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Königsbrunn

06.12.2019

Gymnasium Königsbrunn unterrichtet Mountainbiking

Das Gymnasium Königsbrunn wird bald Fahrradfahren als Schulfach anbieten. Das Material ist schon da: Insgesamt zehn Mountainbikes samt Zubehör vom Fahrradgeschäft aus der Nachbarschaft. Von links: Leonie Wagner, Eva Trivaks, Steffen Szepan vom Radlmarkt Reim, Radsportlehrer Markus Keck und die Schülersprecher Leonie Abt und Tobi Fackler.
Bild: Daniel Weber

Am Gymnasium Königsbrunn gibt es bald Unterricht im Radfahren. Sportlehrer Markus Keck hat eine Zusatzausbildung gemacht, die Schule hat Räder gekauft.

Wahlfach Mountainbiking, P-Seminar Radsport und differenzierter Sportunterricht auf dem Fahrrad: Das alles steht den Schülern des Gymnasiums Königsbrunn ab dem nächsten Schuljahr offen. Die nötige Ausrüstung hat die Schule schon bekommen: Sportlehrer Markus Keck hat zehn fabrikneue Fahrräder in Empfang genommen.

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„Viele Schüler haben eigene Räder, nun können wir auch diejenigen als der Klasse versorgen, die keine besitzen“, sagt Keck. Für den Unterricht gebe es in der unmittelbaren Umgebung viele passende Übungsumgebungen: Mit Waldstücken, Wiesen, Hügeln geteerten Bereichen und der Skate-Anlage seien viele verschiedene Trainingseinheiten möglich.

Sportlehrer Markus Keck brauchte einen speziellen Lehrgang

Die Idee, den Schülern Unterricht im Fahrradfahren anzubieten, kam von Schulleiterin Eva Focht-Schmidt. „Jeden Herbst haben wir eine Gesundheitswoche, bei der es Radsportangebote gibt“, sagt sie. Sie sei sehr interessiert an weiteren Fahrradaktivitäten gewesen, doch ohne den passenden Lehrer hätte das nicht funktioniert. Den hat sie in Keck gefunden, der kürzlich einen Radsportlehrgang absolvierte. „Auch Sportlehrer dürfen nicht einfach so mit Schülern im sportlichen Sinne Rad fahren“, erklärt Keck. Durch die Fortbildung habe er nun die Erlaubnis.

Gymnasium Königsbrunn unterrichtet Mountainbiking

Die Gelegenheit, die Fahrräder zu kaufen, habe sich sehr kurzfristig ergeben, erzählt der Lehrer: Vor drei Wochen habe sich herausgestellt, dass im diesjährigen Haushalt noch Mittel übrig seien. Weil das Haushaltsjahr aber mit dem November ende, habe er schnell Angebote von mehreren Fahrradgeschäften einholen müssen. Bei dem nahe gelegenen Radlmarkt Reim habe er schnell Rückmeldung bekommen und zu einem sehr guten Preis zehn neue Mountainbikes erstanden. Die hat Verkaufsleiter Steffen Szepan zum Gymnasium gefahren. 500 Euro nimmt er pro Fahrrad statt des Normalpreises von 850 Euro. „Außerdem haben wir noch ein weiteres Paket für die Schüler geschnürt“, sagt er.

Neben den Mountainbikes kaufte das Gymnasium auch Helme

Zehn Helme, dazu ein Montageständer, Luftpumpen und Schläuche hat er mitgebracht. Diese Utensilien sind nicht nur zur Instandhaltung der Räder wichtig, sondern werden auch in den Unterricht eingebunden, versichert Keck.

Die Schüler sollten technische Aspekte wie das Tauschen der Bremsbeläge oder die Reparatur einer Kette lernen. „Es schadet nicht, wenn Gymnasiasten sich auch mal beim Reparieren die Finger schmutzig machen“, sagt der Sportlehrer und lacht.

Einen zweiten Montageständer, eine Luftpumpe und einen Werkzeugkasten hat die Schule in den vergangenen Tagen ebenfalls erhalten, doch das Material hatte gar niemand bestellt. Weil die Schüler des Gymnasiums beim Stadtradeln den dritten Platz belegt und außerdem die meisten Kilometer gesammelt haben, erhielten sie die Ausrüstung als Geschenk.

Das Gymnasium Königsbrunn richtet einen eigenen Fahrradkeller ein

Den Kontakt zum Radlmarkt Reim will Keck auf jeden Fall halten, und das nicht nur für kompliziertere Reparaturen. Er denkt schon über einen Workshop in der Werkstatt des Geschäfts nach. Doch zuerst stehen noch einige Arbeiten im eigenen Haus an: Die neuen Räder bekommen einen eigenen Fahrradkeller, auch eine kleine Werkstatt soll eingerichtet werden. Und auch für die mittelbare Zukunft hat Keck Pläne: „Im Laufe der Jahre werden wir unsere Ausstattung vielleicht erweitern.“

Ein wenig müssen sich die Schüler allerdings noch gedulden, bis sie im Unterricht auf die Räder steigen dürfen, sagt Schulleiterin Focht-Schmidt: „Im laufenden zweiten Halbjahr wird sich nichts mehr ändern.“ Was dann nächstes Jahr auf dem Stundenplan steht, ist noch nicht spruchreif. Aber eines schließt Keck schon einmal aus: „Andere Schulen machen mit den Schülern sogar Alpenüberquerungen mit dem Rad. Das ist eine sehr große Verantwortung für den Lehrer, ich würde das nicht machen.“

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