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Schwabmünchen

23.08.2020

Im La Piazzetta können die Gäste in die Küche schauen

Pizzabäcker Antonio Barranca, Kellner Antonio Merenda, Antonio Rizzi und die Köche Guiseppe Dominici und Matteo Fimognari von links kennen sich schon lange und teilen sich bei La Piazzetta die Aufgaben.
Bild: Piet Bosse

Plus Das Restaurant La Piazzetta im Schwabmünchner Stadtzentrum steht für italienischen Flair. Der kommt durch eine offene Küche und einen besonderen Ofen.

Wer das Lokal La Piazzetta in Schwabmünchen betritt, dem fällt sofort die offene Küche auf. Sie ragt bis in die Gasträume hinein. Hinter einem Steinvorschlag auf Brusthöhe backt Antonio Barranca seine Pizza, die Köche Matteo Fimognari und Guiseppe Dominici bereiten Pasta und andere Speisen zu.

Beim La Piazzetta gibt es mehr als Pizza und Pasta

Der Ofen, der für die Gäste gut sichtbar fast in der Mitte des Raumes steht, ist eine Attraktion: „Die Gäste sollen zuschauen können, wie wir kochen und Pizza backen“, sagt Antonio Rizzi, der sich bei La Piazzetta um das Geschäftliche kümmert. Durch die offene Küche könnten sich die Gäste davon überzeugen, dass das Essen in der Pfanne frisch und die Küche sauber sei, sagt er. Vor allem Kinder zieht die offene Küche an: „Die Kinder schauen gerne dabei zu, wie die Pizza gebacken wird, das finden sie spannend.“

Die geschmorte Lammhaxe wird durch langes Garen im Ofen besonders zart.
Bild: Piet Bosse

Der Italiener La Piazzetta steht für mehr als Pizza und Pasta. „Echte italienische Küche ist nicht nur Nudeln und Pizza, wir kochen viel mit Gemüse und haben einige Fisch- und Fleischgerichte“, sagt Rizzi,. „Man denkt nicht unbedingt, dass ein Italiener Lamm oder einen Kalbsbraten kocht, aber auch das ist italienisch.“ Trotzdem sind die klassischen italienischen Speisen das Kerngeschäft. „Überwiegend wird Pizza und Pasta verkauft. In Deutschland und auch hier in Schwabmünchen reduziert sich vieles auf Pasta und Pizza“, sagt Rizzi, merkt aber auch an, dass bei ihm auch viele Gerichte gegessen werden, die von Kalbsleber über Schweinebraten in Barolo-Weinsoße bis zu Fisch reichen.

Die Zutaten im La Piazzetta kommen aus der Region

La Piazzetta wurde 2008 von Rizzis Bruder eröffnet, der ist vor fünf Jahren gestorben. Jetzt leitet dessen Schwager Aldo Cotrona das Lokal. „Das Restaurant ist in der Familie geblieben“, sagt Rizzi. Er kennt die Kellner, Köche und Pizzabäcker schon lange. „Wir als Team sind eine Familie“, sagt er. Alle kommen aus Siderno im Süden Italiens. Das schweißt zusammen, auch bei der Arbeitsteilung: „Wir teilen uns die Aufgaben und machen alles zusammen“, sagt Rizzi.

Man sieht die Küche und die offene Küche, die in die Gasträume hineinragt. Gäste können dabei zugucken, wie Pizza gebacken wird.
Video: Piet Bosse

Rizzi, sein Neffe Augostino Valerio, Kellner Antonio Merenda und ihr Chef Aldo Cotrona arbeiten schon lange in der Gastronomie, Rizzi und Merenda kennen sich schon seit 30 Jahren, damals kellnerten sie gemeinsam in der Schwabmünchner Pizzeria Goldener Engel in der Fuggerstraße.

Den erfahrenen Gastronomen sind regionale Produkte besonders wichtig. Das Gemüse kommt vom Bioladen Kerler aus Schwabmünchen oder vom Einkaufsmarkt Carl Keck schräg gegenüber in der Fuggerstraße. „Bei Keck werfen wir Abends einen Zettel in den Briefkasten, dann besorgt er am nächsten Tag das Gemüse“, sagt Rizzi. Zweimal die Woche kommt das Gemüse aus Schwabmünchen. Das Fleisch kommt aus Obermeitingen. „Dort können die Tiere den ganzen Sommer im Freien laufen“, sagt Rizzi. Er kaufe lieber das Fleisch aus der Region, als es beispielsweise aus Argentinien zu importieren.

Die Pizza schmeckt im Holzofen anders

Besonders ist die Zubereitung der Pizza: Weil sie im Holzofen gebacken wird, räuchert sie anders als in einem Steinofen oder einem Ofen, der mit Strom oder Gas betrieben wird. „Man merkt, dass die Pizza anders backt“, sagt Rizzi. Das ist so, weil der Holzofen mit Buchenholz befeuert wird.

Auch die Fleischgerichte backen im Holzofen. Der ist so heiß, dass vormittags, bevor man ihn anzündet, das Brot mit der Restwärme gebacken wird. „Um das Brot zu backen, zünden wir den Ofen nicht an, sonst wird es zu heiß“, erklärt Rizzi. Der Holzofen hat vormittags noch ungefähr 200 Grad Restwärme vom Vortag.

Corona hat die Restaurantgäste verändert

Draußen ist aber nichts vom Holzofen und der offenen Küche zu sehen. Doch die Terrasse im Stadtzentrum, direkt am Vorplatz der St. Michael Kirche, ist gerade im Sommer ein beliebter Anlaufpunkt. „Es macht uns eine große Freude, draußen bedienen zu können. An der frischen Luft ist es viel schöner“, sagt Rizzi. Es sei wichtig, dass die Menschen auch in der aktuell schweren Zeit die italienische Atmosphäre genießen können, sagt er und spielt auf die Corona-Pandemie an.

Die Terrasse ist im Sommer ein beliebter Anlaufpunkt bei den Schwabmünchnern.
Bild: Piet Bosse

Die Maßnahmen haben auch La Piazzetta hart getroffen. „Die Umsätze sind um 50 Prozent runtergegangen“, sagt Rizzi. Durch das schöne Wetter habe man aber einiges nachholen können: „Wir merken, dass die Menschen sich etwas gönnen wollen, auch wenn wir nicht an die vorherigen Umsätze herankommen. Viele Leute haben immer noch Angst und gehen auch früher als sonst.“ In der Zeit vor Corona hätten sich seine Gäste auch länger unterhalten, sagt Rizzi. „Vielleicht wollen sie schneller wieder nach Hause, in die eigenen, sicheren vier Wände“, mutmaßt er.

Weitere Teile unserer "Topfgugger"-Serie finden Sie hier:

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