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Geschäftsaufgaben: Nicht immer auf andere zeigen

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Kommentar Von Michael Lindner
09.11.2018

Immer wenn ein Geschäft in der Innenstadt schließt, ist der Aufschrei in der Bevölkerung groß. Doch Schuld daran sind hauptsächlich die Kunden selbst.

Immer wenn ein Geschäft in der Innenstadt schließt, ist der Aufschrei in der Bevölkerung groß. Viele sind enttäuscht, wenn Traditionsgeschäfte wie „Bobinger Schuh“ oder der „Schrall-Expert Elektronikmarkt“ schließen (Lesen Sie hier den dazugehörigen Artikel: Zwei Bobinger Traditionsgeschäfte schließen ). Doch neben der Enttäuschung, gibt es noch etwas anderes: die Suche nach einem Schuldigen. Beliebtestes Opfer ist dabei die Stadtverwaltung, die schlechte Rahmenbedingungen geschaffen hat. Das mag in manchen Fällen auch stimmen, doch die Hauptschuld trägt jemand anderes: der Kunde selbst.

Vor mehr als zehn Jahren zuletzt bei Bobinger Schuh und Expert Schrall eingekauft

Viele Bürger – mich eingeschlossen – kaufen lieber in einer Großstadt ein, oder shoppen bequem von zuhause aus: bei Internethändlern wie Amazon, Zalando und Co. Doch wann hat man selbst zum letzten Mal kleine Geschäfte vor Ort unterstützt? Bei den beiden bald in Bobingen geschlossenen Geschäften ist es bei mir lange her. Vor 13 Jahren kaufte ich bei Schrall Ersatzklingen für einen Elektrorasierer. Noch länger liegt die Zeit meines letzten Besuchs von Bobinger Schuh zurück. Es war während meiner Schulzeit vor etwa 17 Jahren, als ich dort silberne Sportschuhe kaufte. Viele Jahre lang erwiesen sie mir einen treuen Dienst, doch dann hieß es leider Abschied nehmen: So wie bei den beiden Bobinger Geschäften.

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11.11.2018

Handel ist Wandel. Die Existenz eines bestimmten Geschäfts ist doch kein Selbstzweck, wie eine lieb gewonnene Tradition. Einem Ort fehlt auch nicht plötzlich etwas, wenn ein bestimmtes Geschäft verschwindet - denn sonst wäre ja die für den Betrieb nötige Kundschaft nicht ausgeblieben. Auch ohne das böse Internet, auf das ich definitiv nicht verzichten möchte, kann es ja nicht ohne Folgen bleiben an den Ortsrändern Gewerbegebiete auszuweisen, auf denen sich große, billig hochgezogene Ladenhallen mit großen, kostenlosen Parkplätzen ansiedeln. Fast ausschließlich Filialen größerer, auswärtiger Unternehmen. Auch ohne das böse Internet hat das den kleinen Fachhändlern schon seit Jahrzehnten immer mehr zugesetzt. Und da dürfen die sich bei den jeweiligen Gemeinderäten bedanken, die solchen Gebiete ausweisen. Deshalb gibt's ja nicht plötzlich mehr Kaufkraft. Das ist immer Verdrängung und da gewinnen fast immer die effizienteren Filialisten.

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11.11.2018

PS: lustigerweise geizen die Gemeinden, auch Bobingen, so mit neuen Flächen für dringend benötigten Wohnraum und reden von Nachverdichtung. Ausgerechnet beim Gewerbe hat man ohne mit der Wimper zu zucken östlich der Bahnlinie zig große Gewerbeflächen ausgewiesen, die gut mit Filialisten besetzt sind und den inhabergeführten Geschäften in Hochstraße und Co. das Leben schwer machen. Umgekehrt, Nachverdichtung beim Handelsangebot in den gewachsenen Einkaufslagen und großzügige neue Flächen für Wohnbau, wäre es sinnvoller gewesen. Stattdessen werden in der Siedlung gerade überall Häuschen dazwischen gequetscht, so dass sich die Leute bald gegenseitig beim Mittagessen von Fenster zu Fenster zuschauen können und trotzdem gibt's nicht genug Wohnraum in Bobingen.

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