischen Gemeinde weh: Entgegen der Planung wurden für ein neues Baugebiet an der Greifstraße alle Bäume gefällt.
Bild: Pitt Schurian

Weil Stämme nur im Winter gefällt werden sollen, gab es an der Greifstraße einen vorzeitigen Kahlschlag

Ottmar Vellinger, Vorsitzender des Bund Naturschutzes in Bobingen, empfindet „Wut und Unverständnis" über die Baumfällaktion der Stadt im Baugebiet Greifstraße / Hochfeldstraße. Die Stadt beruft sich auf Zeitdruck durch ein Naturschutzgesetz, das Baumfällungen nur im Winter zulasse. Daher sei der Abschluss des Verfahrens für einen Bebauungsplan nicht einzuhalten gewesen. Sie kündigte Ersatzpflanzungen und ein klärendes Gespräch an.

Viele Bürger hätten sich empört und Hilfe suchend an den Bund Naturschutz gewandt, sagt Vellinger. Er erinnert: In einem ersten Bebauungsplanentwurf sei vorgesehen gewesen,  alle Bäume, die für die Erschließung und Bebauung nicht entfernt werden müssten, zu erhalten. „Nun wurden die Pläne geändert, und noch bevor die neuen ausgelegt waren und bevor die geänderten Planungen im Bauausschuss zur Abstimmung vorlagen, wurden sämtliche Großbäume auf dem gesamten Baugebiet abgeholzt. Der evangelischen Kirche als Nachbar wurde sogar noch nahegelegt, einen grenznahen Baum auf ihrem eigenen Grundstück zu fällen.“ In der Ausschreibung der Bauplätze waren zunächst ausdrücklich Kaufinteressenten gesucht worden, die hohe Bäume in der Nachbarschaft akzeptieren und erhalten wollen. 

Für die Stadt Bobingen antwortete Barbara Tugemann auf eine schriftliche Anfrage unserer Zeitung. Die Kernaussage ihrer ausführlichen Darlegung: „Im Laufe der fortschreitenden Planungen für die Erschließung hatte sich gezeigt, dass die bestehenden Bäume auf dem Gelände leider nicht erhalten werden konnten.“ Vor allem sei dies durch die jeweils großen Wurzelbereiche der einzelnen Bäume bedingt, die später in Baugruben geragt wären oder unterirdische Entwässerungsanlagen gefährdet hätten. Auch einige kleinere Bäume hätten durch die Nähe zu einzelnen Baustellen keine Überlebenschance gehabt.

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Wegen der naturschutzrechtlichen Vorgaben und einer Bauzeit von mehr als fünf Monaten ergab sich für die Stadt: Die Bäume mussten noch im Februar gefällt werden. Bürgermeister Bernd Müller bietet deshalb dem Bund Naturschutz und der evangelischen Kirchengemeinde ein Gespräch an, bei dem die Notwendigkeit der Baumfällung auch anhand von Plänen nachvollziehbar dargestellt werde.

Lesen Sie mehr über die Diskussion um die Baumfällaktion in der Samstagausgabe der Schwabmünchner Allgemeinen und der Augsburger Allgemeinen / Königsbrunner Zeitung.

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