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01.08.2009

"Ich hatte oft große Mühe, nicht einzuschlafen"

Bobingen Sie ist und bleibt in Bobingen die Petra Keppeler, auch wenn sie inzwischen schon lange verheiratet ist, zwei Kinder hat und Feucht heißt. Doch die Tennisabteilung des TSV, in der die 44-Jährige sogar Ehrenmitglied ist, verbindet eben mit dem Namen Keppeler die größten Erfolge, die eine Sportlerin aus ihren Reihen jemals hatte.

Der größte Erfolg: die French Open

Die ehrgeizige Frau denkt zum Beispiel noch heute gerne an Ereignisse wie die French Open zurück: "Ich kam unter die letzten 16 und durfte dann in Paris vor 6000 Zuschauern auf dem Centercourt spielen. Das war ein erhebendes Gefühl", erzählt Petra Feucht bei den Jubiläen der Tennisabteilung des TSV Bobingen (wir berichteten), wo sie gegen ihre Regionalliga-Mannschaftskameradin Patricia Schmid von ihrem jetzigen Verein TC Schießgraben einen begeisternden Schaukampf vor der endlich mal wieder gut gefüllten Tribüne des Tennisheims absolvierte: "Es war ein komisches Gefühl, nach 25 Jahren mal wieder in Bobingen zu spielen. Aber es hat richtig Spaß gemacht."

Mit vier Jahren schlug die kleine Petra erstmals in einen Tennisball und bewies schnell jede Menge Talent. Das erkannte auch ihr Vater Josef und nahm sie selbst unter seine Trainerfittiche. Mit Zwölf wurde sie nordschwäbische Meisterin und kam danach in eine Fördergruppe. Titel und Meisterschaften folgten in Serie.

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Ehrgeiz im Sport und in der Schule

Ihr Ehrgeiz war aber nicht nur in Sachen Sport ganz groß, sondern auch schulisch. Also versuchte sie, beides unter einen Hut zu bringen. Nach der zehnten Klasse Gymnasium verließ sie die Schule, machte eine Art Fern- und Selbstunterricht und konzentrierte sich ansonsten ganz aufs Tennis, was sich auszahlte. Keppeler schaffte es bis auf Platz zwei in Deutschland, damals hinter Mirian Schropp.

Erst danach ging der Stern von Steffi Graf auf, mit der die Bobingerin damals in einem Förderteam war, heute allerdings keinen Kontakt mehr hat: "Der Preis dafür, die Nummer eins zu sein, ist der riesige Bekanntheitsgrad, der sehr unangenehm sein kann", erläutert heute Petra Feucht.

Nachwuchsstar und gleichzeitig Abiturientin

Um ein gutes Abitur zu machen, stieg der Nachwuchsstar in der zwölften Klasse wieder im Gymnasium in Königsbrunn ein.

"Vor dem Unterricht jagte ich schon über den Tennisplatz und nach der Schule wieder", erzählt Petra Feucht. "Bei den abendlichen und nächtlichen Hausaufgaben hatte ich oft Mühe, nicht darüber einzuschlafen, so abgekämpft war ich", erinnert sie sich an damals.

Auch während ihres Betriebswirtschaftsstudiums fuhr sie weiterhin für eineinhalb Jahre zweigleisig: Tennisprofi und Studentin. Platz 78 in der Weltrangliste war damals ihre beste Platzierung.

"Mir hat es nie viel Spaß gemacht, in den Hotels der Welt zu leben und ständig alleine unterwegs zu sein. Im Tenniszirkus kämpft jeder für sich allein, also hast du weder da noch zuhause gute Freunde", erzählt sie. Deshalb war ihr wohl mit der Zeit ihre berufliche Karriere und das Privatleben wichtiger als der Sport, auch wenn sie sagt: "Ich bin froh, damals alles so gemacht zu haben. Es war eine spannende Zeit und ich wurde durch den Sport sehr selbstständig, willensstark und stressresistent. Nur wer mental stark ist, der kann schwierige Spiele gewinnen und das Leben gut meistern."

In ihrem heutigen Leben spielt bei der Steuerberaterin mit eigener Kanzlei in Augsburg Tennis immer noch eine wichtige Rolle, allerdings nur für ihre Fitness.

Und: Sie gibt ihr sportliches Wissen und Können an ihre Kinder weiter. "Die spielen beide schon recht gut", beschreibt Petra Feucht. Wer weiß, vielleicht treten sie eines Tages in die großen Fußstapfen ihrer Mutter.

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