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Ausflugstipp für Wanderer

17.07.2020

Heimat entdecken: Ein Kirchlein in den Stauden

Zu allen Jahreszeiten ein lohnendes Ziel für Spaziergänger: die „Staudenkapelle“ im Schweinbachtal bei Grimoldsried.
Bild: Walter Kleber

Die Staudenkapelle bei Grimoldsried wurde in den 1980ern von fleißigen Handwerkern errichtet und liegt mitten im Grünen. Warum sich eine Tour dorthin lohnt.

Sie sollte dort errichtet werden, wo die Stauden am schönsten sind – so lautete der Wunsch des damaligen Landrats Franz Xaver Frey. Auf dessen Anregung wurde die Staudenkapelle nach langer Standortsuche schließlich bei Grimoldsried gebaut. Sie liegt idyllisch mitten im Grünen und ist einen Ausflug wert. Denn auch der Weg dorthin ist sehenswert.

Ausgangspunkt der Wanderung ist die Pfarrkirche St. Stephanus im Ortszentrum von Grimoldsried. Parkplätze gibt es beim Friedhof unterhalb der ehemaligen Schule oder beim Gemeinschaftshaus. Auf der asphaltierten, aber wenig befahrenen Schweinbachstraße führt der Weg aus dem Dorf hinaus ins Schweinbachtal.

Ein Abstecher zum Schweinbachof ist empfehlenswert

Das gemächlich dahinfließende Bächlein mündet im benachbarten Münster in die Schmutter. Vorbei am romantischen Grimoldsrieder Dorfweiher geht es weiter in Richtung Süden. Am Köpfingerhof vorbei, kommt rechts bald ein Buchenwäldchen in Sicht. Am Waldrand verlassen Ausflügler die Schweinbachstraße und biegen rechts in den Wanderweg ein, der zur Staudenkapelle führt.

Wer genügend Zeit eingeplant hat, für den lohnt sich vor dem Besuch des Gebäudes ein kurzer Abstecher zum Schweinbachhof – ganz hinten im idyllischen Schweinbachtal. Von hoher Warte aus wandert der Blick über den Einödhof hinweg weit nach Süden. An schönen Tagen grüßen von hier oben sogar die schneebedeckten Alpengipfel – als wären sie nur einen Steinwurf entfernt.

Auf dem Islandpferdehof mit Reitschule, Ferien- und Pferdepensionsbetrieb dreht sich das ganze Jahr über alles um Pferde. Das Ausflugsziel dürfte Kinder besonders freuen. Sie können hier traumhafte Reiterferien genießen. Pferdefreunde jeglichen Alters finden auf dem Hof Erholung und genießen die Pferde und die Natur.

Wem die Staudenkapelle in Grimoldsried ihren Namen verdankt

Doch zurück zur Staudenkapelle: Nach Plänen des damaligen Kreisbaumeisters Hans Schweizer machten sich im Winter 1982/83 Zimmermannslehrlinge des zweiten und dritten Ausbildungsjahres der Berufsfachschule der Handwerkskammer Schwaben in Kempten an die Arbeit.

Bereits am 24. April 1983 wurde die Staudenkapelle von Pfarrer Wilhelm Zettler feierlich eingeweiht. Im Oktober des gleichen Jahres erhielt das kleine Kirchlein mit der Weihe einer Glocke den letzten Schliff. Im November 1987 starb Landrat Frey völlig überraschend an einer Herzattacke. Sein Nachfolger Karl Vogele vollzog im Juni 1988, wenige Monate nach Freys Tod, die Umbenennung des Kirchleins. Seitdem trägt sie den offiziellen Namen Dr.-Franz-Xaver-Frey-Staudenkapelle zum Andenken an den beliebten, leutseligen Landrat.

Neben dem kleinen Kirchlein laden wuchtige Bänke und Tische zum Rasten und Verweilen ein. Bei schlechtem Wetter dient die Kapelle als Unterstand für Wanderer und Waldarbeiter. Vor allem für Kinder ist es ein Erlebnis, einmal am Glockenseil zu ziehen und das Glöcklein zu läuten.

Bei schönem Wetter können Wanderer Drachenflieger im Neufnachtal entdecken

Nach einer ausgiebigen Pause verlassen Ausflügler die Staudenkapelle auf dem Wanderweg in Richtung Westen zur Ortsverbindungsstraße Reichertshofen-Grimoldsried. Linkerhand liegt das Tal der Neufnach. Im Süden erhebt sich der Fernsehturm von Markt Wald im nahen Unterallgäu. Oberneufnach, Mittelneufnach, Reichertshofen und Walkertshofen schmiegen sich ins Neufnachtal.

Von der Anhöhe bei Grimoldsried schweift der Blick nach Westen hinunter ins Neufnachtal. Im Bild: Walkertshofen.
Bild: Walter Kleber

Mit etwas Glück und bei passendem Wetter kann man hier oben im kleinen Weiler Leermoos schon mal Drachenflieger oder Freunde des Modellflugsportes beobachten, die sich oder ihre Fluggeräte von dieser natürlichen Rampe ins Neufnachtal hinuntergleiten lassen.

Zurück führt die Wanderung dann über die Haldenstraße und den kurvigen „Grimoldi-Pass“ oder über die Bergstraße zum Ausgangspunkt ins Grimoldsrieder Dorfzentrum.

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