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Bobingen

21.01.2019

In Bobingen hängt die künstlerische Vielfalt hoch

Für die neue Ausstellung im Unteren Schlösschen legte Isabella Stoll an ihre Cyanotypien noch letzte Hand an.
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Für die neue Ausstellung im Unteren Schlösschen legte Isabella Stoll an ihre Cyanotypien noch letzte Hand an.
Bild: Anja Fischer

Ottilie Leimbeck-Rindle, Gerti Papesch, Hildegard Winkler und Isabella Stoll sind „Intuition vier“. Sie zeigen im Unteren Schlösschen alle Facetten der Kunst.

Es ist eine gute Tradition im Kunstverein Bobingen, das Ausstellungsjahr mit einer Mitglieder-Viererausstellung zu beginnen. In diesem Jahr haben sich mit Ottilie Leimbeck-Rindle, Gerti Papesch, Isabella Stoll und Hildegard Winkler die Mitglieder eher zufällig zusammengefunden, wie Vorsitzende Christina Weber bei der Vernissage berichtete. „Unsere vier Künstlerinnen ergeben aber eine spannende Mischung zwischen alten und neuen Mitgliedern, routinierten Künstlerinnen und Künstlerinnen in Ausbildung – es sind alle Facetten der Kunst zu sehen“, so Weber.

Mit einem Künstlergespräch stellten die Ausstellerinnen sich und ihre Arbeiten vor, die in den nächsten Wochen in der Galerie im Unteren Schlösschen in Bobingen zu sehen sein werden. „Intuition vier“ titelten Ottilie Leimbeck-Rindle, Gerti Papesch, Isabella Stoll und Hildegard Winkler ihre Symbiose, denn die Intuition spielt in ihrer Kunst eine große Rolle und ist das einigende Element zwischen vier unterschiedlichen Stilen, Herangehensweisen und Menschen.

Sich auf eine neue Weise entfalten

Die expressive Porträtmalerei ist das Markenzeichen von Isabella Stoll und einige Porträts sind auch diesmal in der Ausstellung zu sehen. Daneben hat sie sich an Cyanotypien versucht, die aber wiederum ein Gesicht, ein Porträt zum Inhalt haben. Es ist das Bildnis ihrer Großmutter, mit dem Stoll quasi zu ihren Wurzeln vordringt und diesen die Möglichkeit gibt, sich auf eine neue Weise zu entfalten.

Eine Filminstallation ist ebenfalls aus diesem kreativ-intuitiven Prozess entsprungen, den Stoll wie folgt beschreibt: „Faszinierend ist für mich die Aussagekraft und Ausstrahlung, die ein Gesicht haben kann, wenn man es auf die Leinwand bringt. An das Malen gehe ich intuitiv heran: Ich fange an, weiß aber nicht, wie das Porträt am Ende wirkt.“

Unterschiedliche Medien und Materialien

Die Verwendung unterschiedlicher Medien und Materialien hat die Arbeit von Ottilie Leimbeck-Rindle zum Inhalt. Mit „Mixed Media“ so der Fachbegriff verfolgt sie in ihrer Serie „Zeitspuren“ die Entwicklung der Kunst von der Steinzeit bis in die Moderne, beschäftigt sich mit Höhlenmalerei und Nazca-Linien und setzt bei einigen Bildern eigene Bilder von ihren Reisen nach Namibia ein. „Dort habe ich das älteste Volk der Welt, die Himba und San besucht“, erzählt Leimbeck-Rindle. Ihre Eindrücke dort hat sie durch den Einsatz von Naturmaterialien wie Gesteinsmehl, Farbpigmente, Sand, Asche und Rost verarbeitet.

Als Hintergrund benützt die Künstlerin Leinwand oder MDF-Platten, denn „ich arbeite teilweise sehr kräftig auf dem Material, da ist Leinwand oft zu empfindlich.“ Ihre Bilder wirken erdig, erden den Blick des Betrachters, strahlen Ruhe aus und eine tiefe Kraft, die, die Künstlerin durch ihre Arbeiten an den Besucher weitergibt.

Installationen aus Eisendraht und Kunststoffrohr

Rein intuitiv geht Gerti Papesch in ihre Malerei heran. Ob in Mischtechnik auf Leinwand oder als Papier, Graphit und Kohle auf Karton, je nach Tagesform wählt sich Papesch für ihre Arbeiten ein Farbsetting und geht damit auf den Untergrund. „Dann reflektiere ich, übermale, reduziere später wieder und so entsteht aus verschiedenen Schichten schließlich ein Bild“, beschreibt sie ihre Herangehensweise. „Ich arbeite mit Papier und Wachs, oft sind es bis zu sieben oder acht Schichten, die hinter einem Bild liegen“, so Papesch. Von ihr stammen auch die beiden Installationen aus Eisendraht und Kunststoffrohr, welche in der Ausstellung zu sehen sind. Diese sind freie Formulierungen aus Figurenstudien und Abstraktionen aus Naturformen und bereichern die Ausstellung durch ihre freimütige Interpretation.

Letzte im Vierergespann ist Hildegard Winkler, die schon in etlichen Ausstellung nicht nur im Kunstverein Bobingen zu sehen war. Sie arbeitet mit Aquarellen und Radierungen, die erst zerteilt und dann wieder zusammengefügt werden. Mit verschiedenen, teilweise hauchfeinen Papieren überklebt Winkler ihre Arbeiten dann, schleift wieder ab, überklebt neu und gibt so den zugrunde liegenden Arbeiten einen neuen (Wirk-)Raum.

Decollage und Collage sind ihre Stilmittel, die dafür sorgen, dass ihre Werke hauchzart wirken, bei genauer Betrachtung aber eine deutliche Botschaft vermitteln. „Malen mit Papier“ beschreibt Winkler ihre Arbeit, ein kreativer Prozess, der aus den anfänglichen Botschaften Neues entstehen lässt.

  • Die Ausstellung ist bis zum 17. Februar in der Galerie im Unteren Schlösschen zu sehen. Öffnungszeiten sind Mittwoch, Donnerstag und Freitag 15 bis 18 Uhr und Sonntag 14 bis 18 Uhr.
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