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Schwabmünchen

18.04.2019

Immer mehr Betrüger im Internet

Die Kriminalität im Internet nimmt ständig zu. Die Polizei in Schwabmünchen hat deshalb bereits vor zwei Jahren ein eigenes Kommissariat zur Verfolgung solcher Straftaten eingerichtet.
Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolfoto)

Die Polizeiinspektion Schwabmünchen veröffentlicht die Kriminalstatistik von 2018. Unter anderem machen Einbrüche und Fahrerfluchten den Beamten zu schaffen

Die gefühlte Sicherheit wird heiß diskutiert, wenn es um Straftaten vor der eigenen Haustür geht. Die Polizeiinspektion Schwabmünchen hat nun die Kriminal- und Verkehrsstatistik von 2018 präsentiert: Insgesamt sei die Gegend sehr sicher, urteilt Hauptkommissar Gernot Hasmüller, wenngleich es nicht in allen Bereichen Verbesserungen gegeben habe.

1292 Straftaten erfassten Hasmüller und seine Kollegen im vergangenen Jahr und stellten einen leichten Rückgang zu 2017 fest. Auf 100000 Einwohner kamen 2824 Straftaten. Zum Vergleich: In Bayern waren es 4889 pro 100000 Einwohner. „Die meisten Fälle konzentrieren sich auf die großen Städte, davon bleiben wir verschont“, erklärt der Hauptkommissar. Die Aufklärungsquote lag in Schwabmünchen bei 68 Prozent und liegt damit leicht über dem bayernweiten Durchschnitt.

Immer mehr Tatverdächtige trifft die Polizei alkoholisiert an

Seit einigen Jahren beobachten die Beamten, dass Tatverdächtige immer häufiger alkoholisiert sind. 2018 stellten sie bei jedem achten Verdächtigen Alkohol fest. Der Drogenkonsum ist allerdings deutlich zurückgegangen: Es gab nur noch 92 Delikte, 21 weniger als im Vorjahr, und nur noch zehn Mal setzten sich Personen unter Drogeneinfluss ans Steuer. Alkoholisiert waren hingegen 48 Fahrer.

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Knapp über 1000 Verkehrsunfälle passierten 2018, die Hauptursachen waren unangepasste Geschwindigkeit, Überholen und das Verletzen der Vorfahrtsregeln. Erfreulicherweise sei 2018 kein einziger Mensch bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, berichtet Hasmüller. 166 Personen seien aber verletzt worden, 30 davon schwer. Schulwegunfälle gab es keine und auch das begleitete Fahren verlief reibungslos. Weniger gut kamen die Fahrradfahrer weg: Sie waren 55 Mal in Unfälle verwickelt, 49 Radler wurden dabei verletzt.

Unfallfluchten werden nur selten aufgeklärt, berichtet die Polizei

Nicht erfreut zeigte sich Hasmüller über die 168 Unfallfluchten. Zwar seien es weniger als noch 2017, aber nur etwa jeden dritten Fall habe die Polizei aufklären können. Hinweise von Zeugen seien deswegen wichtig – wer etwas gesehen hat, soll sich unbedingt melden.

Die Zahl der Gewaltdelikte blieben stabil bei 50 Fällen. Dazu zählten Raub, gefährliche Körperverletzung und ein Totschlag. Die Straßenkriminalität stieg hingegen um ein Fünftel, vor allem Straßendiebstähle nahmen deutlich zu. Bei Wohnungseinbrüchen gab es ebenfalls einen starken Anstieg um 14 auf 30 Fälle. Über die Hälfte der Einbrecher kamen jedoch nicht in das Gebäude und suchten unverrichteter Dinge das Weite.

Der Hauptkommissar appelliert an die Hausbesitzer, technische Vorkehrungen gegen Einbrecher zu treffen, denn diese zeigten offensichtlich Wirkung. Auch bittet er darum, bei verdächtigen Beobachtungen den Notruf zu wählen, etwa wenn Personen Örtlichkeiten auskundschaften. Sollte sich die Angelegenheit dann doch als harmlos herausstellen, habe das keinerlei Konsequenzen für den Anrufer.

Betrügereien im Internet nahmen 2018 deutlich zu

Immer öfter müssen sich die Beamten um Betrügereien kümmern, diese nehmen 2018 um 30 Prozent zu auf 168 Fälle. Vor allem Internet- und Telefonbetrüger mehrten sich und waren oft erfolgreich. Hasmüller rät deswegen zu einem äußerst sensiblen Umgang mit Kreditkarten, Passwörtern und persönlichen Daten. Seit zwei Jahren gebe es mit dem Kommissariat 11 der Polizeiinspektion Schwabmünchen eine eigene Abteilung für Kriminalität im Internet, außerdem warne die Präventionsstelle fast täglich vor den unterschiedlichen Maschen der Täter wie dem Enkeltrick, falschen Polizeibeamten, Callcenter-Betrug und falschen Gewinnversprechen.

Ein Thema für sich ist die Disco PM in Untermeitingen: 117 Einsätze hatte die Polizei 2018 dort, 89 Mal ging es um Straftaten wie Bedrohung, Körperverletzung, Diebstahl, Waffendelikte oder Falschgeld. Die hohen Zahlen verwundern den Hauptkommissar nicht, schließlich handle es sich um die größte Diskothek Bayerns. 2017 habe es dort noch 145 Einsätze gegeben.

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