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Großaitingen

07.07.2019

Hochwasser: Anhauser Bach sorgt für Diskussionen

Der Zweckverband Gewässer lädt zur Informationsveranstaltung zum Anhauser Bach. Unter Bürgern aus Hardt und Reinhartshofen kommt es zu Diskussionen.
Bild: Andreas Lode (Archivbild)

Der Zweckverband Gewässer lädt zur Informationsveranstaltung zum Anhauser Bach. Unter Bürgern aus Hardt und Reinhartshofen kommt es zu Diskussionen.

Vor allem Menschen, deren Keller oder Häuser immer wieder unter Wasser stehen, liegt das Thema Hochwasserschutz besonders am Herzen. Das zeigt sich auch auf der Informationsveranstaltung des Zweckverbands Gewässer III. Ordnung im Gasthof Traube in Anhausen. Eigentlich wollen die Verantwortlichen nur die neue Bereschnung des Überschwemmungsgebiets entlang des Anhauser Bachs vorstellen. Diedorfs Bürgermeister Peter Högg, dessen Gemeinde auch im Zweckverband organisiert ist, betont: „Ich sehe das als Planungsempfehlung.“ Trotzdem kommt es zu Diskussionen.

Max Weiß vom Ingenieurbüro Kokai stellt die Ergebnisse vor. Auch er betont: „Alles was ich ihnen heute zeige, bildet die Basis für weitere Schutzmaßnahmen.“

Detaillierte Karten zum 22 Kilometer langen Verlauf des Anhauser Bachs

Die Untersuchungen starteten kurz nach dem Ursprung des Gewässer im Wald südlich von Reinhartshofen. Es sei erst einmal darum gegangen, „den Verlauf des Baches auf den 22 Kilometern bis zur Schmutter so realitätsgetreu wie möglich darzustellen“, erklärt Weiß. Er hat detaillierte Karten mitgebracht.

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Im Fokus steht dabei nicht nur das Gewässer, sondern auch Wiesen, Gebäude und Straßen, die von einem Hochwasser betroffen sein könnten. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang natürlich die Zuläufe. Das Ingenieurbüro hat insgesamt 21 Stellen gezählt, an denen Wasser in den Anhauser Bach fließt. Die Darstellungen gehen von einem hundertjährliches und einem Extrem-Hochwasser aus, das der Experte auch als „1000-jährliches“ bezeichnet – dabei wird mit 60 Prozent mehr Wasser gerechnet, als beim hundertjährlichen Ereignis.

Direkt am Anhauser Bach liegen zwei Ortsteile von Großaitingen: Reinhartshofen und Hardt. Aus beiden Orten sind interessierte Bürger gekommen. Weiß zeigt, wie sich die Hochwasserereignisse auf die Anwohner am Anhauser Bach auswirken können.

Beschwerde: Überflutung in Reinhartshofen auch ohne Extremereignis

In Reinhartshofen würde es zum Beispiel erst bei einem extremen Hochwasser zu Schäden an „hochwertigen Gebäuden“ kommen, so der Experte. Am Tisch der Reinhartshofer entbrennt trotzdem eine Diskussion. Einer der Anwohner am Bach beschwert sich, dass sein Grundstück auch vor zwei Wochen, ganz ohne Extremereignis überflutet gewesen sei. Seine Erklärung: Der Durchlauf unter der Weihertalstraße werde nicht frei gehalten. An den wild bewachsenen Böschungen staue sich das Wasser und überflute seinen Garten schneller, als es nach den Berechnungen des Ingenieurbüros der Fall sein dürfte. Er wirft der Gemeinde Großaitingen Versäumnisse vor und fragt nach Zuständigkeiten.

Ähnlich stellt sich die Situation in Hardt dar. Der Straßendamm würde auch bei einem extremen Hochwasser nicht überflutet, betont Max Weiß, die Gebäude in Hardt seinen also relativ sicher. Allerdings dreht sich die Diskussion auch hier wieder um Zuständigkeiten. Ein Bürger beschwert sich über den Fluss, der immer stärker durch das Tal schlängelt und sich immer weiter in sein Grundstück fresse. Weiß kommentiert, dass ein schlingenförmiger Fluss beim Thema Hochwasserschutz eigentlich wünschenswert ist. Den Grundbesitzer beruhigt das. Er befürchtet den Wertverlust bei seines Grundstücks, wenn die Wiese zur Überschwemmungswiese wird.

Auch hier kommt noch einmal die Frage nach der Zuständigkeit. Anna Röder, die Geschäftsführerin des Zweckverbands, hat Antworten: „Die aktuelle Rechtslage besagt, dass Kommunen da aktiv werden müssen, wo es um das Gemeinwohl geht.“ Dazu gehöre das Ausmähen der Böschung und natürlich das Anlegen von Schutzmaßnahmen. Wenn allerdings nur ein einzelnes Grundstück oder eine landwirtschaftliche Fläche betroffen sei, müssen die Besitzer selbst aktiv werden.

Vor allem der Reinhartshofer fühlt sich davon bestätigt. Gegen Ende der Veranstaltung droht er sogar, die Gemeinde zu verklagen, wenn am Bach bei seinem Grundstück nicht bald etwas passiert.

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