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Mickhausen

06.09.2012

Gemeinderat zieht ins Schloss um

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Freut sich über seine neuen Kanzleiräume in der Schlossanlage Mickhausen: Bürgermeister Hans Biechele.

Das Provisorium hat ein Ende. Mickhauser Gremium tagte 34 Jahre lang im Feuerwehrhaus Münster. Am Montag, 17. September, ist die erste Sitzung im neuen Saal

Wenn am 16. September mit einem Festakt und einem „Tag der offenen Tür“ der neue Schlosshofsaal im Ortszentrum von Mickhausen feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben wird, dann wird in der fast 850-jährigen Geschichte der Staudengemeinde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Denn neben dem Veranstaltungssaal und dem darüberliegenden neuen Schützenheim bezieht auch die politische Gemeinde in den vormaligen Ökonomiegebäuden ihr neues Domizil. Unter der ebenso wohlklingenden wie repräsentativen Adresse „Schlosshof 1“. Für den Gemeinderat und die Gemeindeverwaltung geht mit dem Einzug ins Schloss ein langes Provisorium zu Ende. Mehr als 34 Jahre lang, seit dem Start der kommunalen Gebietsreform am 1. Mai 1978, war die Gemeinde mangels eines eigenen Rathauses Dauergast im Feuerwehrhaus in Münster. Nach der Fertigstellung des Schlosshofsaales tritt der Gemeinderat künftig hier zu seinen Sitzungen zusammen. Die Räume der Gemeindekanzlei werden an die Feuerwehr Münster zurückgegeben.

Die definitiv letzte Ratssitzung im Münsterer Feuerwehrhaus fand am 13. August statt. Dritter Bürgermeister Walter Lämmermeyer, seit 1990 im Kommunalparlament, ist der dienstälteste Gemeinderat. „Es war schon ein komisches Gefühl, als ich nach 22 Jahren zum letzten Mal auf meinem Stammplatz im Feuerwehr-Aufenthaltsraum saß“, sagt der 49-Jährige und lacht. „Aber jetzt freue ich mich mit allen Kolleginnen und Kollegen auf unser neues Domizil im Schloss!“

Die Dienstgeschäfte wurden im Wohnzimmer erledigt

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Nach der Eingemeindung der vormals selbstständigen Gemeinden Münster und Grimoldsried stellte sich im Mai 1978 die Frage, wo denn künftig der neue Gemeinderat tagen soll. Da traf es sich gut, dass in Münster wenige Jahre vorher ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut worden war. Die Eingemeindung nach Mickhausen und das 100. Gründungsfest der örtlichen Feuerwehr (1977) vor Augen, hatten die Münsterer in einer groß angelegten Gemeinschaftsaktion auf dem Grundstück des vormaligen Rösch-Anwesens im Dorfzentrum ihr neues Feuerwehrhaus errichtet. Neben einer geräumigen Fahrzeughalle wurde auch ein Schulungs- beziehungsweise Aufenthaltsraum angegliedert. Einen weiteren Raum hatte bereits Josef Raffler (1911 bis 1998), der letzte selbstständige Bürgermeister des kleinen Dorfes, in seinen letzten Dienstjahren als Amtszimmer genutzt. Und zwar „auf Gastrecht“, wie das Münsterer Original augenzwinkernd immer wieder betonte. Noch bis Mitte der 1970er-Jahre wurden die kommunalen Dienstgeschäfte im Rafflerschen Wohnzimmer erledigt. Eine Praxis, die früher in vielen ländlichen Gemeinden üblich war.

Am 1. Mai 1978 wurde dann Alfred Böhm (1922 bis 1988) als erster Bürgermeister der „neuen“ Gemeinde Mickhausen Hausherr in der Gemeindekanzlei im Münsterer Feuerwehrhaus. 1982 folgte ihm der heutige Altbürgermeister Anton Müller nach, der bis 2008 die Geschicke der Staudengemeinde lenkte und die Amtsgeschäfte vor vier Jahren an seinen Nachfolger Hans Biechele übergab. Zu diesem Zeitpunkt waren die Weichen für den Umzug in die Schlossanlage nach Mickhausen schon gestellt.

Im Dezember 2001 hatte die Gemeinde einen Großteil der ehemaligen Ökonomiegebäude der Schlossanlage im Ortszentrum (Nord- und Ostflügel) und den gesamten Schlosshof vom Grafen Rechberg gekauft. Bis zum Vorliegen einer Baugenehmigung für das neue Gemeindezentrum (2008) und bis zum ersten Spatenstich im Dezember 2009 sollten jedoch noch weitere Jahre vergehen, in denen das Vorhaben immer wieder auf der Kippe stand.

Räume entstanden früher als ursprünglich geplant

Früher als zunächst geplant, entstanden in den vergangenen Monaten an der Nahtstelle zwischen dem Ost- und dem Nordflügel im Obergeschoss die beiden neuen Räume für die Gemeindeverwaltung (insgesamt 60 Quadratmeter). Im Laufe der Bauarbeiten, so Bürgermeister Hans Biechele, habe sich gezeigt, dass es unsinnig gewesen wäre, die Kanzleiräume jetzt auszusparen und in ein, zwei Jahren erneut die Handwerker anrücken zu lassen. Zumal durch günstige Ausschreibungsergebnisse an anderer Stelle mit dem Umzug der Gemeindekanzlei keine Kostensteigerung verbunden gewesen sei.

Die erste Sitzung des Gemeinderates im neuen Schlosshofsaal findet am Montag, 17. September, um 19.30 Uhr statt.

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