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Porträt

24.02.2015

Fußball ist sein Leben

Große Reden schwingen, das ist eigentlich nicht sein Metier. Umso mehr begeistert sich Georg Bucher
Bild: Reinhold Radloff

Georg Bucher aus Schwabmünchen hat keine Zeit für Langeweile und Unsinn

Wer ihn nicht kennt, der ist kein Fußballer. Nein, die Rede ist nicht von Manuel Neuer oder Franz Beckenbauer. Es geht auch nicht um den Weltfußball, sondern um den lokalen Fußball. Und da ist der frischgebackene 60er bekannt wie ein bunter Hund.

Markant, robust, fachkundig, beschlagen, so kennen die Fußballer Georg Bucher, dessen sportliche Karriere einen schwierigen Start hatte: „Meine Eltern waren Bauern. Ich musste immer auf dem Hof helfen und durfte erst mit 16 Jahren zum Kicken.“ Und weil er nicht gerade der größte Techniker war, stellten sie ihn ins Tor, wo er auch blieb, und zwar ganz erfolgreich, ob zunächst in Langerringen oder dann in Schwabegg. Er galt als guter Elfmeterschütze bis zu seinem Karriereende.

Gefürchtet war er teilweise auch als harter Schiedsrichter, und das 42 Jahre lang, und als Linienrichter bis hinauf in die Landesliga. Seit der Jahrtausendwende teilt er zusätzlich sogar die Schiris ein. Und seinen Lieblingsjob in Sachen Fußball übt er inzwischen schon seit 20 Jahren aus: Spielgruppenleiter.

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Jahr für Jahr nahm er mehr Ligen dazu. Heute ist der gelernte Mechaniker für acht Spielgruppen zuständig und hat sie fest im Griff. „Diese Arbeit macht mir viel Spaß, auch wenn viel Arbeit damit verbunden ist. Ich liebe meine Ligen,“ sagt Bucher, der nicht nur viel hinter dem PC, sondern auch auf den Fußballplätzen zu finden ist und dort gerne seine Entscheidungen verteidigt.

Auch wenn nicht immer alle mit ihm und seiner harten Linie einverstanden sind, der „Schorre“ genießt hohe Anerkennung bei seinen Vereinen, wird immer und gerne um Rat gefragt. „Ich habe ein gutes Verhältnis zu den Clubs“, freut sich der Fußballkenner, dem fachlich so schnell keiner was vormacht. Außerdem besitzt er ein phänomenales Fußballgedächtnis, kann Spiele, die schon 20 oder 30 Jahre zurückliegen, noch wie eine Livereportage erzählen. Wer jetzt glaubt, dass der Schwabmünchner sich nur für Fußball interessiert, der irrt. Zwölf Jahre spielte er Schach – auch in der Mannschaft. Er hörte nur auf, weil das Rauchverbot kam. „Ohne meine Zigarette geht gar nichts“, sagt er und steht zu seinem Laster und seinem zweifarbigen Oberlippenbart.

Und noch ein Hobby hatte Bucher: Schießen. Zwölf Jahre schoss er Rundenwettkämpfe mit Gewehr und Pistole für Schwabegg, war sogar mal Schützenkönig in seinem Geburtsort Langerringen. Alles, was er sportlich macht, macht er lange. Dafür hielt er es bei der Bundeswehr nur ganze 18 Tage aus. „Eigentlich wollte ich ja mal Z4 werden, aber dann war ich doch froh, aus gesundheitlichen Gründen so schnell wieder raus zu sein.“ Also nichts mit Zeitsoldat. Unstet gestaltete sich auch sein Berufsleben: Maschinenbauer, Installateur, Heizungsbauer, Betriebsschlosser, Versicherungskaufmann, Schichtführer und zuletzt Hausmeister bei der Regierung von Oberbayern in München.

Jetzt genießt das Multitalent seinen Ruhestand oder besser Unruhestand. Denn dem Fußball und mit ihm der vielen Arbeit bleibt er auch weiterhin gerne treu. Freizeit oder gar Langeweile, das kannte Bucher ein Leben lang nicht, denn neben all seinen Beschäftigungen hat er ja auch noch Familie, in der er von anfang an für eine klare Linie sorgte: „Erst kommt der Fußball und dann alles Andere. Das erklärte ich meiner Frau Petra noch vor der Heirat. Dafür wusste sie, dass ich keine Zeit für Unsinn habe. Und so funktioniert unsere Ehe bis heute bestens.“

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