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03.07.2010

Gablinger stimmen über den geplanten Solarpark ab

Um eine Freiflächen-Photovoltaikanlage wie hier bei Heretsried geht es im Bürgerentscheid am Sonntag in Gablingen. Archivfoto: Merk

Gablingen Der Streit um den Bau der Photovoltaikanlage am Rande von Gablingen-Siedlung geht morgen in seine vorerst letzte Runde. Beim Bürgerentscheid können die Bewohner des Gemeindegebiets entscheiden, wie die Ackerflächen künftig genutzt werden.

Die Frage auf den Wahlzetteln lautet: "Befürworten Sie, dass die Gemeinde Gablingen ihre Pläne aufgibt, eine Freiflächen-Photovoltaikanlage in Gablingen-Siedlung zu genehmigen?"

Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Wer mit "Ja" stimmt, votiert für das Anliegen des Bürgerbegehrens und gegen den geplanten Bau der Anlage. Mit "Nein" stimmt man für die Gestaltung der Solaranlage, wie sie im Gemeinderat akzeptiert worden war.

Diese Ausgestaltung gefällt den Mitgliedern der Bürgerinitiative um Hermann Raiser und Rainer Ptok überhaupt nicht. Bis auf 80 Meter soll die Anlage laut Plan an die Häuser der Gablinger Siedlung heranreichen. Zu nah, finden die Einwohner: Sie befürchten, dass sie durch Reflexionen von der Anlage geblendet werden. Außerdem würde der Wert der Häuser und angrenzenden Grundstücke gemindert.

Gablinger stimmen über den geplanten Solarpark ab

Zudem sei der Nutzen der Anlage langfristig eher gering, argumentieren die Initiatoren. "Die hier angewandte Technik wird in wenigen Jahren veraltet sein, die Anlagen stehen aber mindestens weitere zwanzig Jahre", heißt es auf einem Flugblatt. Wirklichen Nutzen davon hätten ohnehin nur die Betreiber, die Einspeisungsprämien vom Staat kassieren würden.

Im Rathaus sieht man dem Votum gelassen entgegen

Im Gablinger Rathaus sieht man der Abstimmung gelassen entgegen. "Wenn die Bürger dem Begehren zustimmen, ist der Beschluss für uns bindend, der Bauplan in dieser Form damit nicht durchführbar", sagte Bürgermeister Karl Hörmann. Ob ein Solarpark an anderer Stelle entsteht, darüber müsse der Gemeinderat neu beschließen. Die Gablinger Räte hatten dem Bau der insgesamt 12,6 Hektar großen Anlage im vergangenen September einstimmig zugestimmt. Man erhoffte sich dadurch zusätzliche Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Zudem ist die Förderung erneuerbarer Energien im Landesentwicklungsplan vorgesehen.

In den letzten Tagen vor der Abstimmung hat die Bürgerinitiative nochmals versucht, möglichst viele Gablinger auf ihre Seite zu ziehen. Schon im März hatte das Bürgerbündnis 712 gültige Unterschriften gegen den Solarpark gesammelt und so den Entscheid ins Rollen gebracht. (adi)

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