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Bobingen

24.04.2015

Immergrün und immer lustig

Mit dem Vereinswappen nahmen die Immergrün-Schützen an vielen Festumzügen teil.
Bild: Foto-Hirche

 Die Immergrün-Schützen sind einer der ältesten Vereine Bobingens. Sie stehen für Sport, aber auch für Geselligkeit. Ein Portrait zum Geburtstag.

 Bis ins Jahr 1881 reichen die Wurzeln des Schießsports in Bobingen. Die Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Bobingen I wurde damals gegründet. Wegen Unstimmigkeiten im Verein kam es 1890 zu einer weiteren Gründung: die der Zimmerstutzen-Schützengesellschaft Bobingen II, genannt „Immergrün“. Ort der Versammlung war der Kapellwirt, der heutige Gasthof Schempp. Dieser ist immer noch das Vereinslokal der Immergrün-Schützen, die nun ihr 125. Jubiläum feiern. Sie gehören damit zu den ältesten Vereinen in Bobingen.

Seit den Anfängen hat sich trotz des Traditionsbewusstseins viel verändert. In der Chronik ist nachzulesen, dass die Schützen in Gründerzeiten durch eine Fensteröffnung in die Küche der Wirtschaft schossen. Erst 1968 verlegte man aus Sicherheitsgründen das Schießen in den oberen Saal. Heute schießt der Verein im Schießkeller. Dabei war es nicht immer sicher, ob die Schützen in ihrem angestammten Heim bleiben können. Im Mai 1979 wurde der alte Brauereigasthof Schempp abgerissen, der Verein war ohne Schießstand und der Betrieb ruhte. Im neuen Gasthof drohte die Schießanlage aus finanziellen Gründen seitens des Bauherrn zu scheitern. Im Oktober 1980 bauten drei Mitglieder – Erwin Hillmers, Anton Gebhard und Michael Hillmers – die neue Anlage in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden ein. Es entstand eine aus sieben Ständen bestehende vollautomatische Schießanlage für Druckluftwaffen und Zimmerstutzen. Sicherheit steht an erster Stelle.

Ein ständiges Auf und Ab in den Mitgliederzahlen bescherten die Weltkriege dem Verein. Bis 1952 ruhte der Schießbetrieb. 1956 wurde der erste Schützenkönig gekrönt. Für die Kette spendeten alle Vereinsmitglieder etwa 1000 Mark. Die Tradition der jährlichen Schützenkönige wird bis heute fortgeführt. Seit 1986 gibt es auch eine Jugend-Königskette. Sie wurde von Karoline Häring gestiftet. Wichtig ist den Schützenkameraden seit jeher auch das gesellige Beisammensein. In der Chronik finden sich viele Hinweise auf gemeinsame Feiern und Feste, Ausflüge und Fahrten, Ostereier- und Faschingsschießen und so manchen lustigen Abend. So steht im Eintrag vom 7. Dezember 1985 zu lesen, dass 90 Schützenangehörige ein von Albert Haugg gestiftetes 288 Pfund schweres Schwein verspeisten.

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So wird es bei der Jubiläumsfeier am 30. April in der Mittleren Mühle bei aller Festlichkeit recht lustig zugehen. Schützenmeisterin Ruth Naumann betont, dass das gesellige Leben heute noch ein Schwerpunkt des Vereinslebens ist. „Leider machen negative Schlagzeilen es uns schwerer, die Jugend für unseren Sport zu begeistern“, bedauert sie. „Wir haben zwar keine scharfen Waffen, sondern nur Luftpistolen, aber der Schießsport ist allgemein sehr in Verruf geraten.“

Wer sich für den Sport interessiere, der sei jederzeit eingeladen, zu den wöchentlichen Schießabenden am Donnerstag im Keller des Hotels Schempp zu kommen. „Der Schießbetrieb ruht nur über die Sommermonate bis Anfang September“, sagt Ruth Naumann. In dieser Zeit stehen gesellige Zusammenkünfte und der jährliche Vereinsausflug im Vordergrund. Der feste Stamm von aktiven Mitgliedern hält den Verein zusammen. Und das Wissen, die Feste so zu feiern, wie sie fallen.

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