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Landkreis Augsburg

28.01.2017

Gemeinsam beten – am Handy

Täglich werden Gebetsimpulse über den Nachrichtenservice WhatsApp verschickt.
Bild: Berthold Veh (Symbolfoto/Archiv)

Über den Nachrichtenservice WhatsApp werden im Bistum Augsburg Gebetsimpulse verschickt. Pfarrer aus der Region befürworten unterschiedliche Aspekte des Konzepts.

Das Bistum Augsburg bietet seit Mitte Januar unter dem Namen „einfach gemeinsam beten“ ein neues Gebetsnetzwerk an. Dazu werden täglich Gebetsimpulse über den Nachrichtenservice WhatsApp verschickt. Das Bistum möchte damit in erster Linie jungen Christen Hilfestellung für ihr „Gebetsleben“ geben. Dabei werden kleine regionale Gruppen mit höchstens 30 Nutzern gebildet. Das wird organisiert von Jugendpfarrer Daniel Rietzler in Weißenhorn und ist wichtig für den zweiten Schritt. Denn den Nutzern soll zudem die Möglichkeit von Treffen außerhalb der virtuellen Welt angeboten werden. Bisher haben sich mehr als 1500 Gläubige aus Deutschland und Österreich für dieses Angebot angemeldet. Die Idee kommt auch bei den Pfarrern der Region gut an.

Eine „geniale Kiste“

Schwabmünchens katholischer Stadtpfarrer Christoph Leutgäb bezeichnet die Idee als „geniale Kiste“. Er sieht das Konzept als innovativen Weg. „Die Jugendlichen sind in diesen Medien unterwegs. Dabei wird auch viel Schmarrn gemacht; so wird es sinnvoll genutzt“, sagt Leutgäb. Beten sei nicht alles, erklärt der Pfarrer, „aber wenn wir nicht mehr beten, dann fehlt’s doch“. Die Idee sorge dafür, dass der Draht zu Gott nicht abreißt. Leutgäb, der selbst moderne Medien wie WhatsApp und Facebook nutzt, ist zwar nicht angemeldet, hat dies aber seinen Firmlingen empfohlen.

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Die Nutzung von WhatsApp ist auch für Klosterlechfelds Pfarrer Thomas Demel ein wichtiges Instrument, wobei auch er bislang ohne Bet-Impuls via Smartphone auskommt. „Aber ich möchte mich noch registrieren“, kündigt er an. Das Angebot bekommt auch von ihm gute Noten. „Es ist eine tolle, moderne Methode unserer Zeit, Menschen im Gebet zu vernetzen.“

Bet-Impuls per WhatsApp 

Vor allem für junge Menschen ist dieses Angebot in seinen Augen wichtig. „Die Jugend geht nicht mehr sonntags beim Gongschlag in die Kirche“, stellt er fest. Für Demel ist die Idee an sich nicht ganz neu. „Ich bete mit einem Gläubigen meiner Gemeinde regelmäßig am Telefon“, erzählt er. Den Bet-Impuls per WhatsApp findet er hilfreich, doch die Idee der Treffen der Nutzer hat für ihn mehr Bedeutung. „Der Glaube lebt von der Gemeinschaft und von Beziehungen“, sagt Demel. „Dabei dürfen die Beziehungen nicht zu virtuell sein. Der Blick in ein Gesicht ist wichtig. Auch Gott hat dem Glauben durch seinen Sohn ein Gesicht gegeben“, sagt er.

Sein Bobinger Kollege Thomas Rauch ist ebenfalls von der Idee angetan. „Jede Methode, Menschen zum Beten zu bringen, ist gut“, urteilt er. Das dafür moderne Medien genutzt werden sei toll. Auch die Möglichkeit eines Treffens der Gruppenmitglieder befürwortet Bobingens Pfarrer, wobei er gespannt ist, wie viele Teilnehmer kommen. Für ihn hat aber die erste Stufe, der Nachrichtenversand, den größeren Wert.

Die Kirche lebt nicht hinter dem Mond

Auch bei evangelischen Pfarrern kommt die Idee an. Thomas Huber, Pfarrer in Großaitingen, hat das Angebot noch nicht gekannt. Nach einer kurzen Information gibt er zu, „fast ein klein wenig neidisch auf die Idee zu sein“. Vor allem die Nutzung eines modernen Mediums lobt er. „Das zeigt der Jugend, dass die Kirche nicht hinter dem Mond lebt“, so Huber, der wie seine katholischen Kollegen den Nachrichtendienst WhatsApp nutzt. „Gerade für die Kommunikation mit jungen Menschen ist das wichtig. Die Variante des Bistums, den Dienst spirituell zu nutzen, finde ich super.“

Ähnlich sieht es Königsbrunns evangelische Pfarrerin Elisabeth Knopf: „Seit Langem ist ein Merkmal gelebten Glaubens im evangelischen Bereich das Lesen der täglichen Losung der Herrnhuter Brüdergemeinde sowie der im Büchlein abgedruckten Gebete.“ Für junge Menschen sei das vielleicht etwas verstaubt, denn ihr Medium sei das Handy, das sie ständig bei sich haben. „Für sie ist der Umgang mit WhatsApp-Gruppen etwas völlig Normales. Ihnen hier eine Plattform zu bieten, mit der sie ihren Glauben im Alltag leben können, ist nicht nur zeitgemäß, sondern sehr zu begrüßen“, sagt Knopf.

Kontakt und weitere Informationen zum Beten in der virtuellen Welt bei Jugendpfarrer Daniel Ritzler in Weißenhorn unter Telefon 0176/87202838 oder per E-Mail an daniel.rietzler@bistum-augsburg.de

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