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Königsbrunn

13.09.2018

Gebaut wird wohl nur oberirdisch

Auf dieser Wiese wird einmal die Straßenbahn wenden. Eine Nutzung der Fläche für eine Tiefgarage haben die Stadträte auf Eis gelegt.
Bild: Adrian Bauer

Der Königsbrunner Stadtrat hat die Idee, eine Tiefgarage unter der künftigen Wendeschleife der Straßenbahn zu bauen vorerst verworfen. Wie es dort weitergeht

Die Straßenbahn soll 2021 durch Königsbrunn rollen. Bei der Stadt hat man lange überlegt, ob man das Gelände an der Endhaltestelle im Zentrum nicht doppelt nutzen kann: Unter der Wendeschleife der Tram hätten sich viele eine Tiefgarage als Zweitnutzung der Fläche vorstellen können. Die Pläne eines Architekturbüros überzeugten die Stadträte zwar optisch, der Preis für die 175 unterirdischen Stellplätze dagegen gar nicht.

6,7 Millionen Euro sollte die eingeschossige Parkgarage kosten, rechnete Architekt Robert Meyer vor: „Die Grundwasserthematik, die Sie hier haben, macht den Bau teurer, weil man das mit einberechnen muss.“ Ansonsten habe man sich auf das Wesentliche beschränkt. Zum Beispiel wurde mit einer natürlichen Belüftung und Entrauchung geplant und es wurden Oberlichter als natürliche Lichtquellen eingerechnet. Die Zufahrt sollte über die heutige Busspur von der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße erfolgen. Sparpotenziale sahen die Planer nicht mehr.

Erste Schätzungen gingen von 4,5 Millionen Euro aus

38300 Euro pro Stellplatz war den Mitgliedern des Stadtrats aber unisono zu viel Geld. Bürgermeister Franz Feigl (CSU) erinnerte daran, warum man die Planungen angestoßen hatte: Im Stadtzentrum sollen in den nächsten Jahren neue Wohnungen entstehen. Durch die Neugestaltung der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße und Bauprojekte im Zentrum mit Geschäftshäusern würden aber mehr Stellplätze gebraucht, aber bestehende Plätze wegfallen, zum Beispiel am Marktplatz, wo heute Besucher und Mitarbeiter von Banken und dem Rathaus parken. In ersten Schätzungen sei es um eine Größenordnung von 4,5 Millionen Euro gegangen, sagte Feigl: „Aber für dieses Geld, geht es nicht, so wünschenswert, wie es wäre.“ Das Thema Parken in der Innenstadt werde die Stadt aber in den nächsten Jahren noch beschäftigen.

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Florian Kubsch (SPD) bezweifelte, dass eine Tiefgarage an dieser Stelle überhaupt sinnvoll sei. Als Park&Ride-Parkplatz für Straßenbahn-Nutzer sei eine Garage im Zentrum widersinnig, für Kunden künftiger Geschäfte dagegen schon wieder zu weit weg. Zudem wolle man doch weniger Verkehr auf der Bürgermeister-Wohlfarth-Straße haben und plane nun eine Zufahrt über diese Straße. Kubsch forderte, die Neuordnung des Bussystems wieder in den Blick zu nehmen, gerade um den Menschen aus dem Südteil der Stadt den Zugang zur Tram zu ermöglichen. „Ein attraktiveres Busangebot könnte einige Parkplätze unnötig machen. Aber hier ist seit 2016 nichts passiert“, sagte Kubsch.

Auch Alwin Jung (Grüne) konnte der Garage nichts abgewinnen. „Es ist doch absurd. Park&Ride bedeutet überall, dass man sein Auto außen abstellt und ins Stadtzentrum fährt. Wir machen es genau anders herum.“ Die Prüfung sei sinnvoll gewesen, aber zu diesem Preis sei der Bau den Bürgern nicht zu vermitteln.

Jürgen Raab (Freie Wähler) forderte ein Parkraumkonzept für den Innenstadtbereich zu machen. Ludwig Fröhlich kritisierte, dass bei der Neugestaltung der Innenstadt zu viel Stückwerk produziert werde und die große Vision fehle: „Wir müssen das Gebiet ganzheitlich angehen, mit einer städtebaulichen Planung vom Alten Postweg bis zur Realschule.“

Macht ein Generalunternehmer den Bau günstiger?

Die CSU-Fraktion sprach sich dafür aus, noch zu prüfen, ob sich mit einem Generalunternehmer, der Planung und Realisierung aus einer Hand bietet, noch Geld beim Tiefgaragenbau sparen lässt. „Wir können hier eine Doppelnutzung für ein wertvolles Gebiet bekommen. Diese Chance loszulassen wäre verantwortungslos“, sagte Ingrid Gärtner. Auch Peter Sommer (BbK) plädierte für eine weitere Suche nach einer Möglichkeit, die Garage noch zu realisieren. Die Stadtverwaltung wird dies prüfen.

Deutlich wahrscheinlicher erscheint aber der Bau eines Parkdecks auf dem Areal des bestehenden Parkplatzes P1 an der Eishalle. Die Architekten haben einen Entwurf vorgelegt, der 215 Stellplätze beinhaltet und 4,5 Millionen Euro kosten soll – ein Preis, der den Räten deutlich besser gefiel. Die Entscheidung wurde vorerst zurückgestellt. Man will abwarten, welche Ideen sich beim Architektenwettbewerb für das Thermenareal ergeben, um das Parkhaus dann dementsprechend groß planen zu können. Der Ideenwettbewerb für das Thermengelände soll in der Ratssitzung am Dienstag, 18. September auf den Weg gebracht werden.

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