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Schwabmünchen

22.12.2020

Geschenke, Plätzchen, Christbaum: So gelingt ein nachhaltiges Weihnachtsfest

Für Geschenkpapier, das nach der Bescherung in den Müll wandert, gibt es einige Alternativen.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Plus Geschenkpapier, unnötig verpackte Süßigkeiten, Christbäume, die nach Weihnachten auf dem Müll landen: All das lässt sich vermeiden, sagt eine Expertin.

Viele Menschen versuchen immer mehr darauf zu achten, ihren Alltag nachhaltig zu gestalten und die Umwelt zu schonen. Auch Weihnachten kann man bewusst nachhaltig feiern. Sylvia Schaab ist Mitgründerin vom Forum Plastikfreies Augsburg, das einen Stammtisch zum Thema Nachhaltigkeit in Schwabmünchen organisiert. Für nachhaltige Weihnachtstage hat sie konkrete Tipps.

Bescherung: Nachhaltigkeit fängt bei Weihnachtsgeschenken an. "Wenn man Kinder hat, werden die Geschenke immer mehr, aber muss das wirklich sein? Weniger und nachhaltigere Geschenke sind sinnvoller“, sagt Schaab. Es müsse auch nicht immer alles neu sein. "Spielsachen lassen sich gut weitergeben.“ Das gilt auch für Spielzeug aus Kunststoff oder Plastik. Bei Schaab in der Familie wird Lego und Playmobil, über Generationen weitergegeben. Wer Plastikspielzeug neu kauft, solle darauf achten, dass es nicht zu billig ist und deshalb schnell kaputtgeht. "Leider landet vieles wieder im Müll.“

Nachhaltiges Weihnachten: Backen ohne Verpackungsmüll

Spielzeug und Geschenke lassen sich nachhaltig verpacken: "Verpackungspapier ist zwar nicht aus Plastik, wird aber aufgemacht und dann weggeschmissen“, sagt Schaab. Ihr Tipp: "Es gibt viele Alternativen wie Baumwollsäckchen oder Geschenktücher oder Stoffbeutel, in die man Geschenke einpacken kann.“ Das habe man auch früher schon gemacht, als Geschenke in Küchenpapier gewickelt wurden.

Weihnachtsbäckerei: Beim Backen ließe sich viel unnötige Verpackung vermeiden. "Schokolade kann man unverpackt kaufen und Vanillezucker mit Zucker und Vanilleschoten selber machen. Bei Bäckern, die noch selber backen, sind auch viele Zutaten wie Hefe, Schokolade oder Teig unverpackt erhältlich.“ Kleine, inhabergeführte Bäckereien, hätten einen anderen Bezug zu Verpackungsmüll, weil sie auch selber einkaufen, und brächten ihre Kunden dazu, zum Beispiel eigene Verpackungen für Waren mitzubringen, sagt Schaab.

Auch Keramikbackformen eigneten sich gut zum Backen, weil die schadstofffrei seien. Auch bei Backwaren ist einpacken ein Thema, hier eignen sich Papier- und Zellophantüten oder Gläser. "Auch Stoffbeutel eignen sich gut.“

Expertin: Faire Weihnachtsschokolade ist wichtig

Auch fertige Schokoladenweihnachtsfiguren könne man ohne Verpackung im Schokoladenladen oder beim Bäcker kaufen. Hier empfiehlt Schaab, auf die Herkunft zu achten: "Man sollte schauen, dass man faire Schokolade bekommt, bio ist immer gut und fair wäre noch besser.“

Weihnachtsdeko: Ein großer Teil der Weihnachtsdeko sind Kerzen. Statt welchen aus Paraffin empfiehlt Schaab, Bienenwachskerzen zu kaufen. Bei Weihnachtskarten bevorzugt sie selbst gebastelte von Basaren. "Die sind persönlicher und nicht in Plastik verpackt.“ Selbst basteln kann man auch den Adventskranz und die Deko. Immer neue Weihnachtsdeko kaufen müsse man nicht. "Man braucht ja nicht jedes Jahr neue Christbaumkugeln.“

Weihnachtsbäume zum Leihen sind besonders nachhaltig

Christbaum: In den meisten Wohnzimmern steht jedes Jahr ein neuer Christbaum, und auch der kann nachhaltig sein. "Wer einen frischen Weihnachtsbaum kauft, sollte darauf achten, dass er aus der Region kommt“, sagt Schaab. Dass die Bäume zum Transport in ein Netz gepackt werden, findet sie suboptimal, eine nachhaltige Lösung gebe es dafür aber noch nicht. Wichtig sei auch, dass die Bäume nicht gespritzt sind. Eine neue Option sei es, sich Weihnachtsbäume bei Baumschulen oder Förstereien zu leihen, sie werden im Topf vermietet und anschließend wieder eingebuddelt. Im Landkreis Augsburg ist dieses Modell noch nicht verbreitet. Der Betriebshof der Bayerischen Staatsforsten Zusmarshausen teilt mit, dass dieses Modell noch nicht bekannt sei.

Plastikweihnachtsbäume haben laut Schaab einen Haken: "Der muss ja erstmal hergestellt werden. Bei Kunststoff und Plastik ist immer die Frage, was da eigentlich an Materialien drin ist.“ Kunststoffbäume müssten viele Jahre benutzt werden, damit sich der ökologische Fußabdruck rechnet, sagt sie.

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