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Graben
25.11.2020

Gewerkschaft ruft Amazon-Mitarbeiter in Graben zum Streik auf

Die Mitarbeiter des Amazon-Logistikzentrums in Graben sind zu einem mehrtägigen Streik aufgefordert. Die Gewerkschaft Verdi fordert seit Langem die Einführung von Tariflöhnen und bessere Arbeitsbedingungen.
Foto: Daniel Weber (Symbolbild)

Zur Rabattaktion "Black Friday" sind Amazon-Mitarbeiter in Graben zum Streik aufgerufen. Verdi fordert Tariflöhne und bessere Arbeitsbedingungen.

Zum Auftakt der Rabattaktion "Black Friday", an der sich auch der amerikanische Versandriese Amazon mit zahlreichen Schnäppchen beteiligt, hat die Gewerkschaft Verdi die Amazon-Mitarbeiter in Graben zu einem Streik aufgerufen. Mit Beginn der Nachtschicht am Mittwochabend sollen die rund 1800 Beschäftigten für mehrere Tage ihre Arbeit niederlegen.

"Ob es Amazon wahrhaben will oder nicht, die Wahrheit ist, dass die Arbeitsbedingungen in Corona-Zeiten in Graben nicht gut sind", teilt Sylwia Lech, Gewerkschaftssekretärin im Bereich Handel im Bezirk Augsburg schriftlich mit. Der seit Frühjahr andauernde Onlineboom durch die Corona-Krise habe bereits Spuren bei den Mitarbeitern hinterlassen. "Amazon nimmt wenig Rücksicht auf die Gesundheit seiner Beschäftigten", erklärt Lech.

Graben: Amazon weist Vorwurf der schlechten Arbeitsbedingungen zurück

Die Kritik der Gewerkschafterin: Bei Amazon werde immenser Druck aufgebaut, es gebe permanente Leistungskontrollen, eine schlechte Führungskultur und unzureichende Erholungszeiten. Darüber hinaus seien die coronabedingten Infektionsschutzvorkehrungen mangelhaft.

Der Versandriese Amazon weist sämtliche Vorwürfe zurück. Auf Nachfrage heißt es schriftlich: "Das Lohnpaket samt der Zusatzleistungen und unsere Arbeitsbedingungen bestehen auch im Vergleich mit anderen wichtigen Arbeitgebern in der Region." Nach Angaben des Konzerns liegt der Einstiegsbasislohn in Graben derzeit bei 12,12 Euro brutto in der Stunde.

Weiter heißt es, Amazon biete ein Umfeld, in dem man gerne arbeitet, sich einbringen und erfolgreich sein kann. Die Mitarbeiter würden von exzellenten Löhnen, Zusatzleistungen und Karrierechancen profitieren. Jeder habe die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Führungskräften.

Schon im Oktober haben Amazon-Mitarbeiter in Graben gestreikt

Der Konzern geht außerdem nicht davon aus, dass der mehrtägige Streik Folgen für die Kunden hat. "Auswirkungen auf Kundenlieferungen hatten die Aktionen in der Vergangenheit nicht, der allergrößte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet ganz normal", erklärt der Konzern schriftlich.

Wie viele Beschäftigte sich an dem mehrtägigen Streik in Graben beteiligen, bleibt abzuwarten. Die Gewerkschaft fordert seit Langem die Einführung eines Tarifvertrags und bessere Arbeitsbedingungen.

Erst Mitte Oktober waren Mitarbeiter an mehreren Amazon-Standorten in Deutschland zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Auch in Graben legten 300 Beschäftigte ihre Arbeit nieder. Neben einem Tarifvertrag forderten sie die Wiedereinführung von zwei Euro mehr Stundenlohn, die die Angestellten zu Beginn der Corona-Krise erhielten. Im Juni stellte Amazon die zusätzliche Zahlung ein.

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Die Diskussion ist geschlossen.

26.11.2020

Ich habe länger schon den Vorschlag gemacht, daß Firmen für Roboter die gleichen Sozialabgaben entrichten müssen wie für die Arbeiter, die sie ersetzen.

Aber auf mich hört ja keiner…

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26.11.2020

Und genau dieses in Amazons Augen "aufsässige" Getue der dortigen Belegschaft bringt Amazon letzen Endes dazu möglichst viel Stellen durch weniger anspruchsvolle Roboter zu ersetzen.

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26.11.2020

Wenn es sich lohnt, werden die das machen - ganz egal wie sich die Belegschaft verhält.

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26.11.2020

Belegschaften werden nicht durch Roboter ersetz weil sie mal streiken. Eher weil die Roboter nur mal ne Wartung brauchen. Bei defekt schnell ausgetauscht werden können. Ansonsten 24 Stunden, 7 Tage die Woche arbeiten kann.
Ein Arbeiter / Angestellte wird mal krank, braucht Pause, hat Urlaub, hat Feiertage, erhält diverse Zuschläge, kostet Sozialversicheurngsbeiträge, muss länger angelernt werden, macht mehr Fehler, verletzt sich leichter, braucht eventuell nen Parkplatz, nen Pausenraum oder andere Einrichtungen, ... und bei Stromausfall sehen beide "still".

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26.11.2020

Na ja, die Belegschaft ist selbst schuld, soll sie doch umsonst arbeiten...

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