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Interessengemeinschaft

13.06.2014

Gegner von Windkraft setzen auf Milan-Horste

Droht dem Milan der Absturz? Vogelschützer befürchten negative Auswirkungen auf den Bestand.
Bild: B. Lisse

Naturschutz bei Lamerdingen wird nicht genug gewürdigt. Vogelschützer melden sich jetzt zu Wort

Die „Interessengemeinschaft gegen Windkraft Lamerdingen“ (IG) führt jetzt aktuellen Erkenntnisse über Milanhorste an der südlichen Landkreisgrenze ins Feld, um doch noch den Bau der Windkraftanlagen zwischen Langerringen und Lamerdingen zu verhindern. Sie teilt mit, das der regional bekannte Ornithologe Raimut Kayser aus Dillingen – er war dort 25 Jahre Kreisvorsitzender im Landesbund für Vogelschutz – am Donnerstag, 5. Juni, bei einer Ortsbesichtigung in unmittelbarer Nähe der Windkraftanlagen zwischen Langerringen und Lamerdingen zwei Milanhorste festgestellt, die beide 2014 von den Greifvögeln neu aufgebaut wurden.

Sammelplatz der Greifvögel ist seit sieben Jahren bekannt

Die vorhandenen Horste seien bei der artenschutzrechtlichen Überprüfung im Gutachten nicht aufgeführt worden, moniert zudem die IG. Sie befinden sich in 315 und 800 Metern Entfernung zur geplanten Windkraftanlage 1. Ebenso blieb unerwähnt, dass sich in der Nähe ein Sammelplatz für Milane befindet, wo sich im August zwischen 70 und 80 Rot- und Schwarzmilane gleichzeitig für mehrere Wochen aufhalten. Diesen Sammelplatz hatte bereits 2007 der Landesbund für Vogelschutz (LBV) kartiert.

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Diese Tatsache hätte alleine schon ausgereicht, dass die Baugenehmigung nie hätte erteilt werden dürfen, so Kayser. Mittlerweile hat die „Interessengemeinschaft gegen Windkraft Lamerdingen“ (IG) über ihren Rechtsanwalt Armin Brauns die höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben darüber informiert. Diese hätte längst vom Landratsamt Ostallgäu informiert werden müssen, um den Vorgang rechtlich und fachlich prüfen zu lassen, ist man bei der IG überzeugt. Dies stellt ein großes Versäumnis der Behörde dar, so Kayser.

Ganz anders war es bei ähnlich kritischen Fällen im Landratsamt Dillingen und Donau-Ries, wo frühzeitig die Regierung von Schwaben eingeschaltet wurde. Der 70-jährige erfahrene Greifvogelspezialist Raimut Kayser weist auf die besondere Dichte von Rot- und Schwarzmilanen im direkten Umfeld der Windenergieanlagen hin.

„Es bleibt zu hoffen, dass das Landratsamt Ostallgäu nun endlich diese bisher nicht berücksichtigten, schwerwiegenden Fakten zum Artenschutz in den Abwägungsprozess miteinbezieht“, so Johnny Fritzsche von der IG. (SZ)

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