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Hiltenfingen

05.12.2018

In Hiltenfingen sinken die Schulden

Bürgermeister Kornelius Griebl trug seinen Jahresbericht auf der Bürgerversammlung in Hiltenfingen vor. Er verkündete dort, dass er nicht mehr antreten wird.
Bild: Hieronymus Schneider

Bei der Bürgerversammlung legt Bürgermeister Kornelius Griebl seine vorletzte Jahresbilanz vor. Die Kanalsanierung schreitet voran.

Zur Bürgerversammlung war das Sportheim des ASV Hiltenfingen voll besetzt. Das große Interesse der knapp 70 Besucher freute Bürgermeister Kornelius Griebl, der am Ende der Versammlung verkündete, dass seine Amtszeit im Frühjahr 2020 mit der nächsten Kommunalwahl endet. Seine vorletzte Jahresbilanz war nicht spektakulär, aber ein Nachweis einer grundsoliden, nachhaltigen und positiven Entwicklung der Gemeinde.

Kanalsanierung Die Kanalsanierung wurde in den ersten beiden Abschnitten abgeschlossen. Der dritte Abschnitt wird derzeit untersucht und im nächsten Jahr saniert. Für den vierten und letzten Abschnitt wurde der Auftrag schon vergeben. „Im Jahr 2020 sollte dann alles erledigt sein und wir dürften etwa zehn Jahre lang Ruhe haben“, sagte Griebl. Die Gesamtkosten belaufen sich bisher auf knapp 400 000 Euro. Die Bürger wurden dabei im Wege der Umlage mit etwa 20 000 Euro belastet. Die im Jahr 2018 im Haushalt bereitgestellten, aber noch nicht verbrauchten 300 000 Euro werden in das Jahr 2019 übertragen, da sich die Arbeiten verzögerten.

Baumaßnahmen Die innerörtlichen Gemeindestraßen Frühlingstraße, der südliche Teil der Raiffeisenstraße, der Reiter-, Gennach- und Kirchweg wurden ausgebaut. Die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen der Anlieger wird ja nicht mehr fällig, was Griebl kritisierte. Seiner Meinung nach wäre eine Drittelung der Kosten auf den Staat, die Gemeinde und die Anlieger eine bessere Lösung gewesen.

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Im Baugebiet „Südlich der Langerringer Straße“ wurden im zweiten Bauabschnitt im Jahr 2018 bis auf einen Bauplatz alle verkauft. Im dritten Abschnitt wurden bisher sieben Parzellen vermessen, die vorwiegend für Hiltenfinger Bürger vorgesehen sind.

Eine neue Brücke über den Gennachzulauf zur Wertach beim Sportgelände erleichtert den Fußballern und dem Platzwart die Erreichbarkeit der Trainingsplätze. Außerdem freuen sich Wanderer und Radfahrer über diesen Verbindungssteg. Ganz in der Nähe nahm das Wasserkraftwerk „Hochwasserlauf Wertach“ seinen Betrieb auf.

Haushaltslage Der Verwaltungshaushalt ist auf über 2,4 Millionen Euro angewachsen. Als Bilanzgewinn können 342 793 Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Die größten Ausgaben sind die Kreisumlage mit 734 558 Euro, die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft Langerringen mit 137 590 Euro und die Gewerbesteuerumlage in Höhe von 95 700 Euro. Auf der Einnahmenseite fiel die Gewerbesteuer mit 484 557 Euro so hoch wie noch nie aus. Nur die Einkommensteuerbeteiligung übersteigt diesen Einnahmeposten mit 978 100 Euro fast um das Doppelte.

Im Vermögenshaushalt wurden 500 000 Euro aus den Rücklagen für den Erwerb von Bau- und Tauschland für die Umgehungsstraße entnommen. Die Rücklagen verringern sich dadurch voraussichtlich auf 235 750 Euro.

Der Schuldenstand wurde um 104 193 Euro auf nunmehr 239 688 Euro getilgt. Die Pro-Kopf-Verschuldung sank dadurch von 236,67 Euro auf 165 Euro. „Das Ziel der Nullverschuldung werde ich wohl bis 2020 nicht ganz erreichen“, räumte Griebl ein.

Glasfaser-Breitbandausbau Die Erschließung von bisher unterversorgten Randgebieten mit 137 Anschlüssen soll in den nächsten zwei bis vier Jahren erfolgen. Der Auftrag wird nach Erhalt des Förderbescheides an die Firma DSLmobil vergeben.

Umgehungsstraße Die Grobplanung der Südumfahrung von der Staatsstraße 2015 aus Richtung Ettringen bis zum Kreisverkehr Schwabmünchen-Süd ist bei der Obersten Baubehörde in München so gut wie fertig. Auf Wunsch der Gemeinde wurde eine Überfahrung des Feldweges in Verlängerung der Friedhofstraße eingeplant. Weitere von der Landwirtschaft gewünschte Feldwegüberquerungen wurden jedoch nicht genehmigt. Der Zeitpunkt des Baubeginns kann noch nicht konkret vorausgesagt werden. Bei der Planung des Geh- und Radweges von Hiltenfingen nach Ettringen wurde die Variante entlang des Fischbachweges favorisiert und von der parallelen Führung zur Staatsstraße 2015 abgewichen.

Wertstoffhof Den Betriebskosten des Wertstoffhofes in Höhe von rund 10 000 Euro stehen Einnahmen aus Gebühren und Zuschüssen vom Abfallwirtschaftsbetrieb von circa 8600 Euro gegenüber. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass Wertstoffe nur von Bürgern des Landkreises Augsburg und Bauschutt, Grüngut und Baumschnitt nur von Bürgern der Gemeinde Hiltenfingen angeliefert werden dürfen.

Kindergarten und Schule Der Kindergarten ist voll belegt, derzeit acht Beschäftigte betreuen die Kinder täglich von 7 bis 16 Uhr. Die Gesamtkosten 2018 betragen rund 456 000 Euro, die Einnahmen etwa 216 500 Euro. Es verbleibt also ein Defizit von rund 150 000 Euro. Für die Grundschule in Hiltenfingen besteht ein Schulverband mit Scherstetten. Vom nicht gedeckten Bedarf in Höhe von 123 600Euro trägt Hiltenfingen 78 503 Euro und Scherstetten 45 097 Euro.

Anliegen der Bürger Der Bau eines Unterstandes an der Bushaltestelle wurde von einem Bürger angemahnt und vom Bürgermeister baldmöglichst versprochen. Zum Stand des von einigen Vereinen gewünschten Baus eines Vereinsstadels sagte der Bürgermeister, dass hier die Vorstellungen der Gemeinde und der Vereine über die Finanzierung noch weit auseinander liegen.

Weitere Wortmeldungen betrafen die Verkehrssituation. So wurde ein Kreisverkehr in der Ortsdurchfahrt bei den Abzweigungen nach Langerringen und Gennach sowie eine Querungshilfe beim Spielplatz an der Lindenstraße und eine Leitlinie in der Straße nach Langerringen für sinnvoll erachtet. Die angesprochene Parkplatznot vor Schule und Kindergarten vor allem morgens und mittags lasse sich wohl wegen Platzmangels nicht lösen. Die Durchfahrt müsse wegen der Schulbusse gesperrt bleiben, sagte Griebl dazu.

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