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Graben

16.02.2018

Hermes liefert 120 Arbeitsplätze

100 Verladetore gibt es im Hermes-Logistikzentrum auf dem Lechfeld. Am 5. März wird der Betrieb gestartet.
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100 Verladetore gibt es im Hermes-Logistikzentrum auf dem Lechfeld. Am 5. März wird der Betrieb gestartet.
Bild: Michael Hochgemuth

Der Versanddienstleister hat in Graben 40 Millionen Euro in sein neuestes Logistikzentrum investiert. Gestern fand die Eröffnung statt – ein Blick ins Innere der Halle.

400 Meter lang und 52 Meter breit ist die von außen fast komplett in blau gehaltene Halle des neuen Hermes-Logistikzentrums in Graben. Im Inneren schlängeln sich unzählige Förderbänder auf mehreren Ebenen durch das Gebäude. Auf diesen Sortiersystemen werden die versandbereiten Kartons gewogen, gescannt und an das richtige der 100 Verladetore verteilt. 13500 Pakete können so pro Stunde auf dem fast 400 Meter langen sogenannten Sorter erfasst werden. Gestern wurde der 40 Millionen Euro teure Neubau mit rund 100 Gästen eröffnet, der in nicht einmal einjähriger Bauzeit errichtet worden ist.

Am 22. Februar 2017 erfolgte der Spatenstich, damals stand lediglich ein Cateringzelt auf der Baustelle. Stolz blickte Markus Hobein, der General Area Manager München und sozusagen das Gesicht von Hermes in Süddeutschland, auf die vergangenen Monate zurück. Den ersten Kontakt zwischen der knapp 4000 Einwohner zählenden Gemeinde Graben und Hermes gab es im Juni 2015, bereits drei Monate später waren alle grundsätzlichen Vereinbarungen getroffen. Es wurde eine Ringstraße gebaut, zudem wurde das sechs Hektar große Areal für rund 80000 Euro auf Kampfmittel untersucht. Die Experten fanden unter anderem eine 225 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg und entschärften sie. Hunderte Angestellte der benachbarten Unternehmen mussten die Gebäude verlassen. Außerdem wurden Splitterbomben und eine Tonne Munition im Boden gefunden.

Graben als südlichster Ankerpunkt von Hermes

Durch das neue Logistikzentrum wurden 120 Arbeitsplätze geschaffen, darüber freute sich auch Landrat Martin Sailer. Trotz einer niedrigen Arbeitslosenquote von unter drei Prozent im Landkreis sieht er durch das nächste Logistikzentrum eine Chance gerade für Menschen mit geringer Qualifikation oder Geflüchtete. Sailer bezeichnete das Lechfeld als Logistikcluster, das eine Strahlkraft weit über die Region hinaus habe und wichtig für den Landkreis sei. Grabens Bürgermeister Andreas Scharf hob die harmonische Zusammenarbeit hervor und sprach von zwei Dingen, die noch fehlen: einer Straßenbeleuchtung, die aber bald folgen werde sowie dem Gemeindewappen – dieses überreichte er an Markus Hobein. Der 47-Jährige bezeichnete den neuen Standort als südlichsten Ankerpunkt von Hermes, der ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt sei. Der operative Geschäftsführer von Hermes, Dirk Rahn, sprach unter anderem von den Vorteilen für die Kunden. Da Hermes deutschlandweit rund 300 Millionen Euro in einen grundlegenden Ausbau der Netzstruktur legt und bis 2020 neun neue Logistikzentren entstehen, erhalten Kunden ihre Pakete „immer schneller und zuverlässiger“.

Logistikzentrum von DGNB ausgezeichnet

Das neue Logistikzentrum in Graben wird nach Unternehmensangaben von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem Gold-Status ausgezeichnet. Grundlage hierfür sind modernste Heiztechnik, ein hoher Isolierungsstandard sowie ein intelligentes LED-basiertes Beleuchtungskonzept, das den Energieverbrauch gegenüber einer konventionellen Beleuchtung voraussichtlich um bis zu 60 Prozent senkt. Hinzu kommt ein effizientes Hallentor-Management, das Leerfahrten vermeidet und die Öffnungszeiten der Tore auf ein Minimum reduziert – dadurch werden Wärmeverluste verringert und Energie eingespart.

Von Graben aus werden Pakete sowohl direkt zu den Endkunden geliefert, als auch zu verschiedensten Zustellbasen gebracht, sagt Hobein. Ein Radius von etwa 120 Kilometer wird seinen Angaben nach vom Logistikzentrum Graben aus bedient. Eine strategische Partnerschaft mit Amazon gebe es bereits, weitere Gespräche laufen derzeit. Hobein macht aber zugleich deutlich, dass der Onlinehändler nicht der Hauptgrund für die Ansiedlung in Graben gewesen sei. Vielmehr gehe es um kurze Auslieferungszeiten und den Preis. Punkte, die nicht nur Hermes in der Vergangenheit überzeugt haben.

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