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Schwabmünchen

01.02.2016

Für die Bäckerei Vögele ist der schnelle Aufstieg beendet

Konditoreimeisterin Maria Theresa Sedlmair und der Inhaber der Bäckerei Vögele, Alexander Münch, backen Küchle. Künftig aber nur noch für zwei Filialen.
Bild: Galina Bauer

Schwabmünchner Betrieb meldet am Montag Insolvenz an. Wie es weitergehen soll

Mit frischen Semmeln aus einer traditionsreichen Handwerksbäckerei kann die Stadt Schwabmünchen schon seit 1906 dienen. Der Familienbetrieb Vögele erfreute die Schwabmünchner mit seinen Backwaren. Und seit 2010 wehte ein frischer Wind durch die Backstuben. Alexander Münch übernahm den Betrieb Vögele. Seitdem wurde Expansion ganz großgeschrieben. Doch die Zeiten sind nun vorbei.

„Es lief in Schwabmünchen sehr gut“, sagt Münch. Die Prognosen seien anfangs sehr vielversprechend gewesen. „Daher haben wir entschieden, uns zu erweitern“, sagt er. Vor zwei Jahren übernahmen sie zunächst die Bäckerei und Konditorei Gerum. Die Standorte Untermeitingen, Wehringen, Bobingen und Großaitingen kamen hinzu. Ende 2014 renovierte Münch zunächst das Café in der Ferdinand-Wagner Straße in Schwabmünchen. Zwei Monate später rundete die Wiedereröffnung in der Hochstraße in Bobingen die Neuausrichtung ab. Anschließend kamen Filialen in Göggingen und Haunstetten dazu. Alles in allem handelt es sich zur besten Zeit um neun Filialen.

Was nach einem großen Erfolg klang, entwickelte sich im Laufe des vergangenen Jahres zum Gegenteil. Wehringen und Großaitingen wurden geschlossen. Jetzt zieht Münch die Notbremse. Am heutigen Montag stellt der Bäcker in Augsburg Antrag auf Insolvenz. „Wir sind relativ früh dran. Wir stoßen Filialen ab, damit das Kernhaus weiter bestehen kann“, hofft Münch. Dem Plan nach sollen die beiden Filialen in Schwabmünchen und auch in Untermeitingen bestehen bleiben.

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Gründe für die Schließungen seien zum einen Personalprobleme, „aber auch heruntergewirtschaftete Filialen“, erklärt Münch. „In Augsburg und Bobingen beispielsweise geht man etliche Stufen zur Filiale hinauf. Ältere Menschen können das zum Teil nicht überwinden“, sagt Münch.

Was nun mit dem Personal geschieht und ob es zu einer Übernahme kommt, weiß er nicht. „Es tut uns um jeden Mitarbeiter leid“, so der Bäcker. Ein Lichtblick gebe es dennoch bei dieser Misere. „Es gibt drei Interessenten. Sollten die Filialen übernommen werden, dann würden die Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden.“ Von wem und vor allem wann das geschen soll, sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings unklar.

Nun soll sich der Betrieb erst einmal wieder erholen. So möchte die Bäckerei Vögele wieder darauf setzen, was sie am besten kann. „Das Pralinen- und Holzofenbrotangebot soll erweitert werden“, sagt er. Wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, kann Münch sich vorstellen, einen Tag der offenen Tür einzuführen, um seine Produkte vorstellen zu können.

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