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Großaitingen

22.06.2020

Gemeinde investiert 4,5 Millionen für die Problem-Kanalisation in Großaitingen

Im Untergrund verschwindet viel Geld: In Großaitingen wird die Kanalisation saniert.
Bild: Alexander Kaya

Plus Abwasserkanal und Kläranlagen sind ein großes Thema in Großaitingen. Nun wird saniert – der erste Bauabschnitt hat begonnen. Die Baustelle rief jüngst Kinder auf den Plan.

Zum Start des ersten Bauabschnitts starteten Kinder einen Aufruf, um Bäume zu retten. „Die Bäume am Oberen Singoldweg werden wegen dieser Baumaßnahmen nicht gefällt, es sind sogar drei Neupflanzungen vorgesehen. Das wurde vom Gemeinderat ausdrücklich mitgeteilt“, sagte Goßner zu der Plakataktion. Der Aufruf wurde über Facebook von Felix Senner, dem Sprecher des Ortsverbandes der Grünen, und vom Fernsehsender a.tv kommuniziert. Dietmar Braunmiller wies als Sprecher für die Gemeinderatsfraktion der Grünen darauf hin, dass ein Antrag auf Baumschutzmaßnahmen gestellt wurde. „Eine Beschädigung der Wurzeln beim Aushub würde sonst zum Absterben führen und das käme einer Fällung gleich“, sagte Braunmiller.

Plakataktion von Kindern wegen der neuen Baustelle

Im Gemeinderat ging es freilich auch ums Geld. Bürgermeister Erwin Goßner gab bekannt, dass unter anderem der in der Haushaltssatzung 2019 festgesetzte Gesamtbetrag für Sanierungen in Höhe von 4,5 Millionen Euro nicht überschritten werde. Außerdem wurde die Neufassung der Entwässerungssatzung aus dem Jahr 1999 von der Kommunalberatung Schneider und Zajontz auf den neuesten Stand gebracht. Rechtsanwalt Klaus Spahn erläuterte die rechtlichen Anpassungen, die aber keine gravierenden Veränderungen bedeuten.

Anders sieht es bei den drei Beitrags- und Gebührensatzungen für die drei Kläranlagen für Großaitingen und die Ortsteile Reinhartshofen und Hardt aus. Deren kleine Anlagen verursachen hohe Kosten, die von wesentlich weniger Nutzern getragen werden müssen. Eine getrennte Kalkulation würde für Großaitingen eine Einleitungsgebühr von knapp zwei Euro, für Reinhartshofen mehr als drei und für Hardt über zehn Euro pro Kubikmeter bedeuten.

Gemeinsame Kläranlage mit Reinhartshofen

Nun ist aber bereits die Auflösung der Reinhartshofer Kläranlage beschlossen, die Ende 2021 mit der gemeinsamen Kläranlage Großaitingen-Wehringen verbunden wird. Die Kläranlage Hardt hat noch bis 2028 eine Betriebserlaubnis und soll dann ebenfalls stillgelegt werden. Rechtsanwalt Spahn empfahl eine rechtliche Zusammenfassung aller drei Kläranlagen zu einer einheitlichen Anlage mit Umlegung aller Kosten auf alle Bürger.

Bei der Berechnung der Herstellungs- und Einleitungsgebühren müsse berücksichtigt werden, wie sich die Umstellung des Vakuumsystems auf den Freispiegelkanal und der Bau der Druckleitung von Reinhartshofen nach Großaitingen auswirken. Dazu müssen noch genaue Zahlen erhoben werden, eine vorläufige Schätzung geht von einer einheitlichen Einleitungsgebühr von etwa 2,30 Euro pro Kubikmeter aus. Die genaue Berechnung soll bis zum Jahresende vorliegen.

Künftige Abwassergebühr in Großaitingen von 2,30 Euro

Deshalb hat der Gemeinderat mehrheitlich bei drei Gegenstimmen die aktuellen Satzungen mit den einzelnen Gebühren pro forma zum 1. Juli beschlossen. Es besteht der feste Wille, vor Jahresende eine einheitliche Gebührensatzung zu erlassen. Bis dahin bleibt es beim bisherigen Gebührensatz, die getrennt errechneten Gebühren sollen also nicht erhoben werden. Inzwischen liegt auch die Zusage des Wasserwirtschaftsamts vor, dass ein rechtlicher Zusammenschluss der Entwässerungseinrichtungen nicht "förderschädlich" ist.

Lesen Sie hier mehr zur Sanierung der Vakuumkanalisation.

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