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Schwabmünchen

05.12.2019

Herr und Frau Eisbär helfen dem Klima

Großeltern für Zukunft – so sind Franz und Monika Hiemer auf den Fridays for Future Demos anzutreffen.
Bild: Christian Kruppe

Plus Nicht nur die Jugend demonstriert für die Zukunft unseres Planeten. Warum die Schwabmünchner Franz und Monika Hiemer in Eisbären-Kostümen auf die Straße gehen

Die Menschen am Schwabmünchner Bahnhof dürften sich langsam an den Anblick gewöhnt haben. Denn immer wieder, vor allem freitags, nimmt ein Eisbär samt weiß gekleideter Begleitung den Zug nach Augsburg. Immer mit dabei sind auch mahnende Protestschilder. Denn Franz und Monika Hiemer machen sich auch zur „Fridays for Future“-Demonstration.

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Was als Schülerprotest begann, hat inzwischen alle Altersklassen erreicht. „Grandparents for Future“ steht auf dem Schild, welches Monika Hiemer dabei hat. Wobei das nicht ganz korrekt ist. „Wir zählen zur Gruppierung „Parents for future“. Großeltern sind zwar viele mit dabei, aber die haben noch keine eigene Gruppe“, erklärt Franz Hiemer. Er und seine Frau würden in beide Gruppen passen. Vier Kinder und zwei Enkel haben sie – und die sind mit der Antrieb, Freitag für Freitag für einen besseren Klimaschutz auf die Straße zu gehen.

Aktivitäten der Kinder als Weckruf

Franz Hiemer ist vom Fach, er ist als Umwelttechniker bei der Stadt Augsburg beschäftigt. „Aber wie viele Andere auch, hatten wir lange Scheuklappen auf“, gibt er selbstkritisch zu. „Klar haben wir zu Hause viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, zudem habe ich ja auch durch meinen Beruf Gutes für die Umwelt auf den Weg gebracht“, ergänzt er. „Aber das reicht nicht“, stellt er unumwunden fest. Die Aktivitäten der Kinder waren wie ein Weckruf: „Die Kinder wollen auch eine Zukunft haben“, so Hiemer.

Herr und Frau Eisbär helfen dem Klima

Schon seit dem Frühjahr sind die beiden bei den Demos mit dabei. Anfangs nur am Rand, doch mit der Zeit sind es immer mehr Erwachsene geworden, die zusammen mit dem Nachwuchs auf die Straße gingen. So wuchsen in Augsburg die „Parents for future“, denen die beiden angehören. Das heißt dann, nicht nur mitlaufen, sondern auch mitmachen. Wenn es in der Gruppierung darum geht, Aktionen zu planen oder Flyer zu erstellen, die beiden sind vorne mit dabei.

Eisbär als traurige Symbilfigur

Für die Hiemers ist es also mehr als „nur“ als Eisbär mit zu laufen. Wobei auch das alleine schon viel bringt: „Immer wieder bekomme ich mit, wie kleine Kinder ihre Eltern fragen, weshalb da ein Eisbär dabei ist. Die erklären dann, was mit dem Eisbären im Polarmeer durch den Klimawandel passiert“, erklärt Franz Hiemer die eigentlich traurige Symbolfigur des Klimawandels – die Bilder der halb verhungerten Tiere auf einsam dahintreibenden Eisschollen sind inzwischen in fast jedem Kopf zusammen mit dem Klimawandel manifestiert.

In seinem „Job“ als Eisbär kommt ihn auch sein großes Hobby, das Laufen zu Gute. „Man braucht schon eine gewisse Kondition, um in dem Kostüm mitzulaufen“, erklärt Franz Hiemer. Doch die beiden machen mehr, investieren viel Zeit, denn „es geht uns alle an“, wie Monika Hiemer klarstellt. Bei den ersten Auftritten der jungen Demonstranten in der Augsburger Politik zählte Franz Hiemer zu den Helfern im Hintergrund. „Ich habe die jungen Menschen ein wenig beraten, wo und wie sie an die Stadt herantreten können“, erklärt er seine Rolle als Mittelsmann zwischen Aktivisten und Politik.

Die Kritik, dass Deutschland das Weltklima nicht alleine retten kann, wischen die beiden vom Tisch: „Wir dürfen nicht auf andere schauen. Es geht uns alle an und jeder muss seinen Teil beitragen.“

Mehr Infos unter

www.fff-augsburg.de und www.parentsforfuture.de/de/augsburg

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