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Landkreis Augsburg

18.04.2017

Gersthofen holt Königsbrunn fast ein

Die Bevölkerung im Landkreis Augsburg wird aus statistischer Sicht gesehen immer älter.
Bild: Marijan Murat, dpa

Wir zeigen, wie sich die Einwohnerzahlen im Landkreis entwickeln sollen.

Wie sieht der Landkreis Augsburg in 20 Jahren aus? Ist zwischen Neusäß und Augsburg rund um die Uni-Klinik ein neuer Stadtteil entstanden? Haben sich auf dem Lechfeld weitere Unternehmen niedergelassen und machen den Landstrich an der B17 zu einem Jobmotor für die ganze Region? Und: Ist Gersthofen drauf und ran, Königsbrunn den Rang als bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis abzulaufen?

Genau dieses Szenario beschreibt die neue Bevölkerungsprognose für den Landkreis Augsburg. Darin haben beide Städte mehr als 26000 Einwohner, was im Vergleich zu den heutigen Zahlen (Stand 2015) bedeuten würde: Gersthofen legt zu, Königsbrunn verliert.

Die Berechnung geht insgesamt davon aus, dass das Augsburger Land Zuzugsgegend bleibt und die Bevölkerung dementsprechend wächst – von rund 245000 auf 266000. Gewinner und Verlierer sind dabei höchst ungleichmäßig verteilt und sollen – wie unsere Karte zeigt – zum Teil direkt nebeneinander liegen.

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So kommt die Bevölkerungsprognose zustande

Wie die Berechnung zustande kam, erklärt Christian Rindsfüßer. Der Neusässer ist Chef des Statistik-instituts Sags, das im Auftrag des Landkreises Augsburg tätig war. Laut Rindsfüßer waren drei Faktoren wichtig. Einmal die zu erwartende Sterblichkeit, die sich aus der Altersstruktur der Bevölkerung sowie der durchschnittlichen Lebenserwartung speist. Der zweite Punkt ist die Zahl der zu erwartenden Babys. Hier spielt die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter sowie die durchschnittliche Zahl der Geburten pro Frau eine wichtige Rolle.

Knifflig wird es beim dritten Faktor, der letztlich entscheidet, ob die Städte und Gemeinden im Landkreis Augsburg Einwohner gewinnen: Zuzüge. Und vor allem: Wer kommt? Platt gesagt: Ein neues Seniorenheim führt zu betagten Neubürgern, ein Baugebiet bedeutet dagegen eher junge Familien mit Kindern.

Hier stützt sich Rindsfüßers Institut neben statistischem Material auch auf die Einschätzungen der Bürgermeister. Schließlich wüssten die am besten, wie sich ihre Orte in den nächsten Jahren entwickeln könnten. Rindsfüßer räumt aber ein, dass die Rathauschefs mitunter sehr unterschiedliche Lagebeurteilungen abgeben. „Das ist eine Mentalitätsfrage. Mancher ist halt optimistischer als der andere.“

Die Tendenz stimmt, trotz örtlicher Ausnahmen

Trotz dieser Unschärfen sei die Prognose für die Städte und Gemeinden ein wichtiges Hilfsmittel, sagt der Jugendhilfeplaner am Landratsamt, Günter Katheder-Göllner: „Es gibt vielleicht örtliche Ausnahmen, aber die Tendenz stimmt schon.“ So könnten die Kommunen planen, ob sie in weitere Kitas investieren müssen oder eher in ein neues Altenheim.

Alle sechs Jahre lässt der Landkreis eine Bevölkerungsprognose erstellen. Sie ist laut Katheder-Göllner als Fortschreibung der aktuellen Lage zu sehen – dementsprechend unterschiedlich können die Ergebnisse der einzelnen Prognosen ausfallen. Gingen frühere Werke von einer Stagnation der Einwohnerzahl aus, ist jetzt wieder von einer Zunahme die Rede – seit Anfang des Jahrzehnts verzeichnet der Landkreis Augsburg nach einigen mageren Jahren wieder ein Zuwanderungsplus. Als wichtige Voraussetzung für weitere Zuzüge gilt deshalb die wirtschaftliche Lage mit einer weiter brummenden Jobmaschine.

Mit am meisten überrascht war Katheder-Göllner von der Aussage, dass wieder dauerhaft mehr als 2000 Kinder pro Jahr zur Welt kommen sollen. Wobei das eine der Annahmen ist, die auch vom Zuzug junger Familien abhängt. Deutlich genauer seien die Prognosen in Bezug auf ältere Jahrgänge, weil deren Angehörige nicht mehr so häufig umziehen. Demnach wird bis zum Jahr 2035 der Anteil der 20- bis 60-Jährigen an der Bevölkerung sinken, während ältere Semester zulegen. In 20 Jahren soll jeder fünfte Landkreisbewohner bereits mehr als 70 Jahre alt sein, jeder dritte mehr als 60 Jahre alt. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen (unter 20) wird in etwa wie heute bei 20 Prozent der Gesamtbevölkerung liegen.

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