Newsticker

Dänemark schließt Grenzen für deutsche Urlauber
  1. Startseite
  2. Lokales (Schwabmünchen)
  3. Iwans Bruder – oder seine Schwester?

Vögel

15.05.2015

Iwans Bruder – oder seine Schwester?

Die Kinder durften die Raubvögel auch auf den – geschützten – Arm nehmen.
3 Bilder
Die Kinder durften die Raubvögel auch auf den – geschützten – Arm nehmen.

Kinder lernen Raubvögel kennen. Ein Detail bleibt ungeklärt

Wüstenbussard Hillary ist ganz unruhig – und es sind nicht etwa die Kinder der Schulvorbereitenden Einrichtung (siehe Infokasten) in Graben, die das sechs Jahre alte Weibchen nervös machen. Es spürt in der Nähe einen Hasen. Als sie Falkner Günther Rau kurz fliegen lässt, ist sie erst mal weg. Erst mit viel gutem Zureden kommt sie wieder zurück. Die Kinder lernen: Für Wüstenbussarde sind Hasen, Kaninchen oder auch Mäuse Leckerbissen.

Die Buben und Mädchen dürfen Raubvögel, die viele nur aus dem Fernsehen oder vielleicht dem Zoo kennen, bei dieser besonderen Schulstunde aus der Nähe betrachten. Sie können sie sogar auf den Arm nehmen und streicheln – und sind total begeistert. Falkner Günther Rau aus Harthausen bei Günzburg hat eine bunte Truppe an den Wiesenrand in Graben mitgebracht: Uhu Iwan, Bartkauz Prudy, Wanderfalke Friedrich und eben Hillary.

Besonders interessieren sich die Kinder ist aber für den nur zwei Wochen alten sibirischen Uhu, ein Bruder oder eine Schwester von Iwan. „Das Geschlecht konnte noch nicht bestimmt werden“, erklärte ihnen Falkner Rau. „Das wird sich erst später zeigen. Mädchen haben in der Regel größere Füße und sind auch stärker als die Jungs.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der zweijährige sibirische Uhu Iwan gibt sich vor den Kindern ganz brav. Ist vielleicht aber auch einfach müde, erzählt der Falkner. Denn Uhus schlafen meist am Tag und gehen erst in der Nacht auf Jagd. Auch die fünfjährige Eule Prudy, ein imposanter Bartkauz, nimmt den Kindertrubel gelassen hin. Eulen und Uhus können übrigens in der Gefangenschaft 40 und mehr Jahre alt werden, berichtet Rau. Sie fressen mit Vorliebe Igel.

Der zweijährige Wanderfalke Friedrich fängt seine Beute tagsüber in der Luft: Gänse, Enten, Tauben oder Fischreiher stehen auf seiner Speisekarte. „Der Wanderfalke ist ein sehr schneller Vogel“, informiert Rau. „Er kann bis zu 350 Kilometer in der Stunde fliegen – so schnell wie ein Formel-1-Fahrzeug.“

Die Kinder erfahren auch viel Interessantes über die Lebensweise der Vögel – und auch wie der Falkner mit ihnen arbeitet. „Das Training der Jungvögel fängt schon im Alter von drei bis vier Monaten an“, erzählt Rau. Anfangs trägt er sie fünf bis sechs Stunden täglich an der Hand. “Später gehen wir mit ihnen jagen.“ Der Falkner-Beruf sei zwar kein klassischer Lehrberuf, Voraussetzung seien aber ein Jagdschein und eine Falknerausbildung. Rau hat sich vor zehn Jahren für diesen Beruf entschieden. Der gelernte Gesundheitsökonom war vorher Unternehmensberater – jetzt kann er sich nichts Schöneres vorstellen, als Falkner zu sein.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren