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Klosterlechfeld

22.02.2021

In Klosterlechfeld soll eine Wohnanlage für Senioren gebaut werden

So könnte die Seniorenwohnanlage in Klosterlechfeld aussehen. Wenn es nach Architekt Ronald Beck geht, sollen an der Imhofstraße 24 Wohneinheiten in drei Baukörpern entstehen.
Bild: Architekt Ronald Beck

Plus An der Imhofstraße in Klosterlechfeld sollen 24 Wohneinheiten für Senioren entstehen. Der Gemeinderat begrüßt das Bauvorhaben.

Ein neues Bauprojekt soll das altersgerechte Wohnen in Klosterlechfeld fördern: In der Imhofstraße sollen 24 Wohneinheiten für Senioren entstehen. Bauunternehmer Ernst Mayr aus Obermeitingen und der Schwabmünchner Architekt Ronald Beck haben ihre Pläne im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss vorgestellt.

Die Idee: Sie wollen eine Seniorenwohnanlage, bestehend aus zwei Baukörpern, an der Imhofstraße errichten. Die beiden Gebäude mit jeweils drei Geschossen und 12 Wohnungen sollen durch einen Gemeinschaftsbereich im Mittelteil verbunden werden. Dieser kann für Infoveranstaltungen oder private Feiern genutzt werden.

Neben der Seniorenwohnanlage ist ein Mehrfamilienhaus geplant

Die Wohnungen sollen zwischen 50 und 70 Quadratmeter groß sein. Im Erdgeschoss schließt sich ein kleiner Garten an. Im ersten Obergeschoss sind durchgehende Balkone vorgesehen. Im zweiten Stock wollen Bauherr und Architekt jeweils zwei größere Penthouse-Wohnungen mit Dachterrassen schaffen.

Die Nutzung der Anlage wird im Grundbuch für Bewohner ab 60 Jahren festgeschrieben. Ein Basispaket an Grundversorgung wie Mittagstisch oder Fußpflege soll den Bewohnern zur Verfügung stehen. Auch eine Tiefgarage ist geplant. Eine gewerbliche Nutzung beispielsweise mit einer Bäckerei oder einem medizinischen Angebot ist hingegen nicht vorgesehen.

Die Anlage mit 24 Wohneinheiten soll auf dem Firmengelände des Bauherrn an der Imhofstraße entstehen. Die dortige Halle wird abgerissen. Unabhängig von der Wohnanlage ist im Norden des Grundstücks auch ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen im allgemeinen Wohnungsbau geplant.

Bau der Seniorenwohnanlage könnte im nächsten Jahr starten

Klosterlechfelds Bürgermeister Rudolf Schneider befürwortet das Vorhaben. "Wir haben großes Interesse daran, dass die Wohnanlage für Senioren gebaut wird, weil wir sie im Ort dringend brauchen." Das Thema beschäftige die Gemeinde seit Jahren. Auch die Gemeinderäte begrüßten das Projekt und signalisierten ihr Einvernehmen. Denn die Wohnanlage ermögliche es, dass Menschen auch im Alter in Klosterlechfeld bleiben und wohnen können.

Was den Zeitplan angeht, kann Bürgermeister Schneider nur spekulieren. Bauherr und Architekt haben die Bauvoranfrage gestellt, das Landratsamt muss die Pläne nun prüfen und die Baugenehmigung erteilen. Im Spätherbst könnte mit dem Abriss der Halle begonnen werden. Mit dem Bau der Wohnanlage rechnet Schneider allerdings nicht vor nächstem Jahr.

Demografische Untersuchung zeigt: Anteil der über 65-Jährigen steigt

Bislang gibt es weder eine Seniorenwohnanlage noch ein Altenheim in Klosterlechfeld. Die nächste Einrichtung ist das Haus Lechfeld der Johann-Müller-Altenheimstiftung in Untermeitingen. Dort haben die Gemeinderäte vor Kurzem ebenfalls über ein Wohnprojekt gesprochen, das mehrere Generationen verbinden soll. Neben Wohnungen für Senioren und jüngere Menschen soll in der Anlage an der Lechfelder Straße auch ein Caritas-Stützpunkt eingerichtet werden.

Dass der Bedarf für altersgerechtes Wohnen in Klosterlechfeld da ist, zeigt eine demografischen Untersuchung des Landratsamtes Augsburg. Im Jahr 2014 wohnten demnach 514 Menschen über 65 Jahren in Klosterlechfeld. Bei 2818 Einwohnern ist das ein Anteil von rund 18 Prozent. Im Jahr 2019 waren bereits 550 der insgesamt 2940 Einwohner über 65 Jahre alt - also knapp 19 Prozent. Der Untersuchung zufolge liegt die Prognose für das Jahr 2028 noch höher. Demnach wären dann 710 der 3090 Einwohner und damit knapp ein Viertel über 65 Jahre alt.

Neue Konzepte für Senioren waren bereits im Herbst Thema im Gemeinderat

Um den damit verbundenen Herausforderungen gewachsen zu sein, hatte der Gemeinderat bereits im Herbst vergangenen Jahres über neue Konzepte für Senioren gesprochen. Die Seniorenbeauftragte im Landratsamt Augsburg, Lisa Manhart, hatte verschiedene Ansätze vorgestellt, die das Leben im Alter attraktiver gestalten könnten.

Im Vordergrund stand dabei die Teilhabe am öffentlichen Leben und Kontakte untereinander. Auch die Mobilität, die mit dem Seniorendienst auf dem Lechfeld bereits verbessert wurde, spielt eine Rolle. Daneben seien bauliche Maßnahmen wie die Errichtung öffentlicher Toiletten, Barrierefreiheit in Gebäuden oder altersgerechte Wohnformen von Bedeutung. Eine Wohnanlage für Senioren an der Imhofstraße wäre ein weiterer Schritt .

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