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Graben

12.04.2019

Graben erlebt einen Hauch von Wien

Die Philhamonia Schrammeln Augsburg mit Christian Echl (Violine), Beate Färber (Violine), Heiner Lehmann (Konzertgitarre), Stefan Schwab (Klarinette), und dem "Wiener Strizzi" (Reinhold Zott) unterhielten die Gräbinger mit Wiener Wirtshausmusik bei deftigen Snacks und Wiener Heurigen.
Bild: Petra Manz

Beim Wiener-Heurigen-Abend kommen deutlich mehr Besucher ins Kulturbüro als erwartet. Was die Schrammelmusik von der bayerischen Wirtshausmusik unterscheidet.

Bei 99 verkauften Karten hatte Sabine Biedermann vom Gräbinger Kulturbüro aufgehört, die Gäste zum Wiener-Heurigen-Abend im Büchereibistro zu zählen. Dort hatte man sich auf eine eher kleinere Zuhörerrunde um die Bühne eingestellt, deren Deko einem Wiener Wirtshaus nachempfunden war.

Mit einem Wienerischen „Küss die Hand, die Damen, Servus die Herren“ fand Violonist Christian Echl sofort den richtigen Draht zum Publikum. Die fast ausschließlich der Generation 60 Plus angehörenden Gäste hatten sich an der Theke mit stilechten Getränken und Brotzeitsnacks versorgt: Da wurde kräftig dem Zweigelt und Veltliner zugesprochen und mit Griebenschmalz-, Südtiroler Speckbroten und Liptauer Käseaufstrich eine feste Unterlage im Magen geschaffen.

Über fast drei Stunden mit Unterbrechungspause nahm die Philhamonia Schrammeln Augsburg mit Christian Echl (Violine), Beate Färber (Violine), Stefan Schwab (Klarinette) und Heiner Lehmann (Konzertgitarre) die Gräbinger mit in die Zeit des Wiener Lebens um 1860, wo die Schrammelmusik in aller Munde war und brachten fröhlich gemütliche Atmosphäre in den Raum.

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Das unterscheidet die Schrammelmusik von der bayerischen Wirtshausmusik

Dabei erfuhren die Gäste die Entstehungsgeschichte dieser Volksmusik, die auf die Brüder Johann und Josef Schrammel zurückgeht. Diese gründeten zusammen mit Alois Strohmeyer, damals der beste Gitarrist Wiens, ein musikalisches Terzett, das sich schon bald im Wien der späten 1860er-Jahre einen Namen machte und dieser Art der österreichischen Volksmusik zu Ansehen verhalf. Ähnlich der „Bayerischen Wirtshausmusik“ sind die Melodien der Schrammeln jedoch harmonisch vielfältiger und leben auch von der Larmoyanz des verzögerten Rhythmus, den theatralischen Pausen und Tempoveränderungen.

Christian Echl füllte die Übergänge zwischen Polkas, Steyrischen Tänzen, Märschen, Walzer Klängen mit allerhand Plauderei aus dem Wiener Musik- und Gesellschaftsleben. Der Violonist ist übrigens der einzige Österreicher der Gruppe, alle anderen stammen aus dem Augsburger Raum. Tatsächlich hatte sich die Musikgruppe erst vor zwei Jahren nach intensiven Kontakten mit den Neuen Wiener Concert Schrammeln gegründet, einem der besten österreichischen und international tätigen Ensembles dieser Musikszene.

Besonderen Spaß hatte das Publikum bei den Auftritten des „Wiener Strizzis“, der mit seinen Liedeinlagen, in Anlehnung an das „Wienerlied“, Geschichten von Bratwürsten und Knödeln, Wein, Wien und Liebe zum Besten gab. Kaum zu glauben, dass der schmale, schlacksige Reinhold Zott als in Wiener Mundart singender Geschichtenerzähler tatsächlich Sänger im Opernchor des Staatstheater Augsburg und in Oberottmarshausen zuhause ist.

Zwei Zugaben gab es am Schluss mit dem bekannten Marsch „Wien bleibt Wien“ von Johann Schrammel und und der „Zepperlpolka“, dem letzten Stück, mit dem sich das Publikum flott auf den Heimweg machte.

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