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29.07.2007

Größter Wunsch: Leberkäse mit Kartoffelsalat

Überglücklich schließen Familie und Freunde Christian Rottenegger nach fast sechs Monaten unglaublicher Erlebnisse in die Arme. Gesund und voll von gigantischen Eindrücken kehrte der Extrembergsteiger vom größten Erlebnis seines bisherigen Bergsteigerlebens, der großen Ultratour, zurück. Er hat noch viel zu erzählen.

Mitten im Winter, am 1. Februar, war eine kleine Gruppe mit schwer- bepackten Rädern nach Skardu in Pakistan gestartet. Nach 94 Tagen und 532 Stunden im Sattel und unvorstellbaren 9320 Kilometern später kamen zwei von ihnen, Rottenegger und Andreas Seiler, plangemäß in Skardu in Pakistan an. Noch viel aufregender war anschließend die lebensgefährliche Besteigung des 8035 Meter hohen Gasherbrum II im Karakorum-Gebirge mit einem anderen Team und einem tragischen Ende (wir berichteten).

"Ich in so glücklich", strahlt jetzt Rotteneggers Mutter Brigitte. "Das letzte halbe Jahr war für mich einfach furchtbar. Die ständige Angst um unseren Sohn überstieg fast meine Kräfte." Auch sein Vater Eugen stimmt dem zu und drückte Christian ganz fest an sich.

Am Ende war er "körperlich fertig und geistig total leer"

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"Die Anteilnahme in der Bevölkerung an unserer Tour war riesig. Immer wieder kamen teilweise sogar wildfremde Menschen zu meinen Eltern, sprachen ihnen Trost und Hoffnung zu und stellten sogar Kerzen vor unserem Haus in Bobingen auf", erzählt der Extrembergsteiger, der noch vollkommen unter den Eindrücken seiner Tour steht.

"Zum Schluss war ich körperlich völlig fertig und geistig total leer. Ich wollte nur noch nach Hause", erzählt Rottenegger, der wegen unüberwindbarer Witterungsverhältnisse 300 Meter unter dem Gipfel des Gasherbrum wieder umdrehen musste. "Das war eine besch... Situation."

Was macht jemand, der nach sechs äußerst harten Monaten mit endlosen Entbehrungen in die Heimat zurückkommt zuerst? "Darüber hatten wir uns im Basislager oft stundenlang unterhalten: Ich wünschte mir eine Scheibe Leberkäse mit Kartoffelsalat und bekam sie auch."

Viel zu dürr findet Brigitte Rottenegger ihren Sohn und füttert ihm jetzt die verlorenen zehn Kilogramm wieder an: "Christian kann im Moment unglaubliche Mengen verdrücken."

Wie geht es bei Christian Rottenegger jetzt weiter: "Ich habe viele Presse-, Rundfunk- und Fernsehtermine. Dann muss ich mein Bildmaterial sichten und verarbeiten und die Vorträge vorbereiten. Und schließlich wollen meine Freundin Annette Knipfer und ich auch ein Buch über die Ultratour schreiben."

Sein Beruf als Schreiner muss also noch ein paar Monate warten.

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