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Langenneufnach

04.09.2019

Hochzeiten sind ihre Leidenschaft

Als freie Traurednerin gestaltet Bernadette Hentschel Trauzeremonien ganz nach den Wünschen des Hochzeitspaars.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Bernadette Hentschel möchte als freie Traurednerin unvergessliche Momente für Hochzeitspaare schaffen. Zu ihrer ersten Trauung kam sie unverhofft.

Kirchliche Trauungen nehmen immer mehr ab. Das sei eine säkulare Entwicklung, meint Bernadette Hentschel. Nur standesamtlich zu heiraten sei vielen Paaren aber zu nüchtern oder unpersönlich. Hier kommt die Langenneufnacherin ins Spiel. Die 44-Jährige gestaltet individuelle Traureden, bei der alle Wünsche und Vorstellungen des Hochzeitpaars erfüllt werden.

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Ob feierlich, humorvoll oder romantisch – Bernadette Hentschel garantiert, dass bei einer freien Trauung immer das Individuelle im Mittelpunkt steht: „Durch die Freiheit der Gestaltung der Feier und durch die freie Ortswahl bleibt viel Spielraum für Persönliches.“

Nur eine Stunde Vorbereitungszeit für die erste Rede

Zur Tätigkeit der Traurednerin kam Bernadette Hentschel durch Zufall. 1999 hatte sich eine Freundin von ihr für eine freie Zeremonie entschieden. Doch kurzfristig musste die engagierte Traurednerin wegen eines Unfalls absagen. Die Langenneufnacherin sprang ein, machte sich innerhalb einer Stunde mit der Materie vertraut. Sie sei zwar damals völlig überfordert gewesen, habe die Ausnahmesituation aber gemeistert, blickt sie zurück. Danach erlebte sie immer wieder freie Trauungen. Und stellte selbstbewusst fest, dass sie das besser könne.

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Der Weg in dieses Metier war schnell gefunden. „Ich schreibe gern und trage bei Familienfeiern auch schon mal eigene Gedichte vor“, erzählt sie. Zudem liebe sie öffentliche Kommunikation. Kurz: Die Verwaltungsbeamtin bei der Regierung von Schwaben fand Gefallen an persönlichen Traureden und hielt dann auch eine Reihe davon.

Langenneufnacherin absolviert eine Traurednerschule in München

Im vergangenen Jahr kam die Entscheidung, diese Tätigkeit neben ihrem Beruf professionell auszuüben. Sie machte eine Ausbildung bei einer Traurednerschule in München und schloss mit einem Zertifikat ab. „Mein Ziel ist, für das Hochzeitspaar unvergessliche und einzigartige Augenblicke zu schaffen“, sagt Hentschel. Das sei ihr oberstes Prinzip.

Bis es so weit ist, hat die Traurednerin etliches zu tun. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Hochzeitspaar – meist geebnet durch Mund-zu-Mund-Werbung oder ihrer Homepage www.herzbeben-traureden.de – erfolgt zunächst ein unverbindliches Kennenlernen. „Dabei muss die Chemie stimmen und der Funke zwischen allen Beteiligten überspringen“, betont sie. „Sonst wird das nichts.“ Bei gegenseitiger Sympathie kommt es zum Traugespräch. „Das dauert zwischen zwei und vier Stunden“, sagt Hentschel. Dabei wird nicht nur der Ablauf der Zeremonie besprochen. Die Traurednerin will unter anderem auch wissen, wie sich das Paar kennengelernt hat, aber auch die Höhen und Tiefen seiner Liebe. „Hier hinterfrage ich Wünsche, Ziele, Vorlieben, Schwächen und vieles mehr.“

Dann beginnt für Bernadette Hentschel die eigentliche Aufgabe, die Erstellung der Traurede. „Hier lege ich mein ganzes Herzblut rein“, gesteht sie, die Nachtschreiberin. Schwierig sei meist der Einstieg. Je nach Brautritual, Fürbitten oder Musikeinlagen dauert ihre Rede zwischen 35 und 50 Minuten.

In der Dienstleistung steckt einiges an Energie und Arbeit

Auf den Preis angesprochen, sagt sie, dass sie keine Billig-Traurednerin sei. Immerhin stecke einiges an Arbeit und Energie drin. Knapp 1600 Euro inklusive Mehrwertsteuer kostet ihre Dienstleistung beispielsweise für Vorbereitung, Traurede, zwei Brautrituale, technische Ausstattung mit Mikrofonen, Headset und Box, Erstellung der Fürbitten für Verwandte und Freunde sowie der Übergabe der Traurede in besonderer Form.

Für nächstes Jahr laufen bei Bernadette Hentschel bereits die Buchungen. Elf Hochzeitspaare haben sich schon ihre Dienste gesichert. Ihr persönliches Ziel seien jährlich 40 bis 50 Traureden, sagt sie. Ob das dann nicht zur Routine wird? Keinesfalls, antwortet die 44-Jährige. Jedes Paar sei anders und immer schwinge bei ihr eine positive Aufregung mit.

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