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Abschluss

12.12.2019

Gut 100 Mitwirkende beim Jahreskonzert im Lagerhaus

Das lustige Lied von „Max und der Käsebande“ war so recht nach dem Geschmack des Kinderchores und seiner Leiterin Daniela Dworschak.
Bild: Walter Kleber

Musikverein Walkertshofen lässt das Jahr 2019 mit einem fulminanten Abend ausklingen

Nicht einmal 1100 Einwohner zählt die Staudengemeinde Walkertshofen. Knapp zehn Prozent von ihnen sangen oder musizierten beim Jahreskonzert des Musikvereins im alten Lagerhaus.

Zum Ausklang des Musikjahres war im neuen Veranstaltungssaal beim Bahnhof alles aufgeboten, was unter dem Dach des Musikvereins organisiert ist: von den „Zwergen“ des Kinderchors bis hinauf zum Kapellen-Senior Adolf Beckel, der mit seinen inzwischen 83 Jahren noch immer eine Stütze auf der Trompete ist. Angesichts dieser stattlichen Personaldecke konnte Dirigent Roland Dworschak bei der Programmgestaltung ein weiteres Mal aus den Vollen schöpfen.

Nach der „Ouvertüre“ durch die beiden vereinseigenen Chöre, den Kinder- und den Jugendchor (beide unter der Leitung von Daniela Dworschak), war zunächst die 20-köpfige Jugendkapelle an der Reihe. Zum großen Finale kamen dann die knapp 60 Musiker der Stammkapelle auf der Bühne und stellten – zumindest bei den Fortissimo-Passagen – die Statik des alten Lagerhauses auf den Prüfstand.

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Im 130. Jahr ihres Bestehens steht die Blasmusik auf einem breiten Fundament, das im weiten Umkreis seinesgleichen sucht. Garant dieser Erfolgsgeschichte ist Dirigent Roland Dworschak, der seit fast 30 Jahren in allen Sparten die Fäden zieht und mit seiner gelebten, unermüdlichen Begeisterung für die (Blas-)Musik immer wieder Kinder und Jugendliche ansteckt.

Der Kinderchor hat mit Beginn des Schuljahres kräftig Zuwachs bekommen. Bei den Liedern „Zwei kleine Wölfe“ und „Max und die Käsebande“ waren die Kleinen mit Begeisterung und Eifer bei der Sache. Nach getaner Arbeit legten sie sich zur Überraschung des Publikums – müde und erschöpft – kurzerhand auf der Bühne zu einem Nickerchen nieder. Der Jugendchor präsentierte den Klassiker „Endless Night“ aus dem Erfolgsmusical „König der Löwen“ und „Das Farbenspiel des Winds“ aus dem Indianer-Epos „Pocahontas“. Als Zugabe erzählten die jungen Sängerinnen – ganz im Stil der legendären Comedian Harmonists – die Geschichte vom „Kleinen grünen Kaktus“ und seinem folgenschweren Sturz vom Balkon. Monika Dempfle, Ingrid Leiß, Theresa Gansler und Wolfgang Leiß hatten die instrumentale Begleitung der Chöre übernommen.

Die Jugendkapelle, in deren Reihen auch junge Musikanten vom benachbarten Musikverein Konradshofen mitspielen, wartete mit der heimlichen englischen Nationalhymne „Land of Hope and Glory“ von Edward Elgar und dem fetzigen „Beetle Boogie“ auf. Schlagzeuger Dominik Deuringer hackte beim Titel „Woodpecker“ als Double eines Spechts couragiert auf dem Holzblock herum.

Einen Querschnitt durch nahezu alle Genres der Blasmusikliteratur bot nach der Pause die Stammkapelle. Sie eröffnete ihren Part mit der Hymnus-Fanfare „Vita pro Musica“ – ein Leben für die Musik. Mit der Ouvertüre „Monumentum“ des jungen österreichischen Komponisten Martin Scharnagl ließ die Kapelle prachtvolle Denkmäler und pompöse Bauwerke vor dem geistigen Auge des Publikums entstehen. Südländisch-mediterranes Temperament mit einem Schuss Paso Doble und maurisch-orientalischen Elementen klang aus dem portugiesischen Konzertmarsch „O Vitinho“ heraus. Ein Medley mit den beliebtesten Melodien des Kult-Musicals „Tanz der Vampire“ entführte die Zuhörer kurzzeitig ins Reich des Grafen Krolock im kalten, verschneiten Transsylvanien, ehe Orchester und Publikum auf der legendären „neuen deutschen Welle“ zu einer großen „80er Kult(tour)“ starteten: bei „Skandal im Sperrbezirk“, „1000 und eine Nacht“, „Sternenhimmel“ und „Rock me, Amadeus!“ ging im alten Lagerhaus noch einmal richtig die Post ab. Durch das kurzweilige Programm führten Bernadette Gansler (Chöre) und Vroni Schuster (Kapellen).

Mit zwei Zugaben, dem böhmischen Marsch „Musik, Musik“ von Frantisek Kmoch und dem Adventslied „Macht hoch die Tür“, beschlossen die Walkertshofener ihr Konzert nach langem Applaus.

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