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Großaitingen

06.08.2020

Großaitingen: Wie die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche zu ihrem Namen kam

Im ehemaligen Zehentstadel von Großaitingen ist seit 30 Jahren die evangelische Dietrich Bonhoeffer Kirche untergebracht.
Bild: Christoph Lotter

Plus Seit 30 Jahren gibt es die evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Großaitingen. Wie sie entstanden ist und was es mit dem Namen auf sich hat.

Die evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Kirche wird 30 Jahre alt. Ein guter Anlass, um einen Blick auf ihre historische Entstehung zu werfen: Die Idee für einen geeigneten Raum für die evangelischen Christen in Großaitingen nahm 1984 ihren Lauf mit dem Kauf eines 2500 Quadratmeter großen Grundstückes an der Wertachstraße. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die evangelischen Gottesdienste in der Sebastianskapelle oder in einem Kellerraum der Grundschule gefeiert worden.

Für Dietrich Bonhoeffer kam das Kriegsende einen Monat zu spät: Der evangelische Theologe wurde 29 Tage vor der Kapitulation des Deutschen Reiches von den Nationalsozialisten hingerichtet.
Bild: Undatiertes Archivbild, dpa

Nach langwierigen Überlegungen von Gemeindevertretern und Kirchenleitung brachte der damalige Bürgermeister Herbert Meitinger, von Beruf selbst Bauingenieur, den denkmalgeschützten Zehentstadel ins Gespräch. Dieses Haus, als eines der ältesten Gebäude im Ort, war zunächst als künftige Kirche sehr umstritten. „Was wollen wir mit dem Alten Gelump? Soll doch der Blitz neischlaga!“, so lauteten nicht wenige Meinungen. Doch Bürgermeister Meitinger und Pfarrer Müller konnten überzeugende Argumente für den Stadel vorbringen. So wurde der Zehentstadel gegen das bereits erworbene Grundstück getauscht.

Zehentstadel in Großaitingen: Viele halfen bei der Restaurierung

Bei der Restaurierung erlebte die Kirchengemeinde große Unterstützung durch das Denkmalpflegeamt sowie die beiden Architekten Kunz und Stoffels aus Stadtbergen. Ebenso gingen Abstimmung und Zusammenarbeit der verschiedenen Firmen Hand in Hand, dazu auch die Koordinierung ungezählter ehrenamtlicher Mitarbeiterstunden. Nicht zuletzt ermöglichte das Reinigen der alten Balken von Hand die Entdeckung der Jahreszahl 1650 als Entstehungsdatum des Dachgebälkes. Der Ausbau schritt schnell voran.

Namhafte Spenden von ortsansässigen Unternehmen ermöglichten beispielsweise die Errichtung des Altars oder den Einbau des Aufzugs, der sich für den Zugang zum gottesdienstlichen Raum im 1. Stock als unerlässlich erwiesen hat.

Wie die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche zu ihrem Namen kam

Zuletzt bekam die Kirche ihren Namen: Dietrich-Bonhoeffer-Kirche. Zunächst als Vorschlag der damaligen Leiterin des Frauenkreises eingebracht, wurde der bekannte Theologe und Widerstandskämpferzum Namenspatron der evangelischen Kirche erwählt.

Die Einweihung als Kirche konnte am 22. Juli 1990 mit Regionalbischof Merz, Dekan Freudenberger, Pfarrer Müller, Pfarrer Linke, Pfarrer Schaffranek feierlich begangen werden. Auch Vertreter aus der Politik wie der damalige Landrat Vogele und Bürgermeister Burkhard sowie der katholische Pfarrer Riedl zeigten ihre Verbundenheit zur Kommune und der unweit stehenden katholischen Kirche St. Nikolaus. Bis heute ist diese Verbundenheit prägend für das gemeinschaftliche Leben des Ortes.

Evangelische Kirchengemeinde blickt auf 30 Jahre zurück

„Dankbarkeit macht das Leben erst reich“ – mit diesem Zitat des Namensgebers blicken die Evangelischen voll Dankbarkeit auf 30 Jahre Gemeindeleben in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche zurück und achten dabei besonders die guten ökumenischen Beziehungen und den Zusammenhalt mit der politischen Gemeinde Großaitingen. Diese wird sinnbildlich dokumentiert durch die räumliche Nähe der ortsprägenden Gebäude, St. Nikolaus-Kirche, Rathaus und Dietrich-Bonhoeffer-Kirche im Zentrum der 5000-Einwohner-Gemeinde. (SZ)

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